30 Jahre

Promovieren an der h2

Die Hochschule Magdeburg-Stendal kann neben Bachelor- und Masterabschlüssen künftig auch den Doktorgrad in Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie in Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften vergeben. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat der Hochschule am 2. Juni 2021 offiziell das Promotionsrecht für das Promotionszentrum „Umwelt und Technik“ verliehen. Es bündelt die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der besonders forschungsstarken Professorinnen und Professoren der Fachbereiche Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit sowie Ingenieurwissenschaften und Industriedesign. Es folgte am 3. Juni während einer Festveranstaltung in Wernigerode die Verleihung des Promotionsrechtes für das hochschulübergreifende Promotionszentrum „Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften“. An den Hochschulen Anhalt, Harz, Merseburg und Magdeburg-Stendal können Absolventinnen und Absolventen nun im entsprechenden Bereich promovieren.

Promotionszentrum Umwelt und Technik

Das Promotionszentrum Umwelt und Technik bündelt die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der forschungsstarken Professuren der beiden Fachbereiche Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit (WUBS) sowie Ingenieurwissenschaften und Industriedesign (IWID) der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Eine inhaltliche Schnittmenge zwischen den in WUBS und IWID beteiligten Denominationen ergibt sich in zahlreichen Forschungsfeldern, die beispielhaft und inhaltlich fachbereichsübergreifend nachfolgend erläutert werden.

In der Wasserwirtschaft, mit seinen zahlreichen baulichen Anlagen, werden im Fachgebiet Wasserbau die Wasserbaulichen Anlagen u.a. Schleusen, Wasserkraftwerke, Talsperren, Wehranlagen usw. durch weiter zunehmende Automation und innovative Steuerungs- und Regelungstechnik modernisiert und durch z.T. KI-basierte Steuerungen ferngeregelt. Diese inhaltlichen Verknüpfungen zwischen dem Forschungsschwerpunkt Industrie 4.0, Automation und Mensch-Technik-Interaktion gilt für die gesamte Wasserwirtschaft und für alle wasserwirtschaftlichen Anlagen und Steuerungssysteme, wie sie unter Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft sowie Abfallwirtschaft zusammengefasst sind. So werden bspw. Kläranlagen, Trinkwasserwerke, gesteuerte Hochwasserrückhaltebecken durch zunehmende Regelungs- und Prozessleitungstechnik ausgestattet und optimiert. Diese Mensch-Technik-Interaktion aus IWID betrifft letztlich alle in WUBS untersuchten Naturprozesse und Phänomene und die konzeptionelle und abschließend planerische Umsetzung dieser Systeme in Bauwerken. Für die Prognose zukünftiger Klima-Randbedingungen, deren Auswirkungen in wasserwirtschaftlichen Veränderungsprozessen münden sind umfangreiche und hoch komplexe hydrologische und hydrodynamische Modelle zur Vorhersage von Extremniedrigwasserereignissen und Extremhochwasserereignissen notwendig. Diese Computermodelle erfordern umfassende Informationen aus der Geoinformatik, die wiederum ihre Messdaten aus rasant fortschreitender Messtechnik generiert. Die inzwischen hoch aufgelösten Datengrundlagen sind sowohl qualitativ, als auch quantitativ auf einem Stand angelangt, der es erfordert, diese Daten statistischen Methoden zuzuführen, um sie weiter zu verwenden und in hydro-numerischen Modellen für kurz- mittel- und langfristige Prognoserechnungen einzusetzen.

Die Messtechnik und das Datenrekruting umfasst auch weitere nicht sofort ersichtliche inhaltliche Verknüpfungen bspw. zwischen der Radartechnik und Signalverarbeitung und der Prognose von Bauwerksschäden an Wasserbauwerken. So können Brückenschäden bei Extremhochwasser nur durch Radartechnik detektiert werden, da durch massive Schwebstofffrachten im Wasserkörper ein Durchdringen des Wasserkörpers nicht mit Ultraschall- oder Lasertechnologie erfolgen kann. Ein weiteres Beispiel für die inhaltliche Verknüpfung zwischen den Fachbereichen WUBS und IWID ergibt sich in den Forschungsfeldern Interaction Design, Projektierung von Fertigungstechniken und der Abwassertechnologie. So sind bei der Erstellung von einfachsten mobilen sanitären Systemen in Entwicklungs- und Schwellenländer neben der rein technischen Funktion die Handhabbarkeit und das Design sowie die einfache Projektierung und Fertigung vor Ort zwingend erforderlich, um hygienische Zustände zu verbessern. Weitere umfangreiche inhaltliche Schnittmengen beim Wasser-Ressourcenmanagement, der Abfallwirtschaft und Umweltchemie ergeben sich bei jeglicher Art der Fertigungstechnik für Messsysteme die Wasserinhaltsstoffe detektieren (bspw. Schwermetalle und Furane) oder Abfallprodukte im und auf dem Wasserkörper, wie bspw. Mikroplastik. So ist Weiterentwicklung von wasseranalytischen Messsystemen für die Einschätzung und Beurteilung von Prozessen aus der wasserwirtschaftlichen Sicht zwingend notwendig und erfordert die innovative Entwicklung, und Projektierung dieser Technik.

