SCIENCE TALK – Wissenschaft kompakt in zehn Minuten.

Welche Forschungs- und Transferaktivitäten gibt es an der Hochschule Magdeburg-Stendal? Welche sozialen und technischen Innovationen werden entwickelt? Wie steht es um die regionale Verankerung der Hochschule? Diese und weitere Fragen beantworten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Journalismus-Studierenden in kurzweiligen SCIENCE TALKS.

Termine

Die aktuellen Termine des Sommersemesters 2019:

SCIENCE TALK@Werkschau

Donnerstag, 18. Juli 2019, schauwerk, Breiter Weg 114a, Magdeburg

Moderation: Cara Buchhorn und Jonas Hinrichs

SCIENCE TALK@Remise

Mittwoch, 11. September 2019, 17 Uhr, Remise, Wernigerode

Moderation: Cara Buchhorn und Jonas Hinrichs

Moderation

Studierende interviewen Forschende.

Für eine lockere Gesprächsatmosphäre interviewen Journalismus-Studierende die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In einem kurzen Porträt stellen sie sich kurz vor:

Jonas Hinrichs

Jonas über sich: Hallo zusammen, ich bin Jonas, 22 Jahre alt und komme als einer der wenigen in meinem Studiengang aus dem schönen Rheinland. Ich studiere im sechsten Semester Journalismus mit dem Schwerpunkt Medienmanagement, befinde mich aktuell in der Vorbereitung meiner Bachelorarbeit und moderiere im kommenden Semester zusammen mit Vera den SCIENCE TALK des Verbundprojektes TransInno_LSA. Ich freue mich bereits auf neue Einblicke in andere Studiengänge und interessante Begegnungen in einen für mich noch unentdeckten Teil unserer Hochschule.

Nach meinem Abitur 2014 war ich mit meinem Bruder für ein Jahr in Indonesien, Australien und Neuseeland als Weltenbummler unterwegs, anschließend engagierte ich mich mit einem Bundesfreiwilligendienst in der Kinder- und Seniorenarbeit bei der evangelischen Kirche.

Seit 2016 studiere ich nun in Magdeburg und fühlte mich schon von Beginn an sehr wohl hier. Ich bin Fußballer durch und durch – begeistere mich aber auch für eine Vielzahl weiterer Sportarten, bin gerne mit Freunden unterwegs oder auf Reisen. Als Student muss man die Zeit ja nutzen!

(Foto: Catherina Stuckmann)

Simeon Laux

Simeon über sich: Moin moin, ich bin Simeon, 27 Jahre jung und studiere Journalismus mit dem Schwerpunkt Politik im vierten Semester. Neben meinem Studium arbeite ich als Freier Journalist für das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen und moderiere seit kurzem den SCIENCE TALK des Verbundprojektes TransInno_LSA. Dabei finde es total spannend, so den interdisziplinären Austausch hautnah mitzuerleben und andere Studiengänge, Forschungsprojekte und Studierende kennenzulernen und somit auch die Vielfalt unserer Hochschule.

Vor meinem Studium habe ich eine kaufmännische Ausbildung gemacht und ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt, bevor ich mich doch noch dazu entschieden habe meinem Wunschberuf als Journalist nachzugehen. Ursprünglich komme ich aus Koblenz im schönen Rheinland-Pfalz und habe vor meinem Umzug nach Magdeburg ein paar Jahre in Stuttgart gelebt. Mittlerweile fühle ich mich in Magdeburg total wohl und bin gerne an der Elbe und im Rotehornpark unterwegs, egal ob mit dem Rennrad, beim Joggen oder im Sommer zum Grillen. In meiner Freizeit bin ich außerdem gerne mit Freunden unterwegs, reise viel und habe seit kurzem das Bouldern für mich (wieder-)entdeckt.

(Foto: Catherina Stuckmann)

Vera Reinicke

Vera über sich: Hey, ich bin Vera, bin 22 Jahre alt und komme ursprünglich aus dem Norden von Sachsen-Anhalt, genauer gesagt aus Salzwedel. Seit 2016 studiere ich an der Hochschule Magdeburg-Stendal Journalismus mit dem Schwerpunkt Politik und Gesellschaft und befinde mich schon im sechsten Semester. 
Nebenbei arbeite ich in der Redaktion von Radio SAW und nun auch beim Verbundprojekt TransInno_LSA als Moderatorin. Schon seit vielen Jahren faszinieren mich die Moderation und das Führen von Interviews, weshalb ich später gerne als Radiomoderatorin arbeiten würde.

