Mit Leidenschaft und Engagement zum Forschungspreis

Die Preisträger des diesjährigen Tages für Forschung: Das Projektteam „Gesund älter werden mitWirkung“ um Projektleiterin Prof. Dr. Kerstin Baumgarten (2. v. l.), Forschungspreisträger Dr. Peter Gerth, Ehrenpreisträger Prof. Dr.-Ing. em. Heribert Münch sowie die Nachwuchswissenschaftler Dr. Ronny Stolze, Stefan Orlik und Arne Büttner (v. l.). Foto: Matthias Piekacz

Anlässlich des Tages der Forschung am 17. Oktober hat die Hochschule Magdeburg-Stendal Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich durch herausragende Leistungen in Forschung und Entwicklung verdient gemacht haben, ausgezeichnet. 

Forschungspreis (2.000 Euro)

Den mit 2.000 Euro dotierten Forschungspreis erhielt Dr. Peter Gerth für seine Arbeit auf dem Forschungsgebiet Innovative und ressourcenschonende Werkstoffe. Seit 2002 ist Dr. Peter Gerth an der Hochschule Magdeburg-Stendal beschäftigt und hat während dieser Zeit das Profil des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Industriedesign maßgeblich geprägt. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Anwendung von Biowerkstoffen in neuen Produkten sowie die Kaskaden- und Koppelnutzung nachwachsender Rohstoffe. Nach seinem Chemiestudium und seiner Promotion an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg leitete Dr. Peter Gerth das Labor der F&E Brandschutz-Technologiezentrum GmbH. 2002 kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Hochschule Magdeburg-Stendal, an der er 2006 die wissenschaftliche Leitung des KAT-Kompetenzzentrums Ingenieurwissenschaften/Nachwachsende Rohstoffe übernahm. Ziel des Kompetenzzentrums ist, das Entwicklungspotenzial auf dem Gebiet der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Sachsen-Anhalt weiter zu erschließen und zu verbessern. So entwickelte das Werkstoffteam unter anderem eine neue Generation von Schuhwerk für Diabetiker. Im Rahmen des Kompetenzzentrums Orthopädie und Unfallchirurgie 4.0 forscht er in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Magdeburg zudem an einem hypoallergenen, antibakteriellen und verschleißfreien Implantat vor allem für Hüft- und Knieprothesen.

Nachwuchswissenschaftlerpreis 1. Preis (1.000 Euro)

Den ersten Nachwuchswissenschaftlerpreis erhielt Maschinenbau-Absolvent Dr. Ronny Stolze. Der 34-Jährige ist seit 2007 Projektingenieur am Institut für Maschinenbau und war in dieser Zeit maßgeblich an Forschungsprojekten und deren Beantragung beteiligt sowie in zwei Patentschriften involviert. Darüber hinaus war er für den Aufbau und Betrieb des Industrielabors Innovative Fertigungsverfahren verantwortlich, das sich inzwischen zu einer regional wie auch überregional bekannten Institution für Dienst- und Entwicklungsleistungen auf den Gebieten der Produktionstechnik entwickelt hat. Aktuell arbeitet er an der Erforschung von Remote-Laboren zur Unterstützung der Laborausbildung im MINT-Bereich.

Nachwuchswissenschaftlerpreis 2. Preis (500 Euro)

Stefan Orlik studierte an der Hochschule Magdeburg-Stendal den Bachelor- und Master-Studiengang Wasserwirtschaft und spezialisierte sich auf die physikalische Modellierung von Sedimenten in Flüssen. Während seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter wirkte er in rund 20 Forschungsprojekten mit. Die Forschungsergebnisse werden derzeit u. a. am Rhein und an der Donau genutzt, um die Schiffbarkeit großer deutscher Flüsse vorherzusagen und zu verbessern. Aktuell erforscht er in einem interdisziplinären Team wie Hochwasserschutz und die Naturbelassenheit unserer Fließgewässer miteinander verbunden werden können. Neben seiner Arbeit promoviert Stefan Orlik zudem zum Thema Morphodynamik und Fließgewässer.

Nachwuchswissenschaftlerpreis 3. Preis (300 Euro)

Seit acht Jahren beteiligt sich Arne Büttner, Absolvent des Master-Studiengangs Bauingenieurwesen mit der Spezialisierung Tief- und Verkehrsbau, als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektmitarbeiter maßgeblich an Forschungsprojekten im Bereich Baudynamik. Seit Dezember 2016 widmet er sich in Kooperation mit der Universität Rostock seiner Promotion und beschäftigt sich mit der Prognose von baustellenbedingten Erschütterungseinwirkungen auf Bauwerke. Mit dem zu entwickelnden Expertensystem EProg sollen künftig genaue und zuverlässige Messungen von Erschütterungen durch Baumaschinen möglich sein, wodurch Schäden an Gebäuden durch einen verträglichen Geräteeinsatz vermieden werden könnten.

Preis für das beste Team

Für die beste Teamleistung wurde das Forschungsteam um Prof. Dr. Kerstin Baumgarten für das Projekt „Gesund älter werden mitWirkung“ ausgezeichnet. In Kooperation mit der Hochschule Coburg und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg soll die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen ab 60 Jahren gefördert sowie insbesondere deren Gesundheitskompetenz gestärkt werden. Die Teilnehmenden werden nach dem Peer-Education-Ansatz von qualifizierten Seniorinnen und Senioren angeleitet und gemeinsam dazu befähigt, aktiv etwas für ihr eigenes Wohlbefinden zu tun. Als Ergebnis des Projekts entsteht ein Handlungsleitfaden zur Implementation von entsprechenden Bildungsangeboten für ältere Menschen auf kommunaler Ebene.

Ehrenpreis für besonderes Engagement in der Forschung

Den erstmals verliehenen Ehrenpreis für besonderes Engagement in der Forschung nahm Prof. Dr.-Ing. em. Heribert Münch entgegen. 1995 erhielt er den Ruf an die Hochschule Magdeburg-Stendal, an der er von der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik für elektrische Maschinen und Antriebe bis hin zur Roboter- und Systemtechnik sowie Automatisierung in der industriellen Fertigung ein breites Lehrgebiet vertrat. Ab 2000 übernahm er das Amt des Prorektors für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer. Während seiner zehnjährigen Amtszeit entwickelte sich die Hochschule von einer lehrenden zu einer forschenden und lehrenden Hochschule. Er betreute etwa 70 regionale, nationale und internationale Forschungsprojekte und initiierte landesweite Netzwerke wie das Kompetenznetzwerk für Angewandte und Transferorientierte Forschung. Daneben gründete er das Technologie- und Wissenstransferzentrum als zentrale Serviceeinrichtung zwischen der Wirtschaft und der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Impressionen vom Forschungstag

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