Senat beschließt Resolution gegen Rassismus

Die Hochschule Magdeburg-Stendal engagiert sich seit Jahren gegen Diskriminierung und für Weltoffenheit. So ist die Hochschule beteiligt an der bundesweiten Aktion „Weltoffene Hochschulen - Gegen Fremdenfeindlichkeit“. Die Rektorin ist seit 2015 Patin des Hegel-Gymnasiums Magdeburg im Projekt „Schulen ohne Rassismus - Schulen mit Courage“ und wurde 2019 zur Demokratiebotschafterin für das "Landesprogramm für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit" berufen.

Darüber hinaus beteiligt sich die Hochschule an verschiedenen Aktionen, darunter:

- dem Netzwerkprojekt „RESPEKT. Für Teilhabe und gegen Diskriminierung“, das sich der Sensibilisierung zum Thema Diskriminierung, der Dokumentation von Diskriminierungsfällen sowie der gemeinsamen Entwicklung von Antidiskriminierungsstrategien widmet,

- dem Kooperationsprogramm „Denken ohne Geländer“, bei dem am Standort Stendal jeweils rund um den 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, Filme, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Workshops dazu anregen, ins Gespräch über Toleranz und Vielfalt, Intoleranz, Diskriminierung, Gewalt und Wege des Miteinanders in der Gesellschaft zu kommen.

Weitere Vorhaben, Projekte sowie Angebote in Lehre und Forschung finden Sie hier.

Die Ereignisse in den USA boten auch der Hochschule Magdeburg-Stendal wieder einen aktuellen Anlass zur Debatte über die Themen Rassismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft. In Übernahme einer von der „Arbeitsgruppe Diskriminierungsschutz“ eingebrachten Vorlage hat der Akademische Senat am 20. Juni die folgende Resolution beschlossen:

„RESOLUTION

Rassistische Gewalt durch weiße Polizist*innen in den USA hat zu weltweiten Solidaritätsbekundungen geführt. Die Hochschule Magdeburg-Stendal schließt sich diesen an und beschließt die folgende Resolution:

Auch in Deutschland hat die gewaltsame Tötung von Georg Floyd in den USA durch einen weißen Polizisten einmal mehr Rassismus, Polizeigewalt und strukturelle Ungleichheit zum Gegenstand der Debatte gemacht. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die tödlichen Folgen von Rassismus sowie anderen Formen von Diskriminierung. Er reiht sich in eine Vielzahl von Fällen rassistischer Gewalt gegenüber Schwarzen Menschen und anderen Minderheiten ein. Die steigende Zahl rassistischer und antisemitischer Straftaten in Deutschland zeigt zwar nur die Spitze des Eisbergs, macht aber deutlich, wie virulent Rassismus auch in Deutschland ist.

Aber Solidarität heißt mehr als Lippenbekenntnisse -Solidarity doesn’t come cheap. Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist eine staatliche Bildungseinrichtung, die in den Rahmen historisch gewachsener, mehrheitlich weißer, strukturell rassistischer Machtverhältnisse eingebunden ist. Die überwiegend weißen Hochschulmitglieder sind in rassistischen Verhältnissen sozialisiert und privilegiert.

Im Bewusstsein dieser Privilegien und mit dem Willen, mit diesen Privilegien verantwortungsvoll umzugehen, sehen wir es daher als unseren Auftrag an, alle Formen von Rassismus selbstkritisch in den Blick zu nehmen – mehr, als wir das bisher getan haben. Wir werden uns auch weiterhin in den gesellschaftlichen und demokratischen Diskurs einbringen. In Lehre und Forschung setzen wir uns aktiv für Menschenrechte ein. Wir treten rassistischem und diskriminierendem Verhalten entgegen und arbeiten kontinuierlich daran, die Strukturen unserer Hochschule entsprechend weiter zu entwickeln. Ein hochschulweites Netzwerk „Diskriminierungsschutz“ befindet sich im Aufbau, um eine rassismus- und diskriminierungskritische Kultur zu fördern.

Die intensive Debatte anlässlich dieser Resolution müssen wir fortsetzen. Black Lives Matter – Silence Is Violence!“

Eine englische Übersetzung der Resolution ist auf der englischen Variante unserer Seite zu finden: www.h2.de/en

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Pressesprecher Norbert Doktor

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