Eine weitere große Leidenschaft von mir ist das Singen. Ich singe seit Jahren auf Hochzeiten, Geburtstagen und öffentlichen Veranstaltungen. In meiner Freizeit gehe ich gerne ins Kino, fahre in andere Städte und treffe mich mit meiner Familie und meinen Freunden. Außerdem bin ich eine totale Hundeliebhaberin und verbringe gerne Zeit mit meinem Labrador.

(Foto: Catherina Stuckmann)

Rieke Smit

Rieke Smit beim ersten SCIENCE TALK der Hochschule Magdeburg-Stendal am Tag für Forschung, Entwicklung und Transfer 2018. (Foto: Matthias Piekacz)

Rieke über sich: Moin, ich bin Rieke, 21 und studiere Journalismus im vierten Semester. Meine Vertiefung heißt Internationaler Journalismus, weswegen ich derzeit in Spanien ein Praktikum mache. Seit kurzem moderiere ich, zusammen mit dem lieben Simeon, den SCIENCE TALK des Verbundprojektes TransInno_LSA. Das bietet mir die Gelegenheit mit Studierenden aus anderen Bereichen in Kontakt zu kommen und schafft die Basis für einen interdisziplinären Austausch. Bis jetzt durfte ich spannende Projekt an unser Hochschule näher kennenlernen und dazu beitragen eine Vernetzung zwischen den vielfältigen Studienangeboten zu schaffen.

Ursprünglich bin ich ein absolutes Nordlicht und in der Nähe von Oldenburg aufgewachsen. Nach einem einjährigen Freiwilligendienst in einem Frauenhaus, in Kapstadt, habe ich mich dazu entschieden meiner Leidenschaft, dem Schreiben und Recherchieren, auch im Studium nachzugehen. Zwar bin ich aktuell für Praktika viel außerhalb der Ottostadt unterwegs, aber trotzdem ist Magdeburg schon ein zweites zu Hause für mich geworden. Wenn man mich nicht gerade mit Freunden quatschend in einem Café findet, dann stecke ich entweder meine Nase in ein Buch, trete beim Jiu Jitsu um mich oder reise durch die Weltgeschichte.

Idee

Das SCIENCE TALK-Prinzip

Im Zeitalter von Fake News und omnipräsenter Informationen wird es immer wichtiger das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft durch Transparenz, Kommunikation und regelmäßigem Austausch zu festigen. Das Format SCIENCE TALK möchte dazu einem Beitrag leisten und folgt dafür neun Prinzipien:

  • Offenheit: Es herrscht eine lockere Gesprächsatmosphäre; Studierende interviewen die Wissenschaftlerinnen/ Wissenschaftler auf der Science Couch.
  • Mobilität: Die Science Couch kommt zu den Wissenschaftlerinnen/ Wissenschaftlern.
  • Gemeinschaft: Es werden Teams (mind. zwei Personen) interviewt.
  • Prägnanz: Kurz und verständlich (in der Regel 10 Minuten) werden gesellschaftlich relevante Themen vorgestellt.
  • Regionalität: Es wird die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern hervorgehoben.
  • Integration: Wenn möglich, wird das Format in bestehende Veranstaltungen integriert.
  • Verbundenheit: Das Format bietet u.a. eine Plattform für die Hochschulen Harz, Merseburg und Magdeburg-Stendal im Rahmen des Verbundprojektes TransInno_LSA.
  • Vielfalt: Das Format bildet die thematische Vielfalt der Hochschulen ab (wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Lehrforschungsprojekte, Forschungs- und Transferprojekte, Gründungsprojekte, etc.)
  • Dynamik: Es wird in unregelmäßigen Abständen durchgeführt.

