Mehr als nur eine Sprache

Foto: privat

Aus treffpunkt campus Nr. 86, 05/2015

Maren Bauchspieß studierte von 2008 bis 2012 den Bachelor-Studiengang Fachkommunikation am Standort Magdeburg. Heute lebt sie in London und arbeitet als Account Managerin in einer Marketing-Implementierungsagentur.

Interview: Katharina Remiorz

Warum haben Sie sich für das Studium der Fachkommunikation entschieden?
Ich liebe Sprachen und andere Kulturen. Nach dem Abitur habe ich ein Jahr in Paris als Au-pair-Mädchen gelebt. Danach war mir klar, dass ich auch im Beruf mit Sprachen arbeiten möchte. Der Studiengang und die Studieninhalte selbst waren sehr ansprechend für mich, besonders da auch zwei Auslandsaufenthalte vorgesehen waren, auf die ich mich besonders gefreut habe.

Wo haben Sie Ihre Auslandsaufenthalte absolviert?
Mein erstes sechsmonatiges Praktikum war in einem Start-up-Unternehmen in Paris. Hier war ich im Bereich Online- Marketing/SEO tätig und konnte neben der Erweiterung meiner Sprachkenntnisse auch mal etwas komplett Neues lernen. Anschließend ging es für sechs Monate nach Nottingham in ein kleines Übersetzungsbüro. Dort war ich für Admin- und Projektmanagement-Aufgaben zuständig sowie für das Übersetzen und Korrekturlesen von kleineren Dokumenten. Beide Praktika haben mir sehr gute Einblicke ins Berufsleben sowie in die länderspezifischen Besonderheiten erlaubt.

Was hat Ihnen besonders gut am Studium gefallen?
Besonders gut haben mir die Exkursionen zu Tagungen und Fachmessen gefallen. Mein persönliches Highlight war jedoch das Intensivprogramm 2012, das in Bukarest in Rumänien stattfand. Das Programm ist ein EU-gefördertes Projekt mit sechs weiteren europäischen Universitäten zum Thema Rechtssysteme in der EU. Es war super interessant, Bukarest im Winter bei minus 17 Grad zu erkunden, mit Studierenden aus anderen Ländern zusammenzukommen und sich über länderspezifische Aspekte des Übersetzer- und Dolmetscher-Berufs auszutauschen.

Sie arbeiten heute als Account Managerin in einer Marketing-Implementierungsagentur in London. Wie kann man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Das Besondere an meiner Arbeit ist, dass unsere Agentur international agiert und Werbekampagnen für verschiedenste Medienkanäle und Sprachen produziert. Die Projekte sind abwechslungsreich und es gibt immer spannende Aufgaben.Oftmals finden am Vormittag sogenannte Status-Meetings statt, bei denen sich unser Team mit Kollegen aus den Produktions-Abteilungen TV und Print trifft, um laufende Projekte und deren Stand zu besprechen. Am Nachmittag heißt es dann Projektmanagement, Admin-Aufgaben, ab und zu auch Korrekturlesen oder Übersetzen von kleineren Werbemitteln oder Dokumenten ins Deutsche. Als Account Manager hat man zudem auch viel Kundenkontakt, was mir besonders gut gefällt. Meist per Telefon und E-Mail, aber manchmal auch bei persönlichen Kundenbesuchen. So durfte ich bereits Kunden in England oder auch in Paris besuchen.

Inwieweit hat Sie Ihr Studium auf die jetzige Tätigkeit vorbereitet?
Das Studium hat mir eine sehr gute Grundlage für den Übersetzer-Beruf verschafft. Dank des Studiums und der praktischen Erfahrungen der Auslandsaufenthalte konnte ich schnell ein Abschlusspraktikum in London in einer Übersetzungsagentur finden, in der ich glücklicherweise übernommen wurde und zwei weitere Jahre als Projektmanagerin im Bereich Übersetzung, Lokalisierung und Dolmetschen gearbeitet habe. In dieser Zeit konnte ich vieles, das ich während des Studiums gelernt hatte, praktisch anwenden, zum Beispiel den Umgang mit CAT-Tools und Terminologie-Management.

Welchen Tipp möchten Sie Studierenden mit auf den Weg geben?
Die Studierenden sollten das Studium nicht unterschätzen und Sprachkenntnisse nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es reicht nicht aus, eine Sprache gut sprechen und verstehen zu können. Man muss sich auch für das Land und dessen Kultur interessieren, sodass man später zum Beispiel Redewendungen oder Witze erkennen und korrekt in eine andere Sprache übertragen kann. Außerdem würde ich empfehlen, die Auslandsaufenthalte für Praktika zu nutzen, um erste Berufserfahrung zu sammeln. Ein Erasmus-Studium ist sicher aufregend, aber im späteren Berufsleben werden Auslandspraktika bei Arbeitgebern einen sehr viel höheren Stellenwert einnehmen und immer gern gesehen sein.

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