Eine Traditionsmarke wird wiederbelebt

Beim Internationalen Design-Workshop erarbeiteten deutsche und chinesische Studierende gemeinsam u. a. an Entwürfen für Unterwasserroboter. Foto: Julian Rudat

Dreschmaschinen, Strohpressen und Jauchepumpen: Ab den 1960er-Jahren war das Kombinat Fortschritt Landmaschinen der größte Landtechnikhersteller der DDR. Ein deutsch-chinesisches Unternehmen möchte die Konzepte in Zusammenarbeit mit Designstudierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal neu entwickeln.

Text: Frederik Schiek

Mittlerweile sind sie wieder da – acht Industrial-Design-Studierende inklusive ihres Professors Thies Krüger machten sich zu Beginn des Wintersemesters auf nach China. Dort besuchten sie die Fakultät Kunst und Design der Universität Hefei. Die Stadt liegt im Osten des Landes, ungefähr 400 Kilometer entfernt von Shanghai. Der Grund für diese lange Reise war der bereits zum 17. Mal stattfindende Internationale Design-Workshop, an dem sich neben den Studierenden auch chinesische Unternehmen beteiligen.

Die diesjährige Aufgabe bestand darin, innovative öffentliche Toiletten und Unterwasserroboter konzeptionell und gestalterisch zu entwickeln. Betreut wurden sie dabei nicht nur von Lehrenden, sondern auch von Vertretern ansässiger Unternehmen. „Die Studierenden lernen dort nicht nur Design, sondern üben sich auch in internationaler Zusammenarbeit, wie sie in einer globalisierten Arbeitswelt stattfindet“, so Prof. Krüger. Dabei müssen Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede überwunden werden. Die Designentwürfe präsentierten die Studierenden vor über 200 Gästen und dem chinesischen Fernsehen.

Dass diese Teilnahme in der Tat medienwirksam ist, zeigte sich vergangenes Jahr. So ergab es sich, dass das deutsch-chinesische Unternehmen CSSC Technical Products aus Qingdao, eine ehemalige deutsche Kolonie, auf die Hochschule Magdeburg-Stendal aufmerksam wurde und Kontakt mit Thies Krüger aufnahm. Mittlerweile absolvieren in dem Metall verarbeitenden Unternehmen vier Studierende ein Praktikum. „Wir arbeiten an diversen Produkten wie einem Allzweckfahrzeug für die Straßenreinigung. Neben der täglichen Arbeit im Büro durften wir unter anderem auch lokale Zulieferer wie zum Beispiel einen Pulverbeschichter, Feingießer und eine Sandgussfirma besuchen, um mehr über die Produktionsmöglichkeiten zu erfahren“, berichtet Industrial-Design-Student Leon Schuller, der bisher viel über die Mentalität und Kultur der Chinesen lernte.

Auch die Gründung einer Entwicklungsfirma im Umfeld der Hochschule ist im Gespräch. Besonders interessant ist für den Hochschulstandort in der ehemaligen „Kornkammer der DDR“, dass die Firma CSSC unter anderem landwirtschaftliche Maschinen der DDR-Traditionsmarke „Fortschritt“ in Lizenz produziert und diese auch mithilfe der Hochschule Magdeburg Stendal weiterentwickeln will. Die Abstimmungen dazu laufen noch. Prof. Krüger zeigt sich begeistert: „Ich freue mich, dass die Aktivitäten unserer Hochschule in China wahrgenommen werden. Insbesondere wenn daraus konkrete nachhaltige Vorhaben entstehen. Unsere Studierenden sammeln wertvolle Praxiserfahrungen im Ausland und möglicherweise gründen chinesische Unternehmen in Sachsen-Anhalt Firmen. So stelle ich mir eine erfolgreiche Auslandsaktivität vor.“

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Aktuelle Ausgabe: Nr. 104, 04/2019

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