Das Format SCIENCE TALK ist eine Initiative des Projektes „Verstetigung von Transferprozessen“ (VTrans), eines von elf Teilprojekten im Rahmen des Verbundprojektes „TransInno_LSA“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus der Förderinitiative „Innovative Hochschule“.

Archiv

SCIENCE TALK@Firmenkontaktmesse

Mittwoch, 12. Juni 2019, ab 13 Uhr, Hochschule Magdeburg-Stendal, Campus Herrenkrug

Am Mittwoch, dem 12. Juni 2019, fanden ab 13 Uhr fünf SCIENCE TALKs im Rahmen der Firmenkontaktmesse "Studierende treffen Arbeitergeber*innen" auf dem Herrenkrug-Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal statt. Die zehnminütigen Talks wurden von den Journalismus-Studierenden Vera Reinicke und Jonas Hinrichs moderiert. Zu Gast auf der Science Couch waren die ems – electronic media school gGmbH, die IFA Group, der Mitteldeutsche Rundfunk, die M-Plan GmbH, die PTB Magdeburg GmbH, die EXEO und das Kinder- und Jugendhilfezentrum Groß Börnicke. (Fotos: Catherina Stuckmann)

SCIENCE TALKS zum Nachlesen

Ausgewählte Talks können Sie hier nachlesen. Wenn auch Sie Interesse haben, ihr Projekt/ ihre Idee auf der Science Couch zu präsentieren, freuen wir uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

15. Februar 2019, schauwerk.

schauwerk - Das Schaufenster der Hochschule

Das schauwerk im Breiten Weg 114a hat im Februar 2019 im Rahmen der Vernissage „Werkschau light“ seine Tore geöffnet. Es ist ein gemeinschaftlicher Versuch der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Stadt Magdeburg, dem Leerstand in der Innenstadt entgegenzuwirken. Studierende des Instituts für Industrial Design haben gemeinsam mit dem Institutsleiter Prof. Dominik Schumacher in wenigen Wochen die leerstehende Ladenfläche zwischen Opernhaus und Katharinenturm in einen modernen, stilsicheren Ort für Design, Co-Working, Ausstellungen, Vernetzung und Veranstaltungen verwandelt. Im SCIENCE TALK mit Rieke Smit und Simeon Laux sprechen der Wirtschaftsdezernent der Stadt Magdeburg Rainer Nitsche, Institutsleiter Prof. Dominik Schumacher und Industriedesign-Student Julian Rußmeyer über die Entstehung dieser kreativen Stätte (Foto: Diana Doerks).

Simeon: Herr Schumacher, die erste Frage geht an sie: Wie ist es überhaupt zum schauwerk gekommen, wie verlief der Entstehungsprozess?

Prof. Dominik Schumacher: Es hat mich sehr gefreut, dass Herr Nitsche letzten Sommer unsere Werkschau im Forum Gestaltung eröffnet hat. Dabei haben wir uns kennengelernt und sind ins Gespräch gekommen. Unter anderem zur Stadt selbst, aber auch zur Kulturwirtschaft hier in Magdeburg. Ich bin dann in die Semesterferien gegangen, hab nochmal über das Thema nachgedacht, auch in Bezug auf andere Hochschulen, die schon dazu übergangen sind Leerstände in Städten zu nutzen und mit kulturellen Angeboten zu füllen. Im August habe ich dann Herrn Nitsche angeschrieben und ihn gefragt, wie das in Magdeburg aussieht, da mir Leerstand aufgefallen ist. Herr Nitsche hat mich sofort zu einer Sitzung eingeladen und wenige Wochen später war ich mit der Wobau Magdeburg dann schon in der Stadt unterwegs und wir haben uns Leerstände angesehen. Wir sind uns schnell einig geworden über dieses Objekt und so kam es, dass wir Mitte Dezember 2018 eingezogen sind.

Rieke: Sie haben die Wobau als Partner bereits angesprochen. Wer hat sonst noch mitgewirkt?

Prof. Dominik Schumacher: Die Stadt Magdeburg trägt alle Nebenkosten, die Wobau stellt uns die Räume zur Verfügung und die MDCC sorgt für die Internetanbindung. Dann gibt es noch kleinere Sponsoren, die uns helfen und dank derer wir zum Beispiel einen Kühlschrank haben.

