Kindheitstraum Fernsehjournalistin

Studentin Anica Gensecke wird nach ihrem Studium beim Mitteldeutschen Rundfunk einsteigen. Foto: privat
Auch Absolvent Luca Deutschländer arbeitet heute beim Mitteldeutschen Rundfunk. An der Hochschule Magdeburg-Stendal sammelte er erste Moderationserfahrungen im h2radio. Foto: Matthias Piekacz

Seit ihrer Kindheit ist Anica Gensecke vom Fernsehen begeistert. Schon damals wünschte sie sich, selbst einmal Fernsehmoderatorin zu sein. Heute studiert sie Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal und hat sich auf den Bereich Fernsehen spezialisiert. Nach sechs Semestern steht die 21-Jährige kurz vorm Berufseinstieg.

Text: Laura Kramer

„Schon als Kind wollte ich beim Fernsehen arbeiten“, erzählt Anica über ihren frühen Berufswunsch, der schon bald Realität werden könnte. „Früher habe ich immer mit meinen Eltern zusammen das Sportstudio geschaut und gesagt: Ich will das auch machen, ich möchte ins Fernsehen.“ Dass sie sich nach der Schule für ein Journalismus-Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal entschied, war daher weder für ihre Familie, noch für ihren Freundeskreis überraschend. Am Fernsehen fasziniert Anica vor allem die extrem große Reichweite. Andere Medien wie zum Beispiel Zeitungen werden nur von einer bestimmten Gruppe von Leuten wahrgenommen, meint sie. „Mit dem Fernsehen kann ich vom kleinen Kind bis zur Oma wirklich jeden erreichen. Das finde ich spannend. Außerdem kann man im Fernsehen komplizierte Dinge für jeden in Bildern verständlich rüberbringen.“

Praxisnahes Studium und Lehrende mit offenem Ohr

An ihrem Studium gefällt Anica das praktische Arbeiten sehr. „Klar gibt es auch einige Vorlesungen zu journalistischen Grundlagen und Themen wie Medienrecht oder Medientheorie. Aber ich sag mal, so zu 80 Prozent arbeiten wir wirklich praktisch und setzen Projekte um.“ Anica gehört zum Beispiel zu einer Gruppe von Studierenden, die Beiträge für „39 Grad – das Magazin“ produzieren. Das Fernsehformat wird von Studierenden aus allen Semestern komplett alleine gestaltet: von der Redaktion und Themenwahl bis hin zu Regie und Produktion. „Wenn wir Probleme oder Fragen haben, ist aber immer jemand von den Lehrenden da, der ein offenes Ohr hat und uns unterstützt. Das ist schon toll, dass man hier nicht einer von Hunderten Studierenden ist, sondern in kleinen Gruppen arbeitet und sich kennt.“

Das Journalismus-Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal bietet den Studierenden viele Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu sammeln. „Man hat viele Freiheiten und kann verschiedene Bereiche auswählen, in denen man etwas machen möchte, ob Fernsehen, Radio, Print oder Onlinemedien. Bis auf ein paar Pflichtfächer kann man sich dadurch das Studium sehr frei nach den eigenen Interessen zusammenstellen. Ich habe mich zum Beispiel früh auf Fernsehjournalismus festgelegt, weil ich das schon immer machen wollte. Andere Studierende probieren sich mehr aus und machen von allem etwas.“

Eine Besonderheit ihres Studiengangs ist außerdem, dass neben Praktika auch ein Auslandsaufenthalt im Curriculum enthalten ist. „Insgesamt können wir zwölf Wochen im Inland und zwölf Wochen im Ausland Praktika absolvieren. Wann und wo und ob im Radio, Fernsehen oder im Printbereich ist völlig frei wählbar.“

Anica wollte ihr Auslandspraktikum in Wien absolvieren, doch dann kam die Coronakrise dazwischen. „Ich war deshalb leider nur kurze Zeit vor Ort in der Redaktion. Da die Redakteurinnen und Redakteure in Wien selbst im Homeoffice sind, konnte ich nahtlos anknüpfend von zu Hause aus weiterarbeiten. Das ist zwar schade, war aber auch eine spannende Erfahrung.“

Immer auf der Suche nach Geschichten

Nach ihrem Abschluss wird Anica beim Mitteldeutschen Rundfunk in Magdeburg als freie Mitarbeiterin einsteigen; von dort hat sie bereits eine Zusage bekommen. In welche Richtung es in Zukunft für sie weitergehen soll, möchte sie sich aber offenhalten – auch wenn sie sich gern irgendwann den Kindheitstraum erfüllen möchte, eine eigene Sendung zu moderieren. „Während meines Studiums hat sich immer wieder gezeigt: Meist kommt es sowieso anders, als man es vorher geplant hat. Ich versuche, immer offen für Neues zu bleiben und Dinge einfach auszuprobieren. Oft ist dann etwas, von dem man gar nicht gedacht hatte, dass es Spaß macht, genau das Richtige.“

Auch thematisch will sich Anica nicht festlegen, denn gerade die Vielfalt gefällt ihr. „Anfangs wollte ich unbedingt über Sport berichten, aber andere Themen wie Politik und Kultur interessieren mich auch sehr“, verrät sie. „Am meisten gefällt mir die Arbeit mit den Menschen, unabhängig vom Thema. Dass ich so viele verschiedene Leute und deren Geschichten kennenlernen und ihnen alle möglichen Fragen dazu stellen darf, das ist für mich das eigentlich Interessante am Journalismus.“

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