Frische Felder für ein produktives Kenia

Die Kooperation zwischen drei deutschen und zwei kenianischen Hochschulen soll den Landwirtschaftssektor in Kenia stärken. Der an der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickelte „WaVer“ könnte den Landwirten die Arbeit deutlich erleichtern. Foto: Christian-Toralf Weber

Geprägt durch schier endlose Savannen, viele Seengebiete und einem bergigen Hochland bietet Kenia eine einzigartige Landschaft. Was fehlt, sind fachkundiges Wissen und innovative Technologien, um Erträge in der Landwirtschaft zu steigern. Ermöglichen soll das ein internationales Austauschprojekt zwischen kenianischen und deutschen Hochschulen.

Text: Sarah Krause

Erst vor Kurzem trafen sich Mitarbeiter der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Masinde Muliro Universität in Kakamega sowie der Universität in Eldoret, um den Einsatz einer mobilen Wasserpumpe zur Bewässerung kenianischer Felder auszuloten. Der sogenannte „WaVer“, eine mobile Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser, wurde von Maschinenbau-Absolvent Martin Drewes eigens für entlegene Gegenden mit schlechter Infrastruktur entwickelt. „Die Anlage wird in Kenia nicht nur zur Trinkwasseraufbereitung verwendet, sondern kann auch für die Feldbewässerung genutzt werden“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Christian-Toralf Weber, der Drewes‘ Gründer- und Forschungsprojekt an der Hochschule betreut und in Kenia vorstellte. Die Bewirtschaftung der Anbauflächen biete demnach großes Potenzial: „Die Menschen in Kenia benötigt dringend innovative Technologien in der Landwirtschaft, denn schließlich arbeiten und leben ca. 80 Prozent der Bevölkerung davon.“                                                            

Damit dies gelingen kann, stehen die deutschen und kenianischen Kooperationspartner in engem Kontakt mit der Nichtregierungsorganisation AgroKenya. Die Einrichtung hat sich das Ziel gesetzt, Kleinbauern darin zu schulen, Ressourcen effizienter zu nutzen und somit mehr Gewinne zu erzielen. Gegründet wurde AgroKenya von Kweyu Suleiman, der zuvor an der Hochschule Brandenburg studierte: „Wasserkraftsysteme sind im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Systemen nachhaltig und einfach zu bedienen. Landwirten könnte es so leichter fallen, ihre Felder zu bewässern.“

Bei dem Treffen Anfang März besuchte Prof. Dr.-Ing. Christian-Toralf Weber neben den Bildungseinrichtungen auch das Ministerium für Landwirtschaft. Begeistert von der mobilen Wasserpumpe zeigten sich vor allem Landwirtschaftsministerin Pamela Mbagaya Kimwele und Gouverneur Patrick Lumumba Saisi. Sie wissen genau, welchen Fortschritt das für die Landwirtschaft bedeuten würde und setzen sich daher für die Bereitstellung weiterer Anlagen ein. „Das Vorhaben soll nun mit einer Absichtserklärung gefestigt werden, die momentan dem Parlament vorliegt“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Christian-Toralf Weber. Zwar werden die Pumpen vorerst in Deutschland gebaut, sollen aber durch den stetigen Austausch zukünftig vor Ort entstehen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Aufwand.

Gefördert wird das einjährige Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule Brandenburg und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde realisiert wird, durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst. Christian-Toralf Weber, der in Magdeburg Stahl- und Leichtbaukonstruktion lehrt, hofft auf eine Fortsetzung der Förderung, mit der sich auch künftig weitere Ideen verwirklichen lassen. „Ich plane Forschungs- und Lehrreisen, um den Menschen vor Ort anwendungsnahes Wissen zu vermitteln und sie mit diversen Technologien vertraut zu machen.“ Dabei möchte er nicht nur das Kollegium anderer Fachbereiche, sondern auch Studierende aktiv miteinbeziehen: „Neben dem Maschinenbau benötigen die Menschen in Kenia vor allem auch im Bauwesen und in der Wasserwirtschaft Unterstützung.“

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