Ein Faible für Sprachen

Regina Janke studierte von 2006 bis 2010 den Bachelor-Studiengang Fachkommunikation am Standort Magdeburg. Foto: Hanns Georg Langer

Aus treffpunkt campus Nr. 84, 03/2015

Ein Semester im französischen Metz, ein Praktikum in Brigthon und Praxiserfahrungen bei Daimler: Regina Janke ist während ihres Fachkommunikation-Studium viel herumgekommen und suchte auch danach den Blick über den Tellerrand. Heute arbeitet die 28-Jährige in einem Maschinenbau-Unternehmen bei Osnabrück und bildet sich mit einem Master of Business Administration-Studium (MBA) weiter.

Interview: Katharina Remiorz

Warum haben Sie sich für das Studium der Fachkommunikation entschieden?
Für mich war der Studienaufbau sehr interessant. Ich dachte zunächst, dass der Schwerpunkt auf Übersetzen liegt, aber es ist viel mehr als das. Besonders gefallen hat mir die flexible Gestaltung des Auslandsaufenthalts. Wir konnten selbst entscheiden, ob wir studieren oder ein Praktikum machen möchten und wo wir das Praxisjahr verbringen wollen. Ich hatte schon immer ein Faible für Sprachen und auch die Kommunikation mit Menschen liegt mir. Beides konnte ich im Studium an der Hochschule kombinieren und ich habe es nie bereut, in Magdeburg studiert zu haben.

Wo haben Sie Ihre Auslandsaufenthalte absolviert?
Ich habe erst ein Semester an der Universität in Metz, Frankreich, verbracht, an der das Studium sehr anspruchsvoll war und ich neue spannende Themen kennengelernt habe. Anschließend habe ich ein sechsmonatiges Praktikum in Brighton, England, absolviert, in dem ich weltweit Sprachkurse organisiert habe. Sehr interessant war auch mein Abschlusspraktikum bei der Daimler AG, in dem ich für den Ersatzteilkatalog eine Benutzeranleitung geschrieben und übersetzt habe. Hier konnte ich alles anwenden, was ich während des Studiums gelernt habe: Von Terminologie über Redaktion bis hin zum Übersetzen.

Sie arbeiten heute als technische Redakteurin in einem großen Maschinenbau-Unternehmen. Wie kann man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Meine Arbeit deckt den kompletten Bereich der Fachkommunikation ab. Meine Hauptaufgabe ist, komplexe technische Abläufe für Laien zu erklären und diese in Betriebsanleitungen festzuhalten. Durch meine Ausbildung gibt es aber immer wieder Schnittstellen zu anderen Bereichen. Zum Beispiel arbeite ich an einem maschinellen Übersetzungstool für die interne Kommunikation mit unseren internationalen Mitarbeitern oder optimiere unsere Maschinenbau-Software SAP hinsichtlich der Terminologie. Ich muss mir viel technisches Wissen aneignen und führe auch selbst Schulungen durch. Der Job ist sehr vielfältig und es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Um noch mehr im Unternehmen mitwirken zu können, absolviere ich momentan noch ein MBA-Studium, mit dem Ziel, mich innerhalb des Unternehmens bestmöglich zu entwickeln und eines Tages vielleicht in eine Führungsposition aufzusteigen.

Welche Erfahrungen aus dem Bachelor-Studium helfen Ihnen bei Ihrer täglichen Arbeit?
Ganz klar: Terminologie. Es hat mich gelehrt, worauf es ankommt, um von anderen verstanden zu werden und hilft mir nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privaten.

Gab es während des Studiums eine Person, die Sie besonders motiviert hat?
Prof. Dr. Hans Schwarz hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass ich jetzt bin, wo ich bin und dass ich etwas gefunden habe, das mir wirklich Spaß macht. Er hat mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinauszusehen und dass zum Studium viel mehr als Übersetzen gehört. Er hat immer für einen Bezug zur Praxis gesorgt. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Unter anderem hat er jedes Jahr eine Exkursion zur Tagung der Gesellschaft für Technische Kommunikation (tekom e. V.) organisiert. Dort konnten wir nicht nur sehen, wo Bedarf für Fachkommunikation besteht, sondern auch Kontakte knüpfen.

Welchen Tipp möchten Sie Studierenden abschließend noch mit auf den Weg geben?
Sie sollten sich auf alles einlassen und keine Scheuklappen tragen. Es gibt tausend Möglichkeiten, wo man mit dieser Ausbildung später arbeiten kann. Die Nachfrage ist sehr groß und sie haben gute Chancen, in ihrem Beruf auch aufzusteigen.

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