Technologien der Zukunft gestalten

Rasen für die Wissenschaft: Seit einem Jahr arbeiten Studierende des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Industriedesign – darunter Philipp Hörnlein und Bastian Rappholz – interdisziplinär an einer Gokartteststrecke, auf der Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsstrangvarianten erforscht werden. Foto: Matthias Piekacz
Die Fahrzeugprüfstation, die auf der Teststrecke zum Einsatz kommt, hat Bastian Rappholz gemeinsam Philipp Hörnlein selbst konzipiert, entwickelt und aufgebaut. Foto: Matthias Piekacz

Bastian Rappholz und Philipp Hörnlein studieren Elektrotechnik im Master an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Gemeinsam werkeln sie beispielsweise an einer Prüfstation für Gokarts und haben so für sich den idealen Ort gefunden, an dem sich Studium, Praxis und Freizeit verbinden lassen.

Text: Laura Kramer

Von der Lehre zum Studium

Als Bastian und Philipp vor fünf Jahren zum Studium kommen, haben beide schon eine Ausbildung hinter sich. Bastian arbeitete einige Zeit in seinem Ausbildungsberuf als Mechatroniker für Maschinen- und Anlagenbau, bevor er sich für das Studium entschied. „Ich habe mich für Automatisierungstechnik interessiert, sowas kam in meinem Job aber zu kurz. Als ich mich nach einem Studium umgesehen hatte, hat mir ein Bekannter empfohlen, Elektrotechnik zu studieren.“ Als gebürtiger Magdeburger war die Wahl der Hochschule für Bastian schnell getroffen. „Ich mag meine Stadt und die Atmosphäre auf dem Campus mit den Studierenden. Deshalb hatte ich gar kein Bedürfnis, woanders hinzugehen.“

Ganz anders war es bei Philipp: Er kommt aus der Nähe von Stuttgart und wollte raus, etwas Neues kennenlernen. Nach seiner Ausbildung zum Mechatroniker für Automatisierungstechnik zieht er fürs Studium nach Magdeburg. „Ich habe hier Verwandte und kannte daher die Stadt schon etwas. Hier kann man viel günstiger studieren als zum Beispiel in Stuttgart. Nicht nur die Mieten, auch die Semesterbeiträge sind hier nicht so hoch.“

An ihrem Studium schätzen sie die kleinen Gruppen und das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Studierenden, aber auch zu den Lehrenden. „Unsere Professoren sind immer für uns da. Wenn man Probleme oder Fragen hat, stehen ihre Türen stets offen“, sagt Bastian. Der Campus gefällt den beiden sehr gut. Sie nutzen gern die Sportplätze oder machen bei hochschulweiten Aktivitäten wie der Firmenstaffel mit.

Praxisprojekte in der E-Mobilität

Große Pluspunkte der Hochschule sind für die beiden der starke Praxisbezug und die Projekte, die sie während des Studiums bearbeiten konnten. „Vom ersten Semester an hat man hier sehr viel Praxis im Studium – im Master sogar noch mehr“, meint Bastian. „Da wir aus der Praxis kommen, war uns das sehr wichtig.“

So haben die beiden zuletzt im Rahmen ihres Studiums ein umfangreiches Projekt umgesetzt: Fächerübergreifend sollte gemeinsam mit Studierenden aus dem Maschinenbau und dem Industriedesign ein Fahrzeugprüfstand entwickelt werden. An diesem können verschiedene Werte, wie etwa die Motorleistung des Fahrzeugs, gemessen werden. Ziel ist es, Fahrzyklen nachbilden zu können, um Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebsarten zu vergleichen. Als Referenzfahrzeug wurde vom Fachbereich für Ingenieurwissenschaften und Industriedesign ein Gokart mit Verbrennungsmotor gekauft. Nun sollen im nächsten Projekt Studierende ein zweites Gokart zum Elektrofahrzeug umbauen: Sie konzeptionieren selbstständig die Elektronik und bauen den Antriebsstrang ins Gokart ein.

Doch das ist nur der Anfang einer größeren Vision. „Es geht dabei auch darum, das Thema E-Mobility, das jetzt in aller Munde ist, mit ins Studium und die Lehre zu integrieren“, erklärt Philipp. „Es ist geplant, hier in Zukunft ein E-Mobility-Center zu erschaffen, wo man sich mit verschiedenen E-Fahrzeugen auseinandersetzt. Ein Teil davon wird unser Prüfstand sein, es soll aber auch um regenerative Energien und Energiespeichersysteme gehen. Die kommenden Studierenden können dann während ihres Studiums in einem großen Praxisblock an eigenen Projekten in diesen Bereichen arbeiten.“

Zukunftsperspektiven in Forschung und Lehre

Aus solchen Projekten nehmen Bastian und Philipp viel mit: Man kann sehr selbstständig arbeiten, bekommt Einblicke ins Projektmanagement und kann Kontakte in die Wirtschaft knüpfen. Dadurch können sich sogar Jobgelegenheiten ergeben, weiß Philipp aus persönlicher Erfahrung. „Auch meine Hiwi-Stelle in einem Forschungsinstitut im Wissenschaftshafen ist über unseren Institutsleiter gekommen. Wenn man engagiert ist, ergeben sich immer wieder solche Möglichkeiten.“ Im selben Institut schreibt Philipp nun seine Abschlussarbeit. Und danach? „Es war mal mein Plan, zurückzugehen, aber wie das Leben so spielt, findet man dann eine Frau – ich bleibe also hier.“

Bastian sieht seine Zukunft an der Hochschule und will künftige Studierende in Lehre und Studium begleiten: „Aus dem jetzigen Projekt könnte sich eine Stelle für mich ergeben – das wäre meine Traumvorstellung“, freut er sich auf die Herausforderung, Studierenden das Thema E-Mobility näherzubringen. „Ich würde der Hochschule sehr gern verbunden bleiben.“

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