Hochschule bei „Eine Uni – ein Buch“ ausgezeichnet

Samuel Hinz (l.) und Sebastian Köhler, studentische Mitarbeiter in der Hochschulbibliothek.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal wurde mit neun weiteren deutschen Hochschulen beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch“ prämiert. Der Wettbewerb ist eine Aktion des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag. Das Ziel: Alle Mitglieder der beteiligten Hochschulen beschäftigen sich ein Semester lang gemeinsam mit einem Buch, das den Austausch und die Identifikation aller Hochschulmitglieder mit ihrer Hochschule ermöglicht.

Für die Mitglieder der Hochschule Magdeburg-Stendal ist es Greta Tauberts „Apokalypse jetzt! Wie ich mich auf eine neue Gesellschaft vorbereite.“ von 2014. In ihrem Buch hält die Leipziger Journalistin einen radikalen Selbstversuch fest. Ein Jahr lang entzieht sie sich der Konsumgesellschaft, erkundet neue Lebens- und Überlebensstrategien und verzichtet bsp. auf den bequemen Einkauf an der Supermarkttheke oder übermäßigen Wasserverbrauch. Mit jedem Schritt, den Taubert aus dem Kreislauf des Noch-mehr-haben-Wollens herauswagt, entsteht aus der Angst vor einer ungewissen Zukunft der feste Glaube an „eine Gemeinschaft, die sich mit ihrem Wissen, ihren Waren und ihren Werten gegenseitig hilft.“

Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgte auf Initiative von Prof. Dr. Jens Heßmann, Prof. Dr. Manuela Schwartz und Dr. Christiane Zehrer. Alle drei lehren im Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien am Hochschulstandort Magdeburg. Es ist dennoch kein professorales Projekt; von Beginn wurden alle Hochschulmitglieder gleichermaßen an der Findung des einen Buches beteiligt. Der Vorschlag für „Apokalypse jetzt!“ kam schließlich von Jürgen Brekenkamp, der im akademischen Controlling der Hochschule tätig ist.

Inspiriert von Greta Tauberts Experiment erproben die Mitglieder der Hochschule Magdeburg-Stendal im Rahmen des Projektes „Apokalypse h2. Gemeinsam gegen die Apokalypse“ bis zum Sommersemester 2021, wie „anders leben“ funktioniert – und finden heraus, wo es bereits Programm ist. Dazu sind vielseitige, kreative Aktionen geplant. Während eines wöchentlichen „apokalyptischen Frühstücks“ soll zum Beispiel über die einzelnen Kapitel von Tauberts Werk diskutiert werden. Begleitet wird das Frühstück durch Podcasts und Leseausschnitte im Campusradio der Hochschule. Darüber hinaus werden externe Expertinnen und Experten beispielsweise für Wildwiesen- und Wildkräuterwanderungen an der Hochschule zu Gast sein. Auch Begegnungen mit der Autorin sind geplant. Abgeschlossen wird das Projekt im Sommersemester 2021 mit einem „Markt der Visionen“ für die Hochschule und auch ihre angrenzenden Nachbarn. Der „Markt der Visionen“ stellt Lösungen und Impulse für „anders leben“ vor: vor, während und nach einer Apokalypse, deren Definition und Ausprägung durch die Corona-Krise auch zum Nachdenken und Austausch anregen soll. Trotz Corona werden alle Projektideen zu „Apokalypse jetzt!“ bis Herbst 2021 – teilweise online – umgesetzt.

Mit ihren Ideen, dem Verfahren zur Findung des Buches und mit einem Film, der das Thema empathisch und kurz umreißt (verantwortlich war der Grimme-Preisträger Prof. Uwe Mann), überzeugte die Hochschule im März 2020 eine Jury aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird in die Umsetzung der Aktionen zu Greta Tauberts „Apokalypse jetzt!“ eingehen. „Die Hochschule Magdeburg-Stendal, eine Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW), wird von der vertieften gegenseitigen Verständigung und insbesondere von diesem Thema profitieren“ – so Prof. Dr. Anne Lequy, Rektorin der Hochschule.

Die geförderten Projekte:
www.stifterverband.org/eine-uni-ein-buch

Der Film zur Bewerbung:
www.youtube.com/watch?v=nMMc9Mdt5is

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