Simeon: Julian, du bist Teil des studentischen Organisationsteams. Ihr habt hier innerhalb von acht Wochen eine komplett leerstehende Ladenfläche zu so ansehnlichen Räumlichkeiten umgebaut. Nimm uns doch mal ein bisschen mit hinter die Kulissen, wie habt ihr hier als studentisches Team zusammengewirkt?

Julian: Wir haben ein Team, das sich um die Organisation der Werkschau kümmert und aus diesem Team heraus hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich dem Laden angenommen hat. Ab Dezember ging es nach und nach voran: Termine zum Streichen wurden vereinbart, große Pläne geschmiedet und geplant, was wir in diesem Raum verwirklichen wollen. Wir haben also einfach angefangen und alles nach und nach abgearbeitet. Wir hatten sehr viele Pläne, von denen einige aber auch wieder verworfen wurden. Die Bar haben wir zum Beispiel aus Paletten gemacht, die eigentlich Restbestände sind. Beide Gruppen sind dann am Ende ineinander übergegangen und haben sich darum gekümmert, dass zur Eröffnung Mitte Februar 2019 alles fertig ist.

Simeon: Gab es am Ende Termindruck oder habt ihr euren Zeitplan gut einhalten können?

Julian: Zusätzlich zu diesem Kurs haben wir natürlich auch noch andere Kurse an der Hochschule. Dazu kommen dann noch Abgaben, die Projekte und einige andere Dinge. Fast alle, die in der Planungsgruppe waren, haben hier in dem Raum dann auch etwas ausgestellt. Das war eine Zusatzbelastung für viele. Die Termine wurden oftmals nach hinten verschoben. Dass der zeitliche Druck dann kam, musste auch so sein, damit alles fertig wird. Es wurden am Ende einige Nachtschichten von ein paar Studierenden eingelegt, ohne die die Realisierung nicht möglich gewesen wäre.

Rieke: Herr Nitsche, welches Ziel verfolgt die Stadt mit der Kooperation rund ums schauwerk, warum hat die Stadt Magdeburg sich daran beteiligt?

Rainer Nitsche: Als Herr Schumacher vorhin die Entstehungsgeschichte geschildert hat, kam mir gleich in den Sinn: Da haben sich zwei gefunden. Zwei Persönlichkeiten durchaus, aber auch zwei Probleme und zwei Problemlagen und die haben wir miteinander verbunden. Die Stadt steht vor dem Problem, dass sie dafür sorgen muss, dass ihre Innenstadt nicht ausstirbt, dass sie nicht verkommt, dass sie nicht leblos wird. Genauso natürlich auch die Geschäftszentren der Stadt. Wir haben sehr lebhafte, aktive Geschäftszentren in Sudenburg, in der Neustadt und im Stadtfeld, um die wichtigsten zu nennen. Da haben wir ein Programm aufgelegt, das unter anderem den Bereich „inszenierte Innenstadt“ enthält, das heißt, wir wollen die Innenstadt in Szene setzen, wir wollen natürlich die Händler*innen unterstützen, dass sie onlinefähig werden und diesem Wettbewerb standhalten, dass sie Ideen aufnehmen und verschiedene Strategien fahren. Wir wollen die Innenstadt also in Szene setzen und natürlich auch noch baulich erweitern und verdichten. Ein Aspekt davon ist, dass wir Leerstände vermeiden müssen. Das ist tödlich für eine lebendige Innenstadt.

