30 Jahre

Ein Buch voller Geschichten über das Suchen, Ankommen und Engagieren: 
Deutsch-Marokkanische Lebenswege 



Mit den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 entstand eine öffentliche Diskussion über Menschen aus Nordafrika, die geprägt war von Vorurteilen. Dabei kamen sie selbst jedoch kaum zu Wort. Die Hochschule Magdeburg-Stendal und das Deutsch-Marokkanische Kompetenznetzwerk (DMK) möchte dies mit dem Buch- und Veranstaltungsprojekt „Deutsch-Marokkanische Lebenswege – Geschichten über das Suchen, Ankommen und Engagieren“ ändern.

Das zeithistorische Buch umfasst Beiträge von 32 Deutschen mit einer marokkanischen Einwanderungsgeschichte in Form von Selbst-Portraits, Interviews, Gedichten und Kurzgeschichten. „Die Geschichten eröffnen einen vielfältigen, authentischen, berührenden Einblick in die Lebenswege von Deutsch-Marokkaner:innen“, so Prof. Dr. Driss Bartout, Vorsitzender des Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerks.

Deutsche marokkanischer Herkunft sind im Alltag oft von prekären Lebensverhältnissen betroffen. Das wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus – zum Beispiel auf die schlechteren Bildungschancen und die schlechteren Karrierechancen. Dies führt in der Konsequenz zu prekären Lebensverhältnissen bei gleichzeitiger Erfahrung von Diskriminierung. Die Ausgangsbedingungen von vielen Deutschen marokkanischer Herkunft sind daher wegen gesellschaftlichen Barrieren und Herausforderungen nicht einfach.

Das Buch mache Menschen Mut, ob Jung oder Alt, mit oder ohne Einwanderungsgeschichte, ihren Weg zu Entfaltung ihrer Persönlichkeit und Fähigkeiten zu gehen, um sich für bessere gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen im Leben zu engagieren, so Prof. Dr. Rahim Hajji (Hochschule Magdeburg-Stendal). Ein wesentlicher Ansatzpunkt sei die Verbesserung der Teilhabe- und Partizipationschancen durch die Verbesserung der Bildungs- und der Ausbildungsverhältnisse, so dass jedes Kind unabhängig vom Elternhaus, die gleichen Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss hat. Außerdem seien Zugangsbarrieren im sozialen, im wirtschaftlichen, im kulturellen und im politischen Leben für alle Menschen in Deutschland abzubauen bei gleichzeitiger Anerkennung der kulturellen Vielfalt als Stärke unserer Gesellschaft. Dies fördere das Zusammenwachsen und den Zusammenhalt einer vielfältigen solidarischen Einwanderungsgesellschaft.

Zwei Politikerinnen begleiteten die Online-Buchvorstellung. Serap Güler, Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen (NRW), erwähnte Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Erfinder eines Impfstoffs gegen Corona, und fragte: „Ja, muss man wirklich die Welt retten, um als Vorbild in Deutschland anerkannt zu sein?“ Eine in NRW geführte Kampagne #IchDuWirNRW solle alltägliche Erfolgsgeschichten der Migrationsgesellschaft sichtbar machen. Die Integrationsbeauftragte des Berliner Senats, Katarina Niewiedzial, fragte wie die „Barrieren in Deutschland abgebaut werden können, die Menschen in ihre Entfaltung einschränken“. Berlin will mit Hilfe des zu schaffenden Partizipations- und Integrationsgesetz (PartIntG) die Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Migrationsgeschichte zu stärken.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und dem Buch, das kostenlos als E-Book erhältlich ist: 
https://issuu.com/hs_magdeburg/docs/dmk_portraitband

 
https://de.padlet.com/rahimhajji/Deutsch_Marokkanische_Lebenswege

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