Die oben benannten inhaltlichen Schnittmengen basieren auf regionalen, überregionalen und internationalen Projekterfahrungen und Projektanbahnungen und zeigen einen Ausschnitt aus der bestehenden interdisziplinären fachlich inhaltlichen Zusammenarbeit der Forschungsschwerpunkte der Fachbereiche WUBS und IWID. Es wird erwartet, dass durch die Zusammenführung der Forschungsthemen im Promotionszentrum über die derzeitigen inhaltlichen Schnittmengen hinaus weitere interdisziplinäre Zusammenarbeiten in den Forschungsthemen Umwelt und Technik entstehen.

Der fachrichtungsbezogene Kern liegt im Fachbereich WUBS in der Analyse und Beurteilung wasserwirtschaftlicher und umweltbezogener Prozesse; der fachrichtungsbezogene Kern im Fachbereich IWID liegt in der Entwicklung technikbezogener Verfahren und der Erstellung von Produkten und innovativen Fertigungstechnologien. Der fachrichtungsbezogene Kern des Promotionszentrums Umwelt und Technik liegt darin, diese Naturprozesse und die technischen Lösungen in innovative Verfahren und Entwicklungen zusammenzuführen.

Promotionszentrum Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften

Im Bereich der Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften weisen alle vier am Promotionszentrum beteiligten Hochschulen gemeinsame Schwerpunkte auf.  Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften sind generalistische Wissenschaftsdisziplinen, die eine breite Fächervielfalt bzw. verschiedene Teilbereiche und daher eine Vielfalt der Denominationen vereinen. Die im Promotionszentrum vertretenen Denominationen der beteiligten forschungsstarken Professor*innen der Hochschulen können den im Promotionszentrum verorteten Themenfeldern der Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften zugeordnet werden. Daher bilden die einzelnen Fächer dieser Fachdisziplinen den Kern des Promotionszentrums.

Die Beantwortung der zunehmend komplexen Fragestellungen im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft wie z.B. zur Gesundheit, zur Wirtschaft und öffentlichen Steuerung (wie bspw. bei der Implementation von effektiven und effizienten Lösungen) benötigen im Forschungskontext zunehmend interdisziplinäre Ansätze und entsprechende Schnittstellenkompetenzen. In diesem Zusammenhang stärkt die Kooperation und das Netzwerk der beteiligten Wissenschaftler*innen im Promotionszentrum SGW insbesondere interdisziplinäre Forschungsansätze und -ergebnisse sowie den regionalen und überregionalen Transfer dieser Ergebnisse.

Darüber hinaus weist die hochschulübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit der forschungsstarken Professor*innen in den vertretenen Fachdisziplinen ein hohes Potential für den weiteren Ausbau der wettbewerblich orientierten Drittmittelaktivitäten der Hochschulen und die damit verbundenen Möglichkeiten der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs bzw. der Promovierenden auf. Entsprechende Verbundforschungsaktivitäten, die im Rahmen von wissenschaftsgeleiteten Forschungsausschreibungen zunehmend gefragt sind, werden gestärkt.

Kontakt

Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Transfer
Prof. Dr. Kerstin Baumgarten

Tel.: (0391) 886 41 05
Fax: (0391) 886 47 09
E-Mail: pro_forschung@h2.de

Besucheradresse: Haus 3, Raum 1.06

Leiterin Technologie- und Wissenstransferzentrum
Beatrice Manske

Tel.: (0391) 886 44 21
Fax: (0391) 886 44 23
E-Mail: beatrice.manske@h2.de

Besucheradresse: FEZ, Raum 1.09

Referentin für Forschung, Entwicklung und Transfer
Diana Doerks, M.A.

Tel.: (0391) 886 41 56
Fax: (0391) 810 71 11
E-Mail: diana.doerks@h2.de

Besucheradresse: FEZ, Raum 1.02

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