So kam das also wunderbar zusammen, dass auch die Otto-von-Guericke Universität schräg gegenüber mit dem in:takt einen Leerstand belebt und hier in diesem Raum das Projekt von Herrn Schumacher mit der Werkschau, aber eben auch das Projekt von Frau Falk-Bartz und Herrn Nauck mit der Thematik „Shopping 4.0“ Einzug hält. Das alles ging wunderbar beieinander und deswegen ging es auch relativ schnell und ich bin sehr dankbar, dass diese Projekte ins Laufen gekommen sind, dass wir sehr schnell auch die vertraglichen Grundlagen geschaffen haben und dass die Wobau mit im Boot ist. Dadurch partizipieren wir, damit Leben in diese beiden Plätze kommt, da der Nordabschnitt des Breiten Wegs es etwas nötiger hat als der südliche Abschnitt. Damit werden natürlich auch Projekte verwirklicht, an denen wir interessiert sind. Es wird geforscht wie Kultur, Innenstadt und Handel verbunden werden können. Das ist der Anspruch von dem Projekt von Herrn Weiner im in:takt. Und wie man Händler*innen unterstützt, mit welchen tollen Ideen ist ja zum Beispiel heute hier, bei „Shopping 4.0“ besprochen worden. Ich bin total begeistert von dem, was ich hier erlebe auf den verschiedenen Stationen und manches ist so unmittelbar praktisch anwendbar, dass wir uns da wirklich in einem kleinen Team mal unterhalten sollten, ob wir da nicht gleich zur Sache gehen.

Simeon: Vielen Dank für diesen Einblick, Herr Nitsche. Herr Schumacher, nochmal an Sie die Frage: Das schauwerk an sich soll ja als Co-Working-Space genutzt werden, in dem interdisziplinär zusammengearbeitet werden kann. Gibt es da konkrete Pläne für die nächsten Wochen oder Monate, wie kann das gestaltet werden?

Prof. Dominik Schumacher: Wie das konkret aussehen kann, wird sich noch ergeben. Ab März oder Ende März haben wir hier einen Praktikanten, der sich hauptsächlich um das schauwerk kümmern wird. Dann gibt es noch das Organisationsteam von Studierenden, die aktiv diesen Raum hier betreuen. Und bis Ende März gibt es auf jeden Fall eine Gruppe, die Lust hat den Raum bis zum Anfang des nächsten Semesters weiter zu bespielen und in und mit ihm zu arbeiten. Unsere Ausstellung im vorderen Bereich lassen wir drin, so dass Besucher*innen, aus der Fußgängerzone jederzeit in den Laden gehen können. Ich denke der Co-Working-Space wird sich relativ schnell von alleine ergeben, weil es einfach schöner ist mit Kommiliton*innen zusammen in einem Raum zu sitzen und zusammen zu arbeiten. Ansonsten gibt es auch schon sehr unterschiedliche Anfragen aus unterschiedlichen Bereichen für Sitzungen, Events und anderes. Für diese Anfragen zeigt sich die Studierendengruppe, die hier die Protagonist*innen sind, sehr offen und ich bin selbst sehr gespannt, wie der Stein hier ins Rollen kommt. Für mich ist das eine Art Freiraum, den wir, die Stadt und die Hochschule, den Studierenden zur Verfügung stellen und ich denke wir gucken einfach mal im nächsten halben Jahr, wie dieser Freiraum gefüllt werden kann. Im Semester bin ich natürlich auch sehr aktiv und treibe die Aktivitäten und die Planung im Bauhaus-Jahr voran. Dann kann hier nochmal ein Symposium zu designrelevanten Themen, die ich dann auch curricular verknüpfen möchte, stattfinden. Ich habe aber immer kommuniziert und würde mich auch sehr freuen, wenn die Studierenden sich diesen Freiraum hier erobern. Schön wären natürlich auch Kooperationen mit anderen Studiengängen der Hochschule, wie zum Beispiel den Journalist*innen. So können die in sich sehr geschlossenen Bachelorstudiengänge etwas aufgebrochen werden und Allianzen geschmiedet werden.

Simeon: Das Projekt soll ja vorerst bis August 2019 laufen. Wie wahrscheinlich ist denn eine Verlängerung über den August hinaus?

