Menschen helfen, die es selbst nicht können

Absolventin Monique Behne (3. v. l.) mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Regionalgruppe Magdeburg. Foto: Franka Kretschmer

Aus treffpunkt campus Nr. 81, 06/2014

Bauingenieurin Monique Behne engagiert sich neben ihrer Tätigkeit im Landesverwaltungsamt Halle ehrenamtlich im Verein Ingenieure ohne Grenzen. Dort plant die 26-jährige Magdeburgerin mit anderen Mitgliedern u. a. die Wasser- und Stromversorgung für soziale Projekte in Afrika. Mit treffpunkt campus sprach sie über ihren Antrieb und die Herausforderungen zwischen Haupt- und Ehrenamt.

Interview: Nancy Wöhler

Sie arbeiten im Landesverwaltungsamt in Halle. Was sind Ihre Aufgaben?
Ich bin in den Bereichen Straßen-, Tief- und Radwegebau tätig und u. a. für die EU-Fördermittel zuständig. Dazu gehören die Ausschreibung und Vergabe von Projekten sowie die Finanzprüfung. Wird zum Beispiel ein neuer Radweg gebaut, prüfen wir die Planung und Umsetzung dieses Projekts und führen dafür auch Vor-Ort-Kontrollen durch.

Sie sind Mitglied im Verein Ingenieure ohne Grenzen. Seit wann gibt es diesen und wie sind Sie dazu gekommen?
Die Ingenieure ohne Grenzen gibt es seit 2003 und unsere Regionalgruppe seit 2011. Im Verein selbst gibt es eine Handvoll Hauptamtliche; der größte Teil setzt sich aber aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Das sind unter anderem Studenten, Berufstätige und natürlich Ingenieure, aber auch Biologen. Wir sind auch immer auf der Suche nach Nicht-Ingenieuren. Da Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising monumental wichtig für unsere Arbeit sind, benötigen wir Mitglieder, die sich auch in diesen Bereichen gut auskennen. Mittlerweile gibt es über 30 Regionalgruppen in ganz Deutschland, die gut miteinander vernetzt sind. Ich selbst bin seit Ende 2011 Mitglied in der Magdeburger Regionalgruppe und kam über ein Interessententreffen in Magdeburg dazu.

Wie sieht Ihre Arbeit dort aus?
Im Allgemeinen geht es darum, unser Wissen und unsere Hilfskraft an Menschen weiterzugeben, die in Krisengebieten leben und darauf angewiesen sind. Im Speziellen arbeiten wir auf den Gebieten der Wasser- und Sanitärversorgung, dem Brückenbau und der Stromversorgung für soziale und kulturelle Projekte auf der ganzen Welt.

Ihr aktuelles Projekt wird in Tansania umgesetzt. Worum geht es dabei?
Das Projekt in Tansania ist das zweite der Regionalgruppe Magdeburg. Das erste war, die Wasser- und Sanitärversorgung eines Schul- und Waisenhauses in Uganda sicherzustellen. In Tansania planen wir die komplette Stromversorgung für ein Kinder- und Jugendzentrum. Das ist für die Region enorm wichtig, denn es wird schulvorbereitend und schulbegleitend eingesetzt; die Kinder und Jugendlichen werden dort rundum betreut.

Wie verläuft die Planung in so einem Projekt?
Zuerst prüfen wir die Gegebenheiten vor Ort: Infrastruktur, Bevölkerungsdichte, Partnerorganisationen usw. Danach folgt eine Erkundungsreise im kleinen Team von zwei bis drei Personen. Uns ist dabei sehr wichtig, die Projekte nachhaltig umzusetzen, d. h. wir achten auch besonders darauf, welche Technik vor Ort verbaut und eingesetzt wird. Die Menschen, die in den Projekt-Gebieten leben, sollen die Wartung der Technik eigenständig übernehmen können. Der Verein finanziert sich über Spenden und kreative Aktionen. Eine davon ist das „Pfandraising“. Man kann uns anrufen und wir holen dann den Flaschenpfand kostenlos, zum Beispiel aus einer WG, ab. Das Ganze funktioniert ab einem Wert von fünf Euro. Die Aktion läuft sehr gut und die Gelder fließen dann in unsere weltweiten Projekte.

Was treibt Sie an in Ihrer Arbeit?
Ich möchte den Menschen helfen, die es selbst nicht können. Ich möchte mein Wissen anwenden und weitergeben, um die Welt etwas besser zu machen. Außerdem kann ich mich wunderbar mit meinen Kolleginnen und Kollegen austauschen und von ihnen lernen.

Welchen Rat haben Sie für Studierende Ihrer Fachrichtung?
Das Sammeln praktischer Erfahrungen während des Studiums ist enorm wichtig, um später auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Studierenden sollten jede Gelegenheit nutzen, ein Praktikum zu absolvieren und Auslandserfahrungen zu sammeln.

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