Demokratie und Medien entdecken

Die ukrainischen Studierenden zu Besuch beim Offenen Kanal in Magdeburg. Dort hatten sie die Möglichkeit, sich selbst an Kamera und Schnitt auzuprobieren. Foto: Irena Riabenka

Was bedeutet Demokratie und welche Rolle spielt sie in den Medien? Eine Leitfrage mit der sich Studierende der Gregorij Skovoroda Universität aus Perejaslaw Chmelnitzkij und der Hochschule Magdeburg-Stendal auseinandersetzten.

Text: Sarah Krause

Demokratie und Medien, für uns zwei Begriffe, die im besten Fall aufeinander abgestimmt funktionieren. Doch das ist nicht in allen Ländern so. Wie Medien und Demokratie zusammenspielen, das war das diesjährige Thema im DAAD geförderten Austauschprogramm zwischen der philologischen Fakultät der Gregorij Skovoroda Universität und dem Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Seit 2011 treffen sich zweimal pro Jahr Studierende beider Bildungseinrichtungen, um sich Themen wie Altenarbeit oder Freiwilligenengagement zu widmen. Nachdem im Juni bereits eine Delegation der hiesigen Hochschule in die Ukraine reiste, besuchten im November zehn Studierende der philologischen Fakultät die Hochschule Magdeburg-Stendal. Zum Programm zählten unter anderem ein Besuch im Landtag von Sachsen-Anhalt, eine Führung durch den MDR und ein Gespräch mit Alexander Walter, einem Redakteur der Magdeburger Volksstimme. Mit ihm sprachen sie u. a. über rechtliche und ethische Aspekte, beispielsweise wie Gewalt in den Medien dargestellt wird.

Walter verwies auf den Pressekodex als Richtlinie für Journalistinnen und Journalisten. „In den deutschen Printmedien haben die Rezipienten außerdem die Möglichkeit, Leserbriefe zu veröffentlichen. Diese Leserbriefe wenden sich verschiedenen Themenkomplexen zu, werden von den Redaktionen überprüft und schließlich zur Veröffentlichung ausgewählt“, erklärte Walter. An dieser Stelle wurden die ukrainischen Studierenden besonders hellhörig, denn in der Ukraine ist es nicht üblich, dass Kritik öffentlich abgedruckt wird. Die Studierenden wollten es genauer wissen und erfragten ob sich die Kritik auch gegen die Zeitung richtet und ob diese auch abgedruckt wird. „Solange die Kritik nicht in irgendeiner Weise diffamierend ist, steht einer Veröffentlichung nichts im Weg. Zudem haben wir so die Chance, uns mögliche Verbesserungsvorschläge anzunehmen“, antwortete Alexander Walter.

Bei anderen Programmpunkten hatte die ukrainische Delegation die Möglichkeit, selbst in die Medienwelt einzutauchen, indem sie, wie beispielsweise beim Offenen Kanal Magdeburg, selber hinter der Kamera stehen und anschließend das entstandene Material schneiden konnten.

Die Studentinnen und Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal sind überzeugt, dass sie ein Projekt wie dieses in ihrem Studium voranbringen wird. Sie lernen nicht nur, etwas aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, sondern entwickeln sich auch persönlich weiter. „Man fängt an, kritischer über Dinge nachzudenken, oftmals alltägliche Sachen, die einem zuvor gar nicht so bedeutsam vorkamen“, zieht die Gruppe ihr Fazit.

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