Prof. Dominik Schumacher: Das müssen wir Herr Nitsche fragen, aber ich glaube das hängt zum großen Teil davon ab, ob sich ein*e Mieter*in für das Geschäft finden wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch, wie sich das Projekt gestaltet. Da ist die Außenwahrnehmung wichtig, da es Begründungen für die Wobau geben muss, einen Sinn zu sehen, dieses Projekt weiter zu betreuen. Die Stadt muss auch immer gucken, ob sie das weiter begründen kann, was hier passiert. Deswegen sage ich den Studierenden auch immer, dass sie am Ball bleiben müssen. Es bringt nichts den Raum zu haben, wenn am Ende nichts passiert. Dann braucht man das Geld auch nicht zu investieren. Ich bin offen für eine Verlängerung, aber das muss sich erst ergeben. Wir sind schon sehr froh, dass wir das bis zum 31. August 2019 machen dürfen, denn wenn jemand kommt, der*die sagt er*sie möchte diesen Raum hier mieten, dann kann man schwer begründen, dass man es dieser Person nicht vermietet, denn man macht dieses Leerstandsmanagement genau aus so einem Grund, um Objekte attraktiv zu machen, um sie dann später wieder vermieten zu können. Sollte dieser Fall eintreten, bekommt man dann vielleicht auch einen Umzug in eine andere Lage hin, aber das muss man dann gucken.

Rieke und Simeon: Vielen Dank für die Einblicke. 

schauwerk.design

15. Februar 2019
SCIENCE TALK im Rahmen der „Think CROSS – Change MEDIA”-Konferenz im Schauwerk, Magdeburg

13. Februar 2019, schauwerk.

Trenux - Der Kofferraum für das Fahrrad

Auf der Suche nach einem einfachen, praktikablen und platzsparenden Mechanismus zum Transport von Gegenständen mit einem Fahrrad entwickelten die Mechatronik-Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Finn Süberkrüb und Markus Rothkötter Trenux, den Kofferraum für das Fahrrad. In seiner Bachelor-Arbeit optimierte der Industriedesigner der Hochschule Magdeburg-Stendal, Moritz von Seyfried, den Fahrrad-Anhänger hinsichtlich der Ergonomie und Semantik weiter. Im SCIENCE TALK mit Rieke Smit und Simeon Laux berichtet er gemeinsam mit Markus über ihre produktive Zusammenarbeit (Foto: Diana Doerks).

Rieke: Moritz, du hast dich in deiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Urbaner Transport“ beschäftigt, genauer gesagt mit dem Fahrrad als Transportmittel für den täglichen Gebrauch. Wie bist du auf das Thema gekommen?

Moritz: Da ich selbst in Magdeburg nur Fahrrad fahre, steckt eine persönliche Motivation dahinter. Meinen Einkauf erledige ich auch mit dem Rad, momentan behelfe ich mir dabei mit einer Sporttasche, die ich auf dem Rücken trage. Hinzu kommt, dass ich im zweiten Stock wohne und mein Fahrrad nicht gern über Nacht draußen stehen lasse. Das heißt mein Fahrrad trage ich zusätzlich zu den Einkäufen zwei Stockwerke hoch.

Simeon: Das erste Fahrrad wurde vor mehr als 200 Jahren im Jahr 1817 konstruiert. Wie kann es sein, dass es bis heute noch keine Lösung für den optimalen Transport von Gütern mit einem Fahrrad gibt?

Moritz: Das könnte in der Geschichte des Fahrrads selbst begründet liegen, da dessen Erfindung von vielen Rückschlägen geprägt war. Es gibt ein paar Varianten von Fahrradanhängern im Handel, die aber für mich zum Beispiel nicht in Frage kommen, da ich sie separat die Treppen hoch tragen müsste.

Simeon: Also es gibt noch kein Modell, das quasi eins mit dem Fahrrad wird.

Moritz: Ja, genau. Da wurde ich von einer Kommilitonin mit Markus Rothkötter und Finn Süberkrüb bekannt gemacht. Sie haben den Anhänger letztendlich erfunden.
Markus:
Wir standen vor dem gleichen Problem wie Moritz. Man hat viel zu transportieren, man möchte sein Fahrrad für alles verwenden, weil es einfach das beste Transportmittel überhaupt ist. Nach einer Fahrradtour, bei der uns ein Anhänger kaputt gegangen ist, haben Finn und ich uns hingesetzt und gedacht: „Ey, das können wir doch besser.“ Wir haben sehr viel an der Mechanik getüftelt, bis wir ein Funktionsmodell mit der heutigen Grundfunktion hatten; das heißt einen Fahrradanhänger mit Platz für zwei komplette Getränkekästen, welcher mit einem Handgriff zusammenklappbar ist und sich wie ein Gepäckträger die ganze Zeit am Fahrrad befindet. Auf der weltgrößten Fahrradmesse, der Eurobike, ist unser Konzept so gut angekommen, das wir es verfeinern und massentauglicher machen wollten. Die Idee ist es, ein System zu haben, das eins mit dem Fahrrad wird, deswegen haben wir dann einen Produktdesigner gesucht.

