Lehre, Forschung, Gremienarbeit

Constanze Langer hat von 1999 bis 2004 den Diplom-Studiengang Industriedesign mit integrierten Auslandsaufenthalten in Belgien und England studiert und kam 2007 für den Master Interaction Design zurück an die Hochschule. Foto: Henrik Hagedom

Aus treffpunkt campus Nr. 77, 02/2014

Design gibt Funktionen eine Form, weiß Absolventin Constanze Langer. Nach ihrem Bachelor- und Master-Studium lehrte sie nicht nur am Institut für Industrial Design, sondern wirkte auch an der Entstehung des Masters Cross Media mit. Heute ist sie Professorin für Visual Interface Design in Potsdam.

Interview: Katharina Remiorz

Welche praktischen Erfahrungen konnten Sie im Verlauf des Studiums sammeln?
Da beide Studiengänge von Kooperationsprojekten geprägt waren, konnte ich früh und intensiv feststellen, wie nah Theorie und Praxis zusammengehen können. Außerdem wurde viel im Team gearbeitet. Ich habe gelernt, reflektiert über die eigene Arbeit nachzudenken und die eigenen Prozesse und Designentscheidungen auch verständlich zu kommunizieren. Besonders gut gefiel mir am Studium, dass ich gefordert und gefördert wurde, dass gute Diskussionen stattfanden und dass mir als Studentin Vertrauen geschenkt wurde. Auch ist das Institut sehr familiär, sodass man engen Kontakt zu allen aufbauen kann, sich kennt und auch zu schätzen weiß. Außerdem empfinde ich die Verbindung zwischen Design, Elektrotechnik und Informatik als sehr sinnvoll – das wurde in Magdeburg nicht nur angeboten, sondern wirklich gelebt.

Wie ging es für Sie nach dem Studium weiter?
Nach dem Interaction Design Studium habe ich direkt als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut angefangen. Dort habe ich drei Jahre gearbeitet, habe den weiterbildenden Masterstudiengang Cross Media mit aufgebaut, dort und im Studiengang Interaction Design gelehrt.

Sie sind jetzt an der Fachhochschule Potsdam als Professorin für Visual Interface Design tätig. Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus? Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?
Typisch an meinem Arbeitstag ist eigentlich nur, dass ich um acht Uhr anfange und irgendwann abends wieder gehe. Ansonsten ist jeder Tag anders. Lehre, Forschung, Gremienarbeit, viele Besprechungen, viele E-Mails, viele tolle Treffen mit interessanten Menschen – es gibt immer Abwechslung. Das Besondere an meiner Arbeit sind die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Ob Studierende oder Kolleginnen und Kollegen: Wenn das Klima stimmt, überlebt man alles.

Inwieweit hat Sie Ihr Studium auf die jetzige Tätigkeit vorbereitet?
Fachlich sehr gut. Von den gehäuften Organisationsaufgaben insofern, als dass ich im Studium auch stets für die Projektplanung der eigenen Entwürfe zuständig war. Viel hat mir außerdem noch das Studium Generale gebracht. Das empfehle ich jeder Studentin und jedem Studenten. Man schaut über den eigenen Tellerrand und kann bei den Angeboten sehr viel mitnehmen. Wenn ich jetzt noch an der Hochschule Magdeburg-Stendal wäre, würde ich die Angebote des ZHH nutzen.

Haben die Lehrenden Sie während Ihres Studiums inspiriert?
Auf alle Fälle: Durchgängig inspiriert und geprägt haben mich Prof. Christine Goutrié und Prof. Carola Zwick. Bei ihnen habe ich nicht nur fachlich allerhand gelernt, sondern auch menschlich. Weiterhin hat mich Professor Dieter Schwarzenau in der Lehre fasziniert. Es ist sicher nicht einfach, Designerinnen und Designern die Grundlagen der Elektrotechnik beizubringen und dabei stets Geduld zu haben. Das hat mich dazu veranlasst, viel mehr über Interdisziplinarität und Methodik im Unterricht nachzudenken.

Was würden Sie Studierenden während und nach dem Studium raten?
Während des Studiums würde ich ihnen raten auf die gut gemeinten Ratschläge von zu Hause zu verzichten und der Zukunftsangst ein Bein zu stellen. Findet heraus, was euch an eurem Fach begeistert und bohrt dort herum. Der Rest ergibt sich dann schon.

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