Simeon: Wie ist denn die Zusammenarbeit zwischen euch entstanden?

Moritz: Meine Kommilitonin hat den Kontakt hergestellt und Markus, Finn und ich haben uns zunächst darüber ausgetauscht, was ich für meine Bachelorarbeit will und was Finn und Markus an Arbeitsleistung und Input brauchen. Wir sind schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Ich habe meine Bachelorarbeit über den Anhänger geschrieben und versucht bestimmte ergonomische, semantische und technische Dinge weiter zu entwickeln.

Rieke: Zu welchem Ergebnis seid ihr gekommen? Welcher Fortschritt ist in der Arbeit entstanden?

Moritz: Der Fortschritt ist sowohl der ergonomische, als auch der semantische. Der Anhänger ist optisch nicht mehr so wirr. Er hat jetzt zwar immer noch sehr viele metallische Bauteile, die man klappen kann, aber durch die vordere Bande, die oben drüber sitzt, wenn der Anhänger zusammengeklappt ist, bekommt er eine gewisse Ruhe und zusätzlich gibt es keine Stoffschlaufe mehr, um den Anhänger aufzuklappen, sondern einen soliden Griff, den man wie einen Koffer entriegeln kann.

Simeon: Ich stelle mir das so vor, dass ihr zusammen ganz kreativ in einer Werkstatt an euren Ideen tüftelt und Tag und Nacht zusammen rumschraubt. War eure Zusammenarbeit tatsächlich so?

Moritz: Ziemlich genau so, ja. Seit Dezember gibt es ein Büro mit angeschlossener Werkstatt und da haben wir die meiste Zeit verbracht und getüftelt. Jeder hat bestimmte Aufgaben gehabt.
Markus:
Gerade am Anfang, als Moritz an der Entwicklung seines Themas saß, sind viele grundlegende Entscheidungen zur generellen Struktur des Anhängers nochmal auf den Prüfstand gestellt wurden. Wie Moritz schon gesagt hatte, gab es viele klappende Teile am Anhänger und er hätte zu Entwicklungsbeginn schon viele Ideen einbringen können. Einige Ideen konnten wir leider gar nicht alles in dieser Generation des Modells umsetzen, da wir auf Zulieferer angewiesen sind und auch andere Bereiche Zeit fressen. Wir mussten den Anhänger, den wir schon hatten Schritt für Schritt anpassen. Moritz ist jetzt auch schon in die Entwicklung der weiteren Generationen unseres Anhängers eingebunden. Und viele Ideen, die er am Anfang eingebracht hat, werden jetzt in den weiteren Generationen mit umgesetzt. 

Simeon: Das klingt auf jeden Fall sehr spannend. Es ist schön, dass Moritz auch weiterhin mit an Bord ist. Wann können wir den ersten Fahrradanhänger von euch kaufen? 

Markus: Wir möchten im Frühjahr eine Crowdfunding-Kampagne machen und die erste marktreife Testserie anbieten. Zur Fahrradsaison soll es losgehen.

Simeon: Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen und werden euren Fortschritt über die sozialen Medien weiter mitverfolgen. Euch ganz viel Erfolg und vielen Dank für eure Einblicke.

trenux.de
schauwerk.design

13. Februar 2019
SCIENCE TALK im Rahmen der Werkschau light im schauwerk, Magdeburg

Kontakt

Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Transfer
Prof. Dr. Kerstin Baumgarten

Tel.: (0391) 886 41 05
Fax: (0391) 886 47 09
E-Mail: pro_forschung@hs-magdeburg.de

Besucheradresse: Haus 3, Raum 1.06

Referentin für Forschung, Entwicklung und Transfer
Diana Doerks, M.A.

Tel.: (0391) 886 41 56
Fax: (0391) 810 71 11
E-Mail: diana.doerks@hs-magdeburg.de

Besucheradresse: FEZ, Raum 1.02

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