Franziska Rauchut

Lehr- und Forschungsgebiete

  • Medien-, Kommunikations- und Kulturtheorien
  • Feministische Wissenschaftstheorie und -kritik
  • Cultural Studies
  • Critical and Queer Media Studies
  • Gender Media Studies
  • (Neue Soziale) Bewegungsforschung
  • (Transkulturelle) Medienforschung

Werdegang

Franziska Rauchut ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalismus im Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Sie studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaften und Englische Philologie an der Freien Universität Berlin. Von 2010-2014 arbeitete sie als Wissenschaftliche Referentin für Gleichstellungs- und Queerpolitik in der Bundestagsfraktion DIE LINKE. in Berlin.
In ihrem Dissertationsprojekt „Undisziplinierte Disziplinen!?“ am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen beschäftigt sie sich mit den wissenschaftstheoretischen und -politischen Interdependenzen von Cultural, Gender und Queer Studies im universitären Feld der BRD der letzten 25 Jahre. Gefragt wird nach bewegungsgeschichtlichen Gemeinsamkeiten, divergierenden Selbstverständnisdebatten und produktiven sowie konkurrierenden Interaktionen der drei Wissensansätze bei der Erarbeitung eines alternativen Wissenschaftsverständnisses. Die Analyse fokussiert Repolitisierungserfordernisse, wissenschaftstheoretische Positionierungen, Interventionsmöglichkeiten sowie die Rolle von Intellektuellen in den Cultural, Gender und Queer Studies des deutschsprachigen Raums.
Seit 2016 ist Franziska Rauchut als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsschwerpunkt „Medien-Demokratie-Partizipation“ des Instituts für Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. Dort erarbeitete sie ein Post-Doc-Forschungsprojekt mit dem Titel „‘Keine Angst vorm bösen Gender‘ – Interventionen in die Antifeminismusdebatte im deutschen Print- und Fernsehjournalismus“. Ihr aktuelles Forschungsprojekt analysiert die „Reaktionen deutschsprachiger Print- und Fernsehmedien auf/im Feld von interdependente(n) Identitätspolitiken im Zuge des Aufstiegs rechtspopulistischer Diskurse in der BRD von 2015 – 2018“.

Veröffentlichungen

  • Rauchut, Franziska (2018): »Keine Angst vorm bösen Gender« – Interventionen in die Antifeminismusdebatte im deutschen Print- und Fernsehjournalismus. In: Feministische Studien, Band 36, Heft 1, S. 188-196.
  • Rauchut, Franziska (2018): Queer (Media) Studies. In: Thomas, Tanja/Wischermann, Ulla (Hrsg.): Feministische Theorie und Kritische Medienkulturanalyse. Bielefeld: transcript Verlag. (In Vorbereitung)
  • Rauchut, Franziska (2018): Scholarship with commitment? Die Rolle von Cultural, Gender und Queer Studies für eine engagierte Kommunikationswissenschaft. In: Drüeke, Ricarda/Klaus, Elisabeth/Thiele, Martina/Goldmann, Julia Elena (Hrsg.): Kommunikationswissenschaftliche Gender Studies. Zur Aktualität kritischer Gesellschaftsanalyse. Bielefeld: transcript Verlag, S. 91-106.
  • Rauchut, Franziska (2008a): Wie queer ist Queer? Sprachphilosophische Reflexionen zur deutschsprachigen akademischen „Queer“-Debatte. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag.
  • Rauchut, Franziska (2008b): Queeres Gedächtnis. Zur Bedeutung von Erinnerungspraktiken in den Queer Studies. In: Schwarz, Anja / Sabine Lucia Müller (Hrsg.): Iterationen: Geschlecht im kulturellen Gedächtnis. Göttingen: Wallstein Verlag, S. 155-170.
  • Dennert, Gabriele / Christiane Leidinger / Franziska Rauchut (Hrsg.) (2007): In Bewegung bleiben. 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben. Berlin: Querverlag.
  • Rauchut, Franziska (2006): Wie queer ist queer? Folgen der Fixierung eines notwendig unbestimmten Begriffs. In: Müller, Sabine Lucia/Schülting, Sabine (Hrsg.): GeschlechterRevisionen. Zur Zukunft von Feminismus und Gender Studies in den Kultur- und Literaturwissenschaften. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag, S. 116-132.
  • Rauchut, Franziska/Thiedemann, Elviera (2002): Zur Rolle der Frau in der DDR. In: Bollinger, Stefan/Vilmar, Fritz (Hrsg.): Die DDR war anders. Eine kritische Würdigung ihrer wichtigen sozial-kulturellen Einrichtungen. Ergänzungsband. Freie Universität Berlin. S. 234-252.

Forschungsprojekte

  • „‘Zurück zur Familie, zurück zur Nation‘? – Wie (re-)agieren die deutschen Print- und Fernsehmedien auf/im Feld von interdependente(n) Identitätspolitiken im Zuge des Aufstiegs rechtspopulistischer Diskurse in der Bundesrepublik Deutschland von 2015-2018?“
    Das Forschungsprojekt begreift antiislamische, antisemitische, antifeministische, homophobe und weitere antidemokratische Artikulationen als widersprüchlich ineinander gefügte, genuine Bestandteile rechtspopulistischer Programmatik und Ideologie und analysiert darauf aufbauend folgende Fragen: Wie gehen deutsche Print- und Fernsehmedien mit diesen antidemokratischen Herausforderungen um? Durchschauen sie z.B. die rechtspopulistische Begründung konservativer Geschlechter- und Familienordnungen? Thematisieren sie die intersektionalen Diskriminierungsmuster des Rechtspopulismus als Othering? Problematisieren sie die Verschränkungen von antidemokratischen Artikulationen? Wo geben sie rechtspopulistischen/-extremen und antifeministischen/antisemitischen/antiislamischen/homophoben Diskursen ein Forum, wo verweigern sie die Medienrepräsentanz? Wie greifen sie in den Kampf um ‚kulturelle Hegemonie‘ ein? Anhand einer grounded-theory-basierten Medienanalyse werden sowohl reichweitenstarke Print- als auch TV-Medien (z.B. Spiegel/Magdeburger Volksstimme und ZDF/MDR) für den nationalen (Bundesrepublik Deutschland) und regionalen (Sachsen-Anhalt) Kontext untersucht. Als Ergebnis und praktische Handreichung soll ein Leitfaden entstehen, welcher Hinweise für angehende Journalist_innen zur Sensibilisierung im Umgang mit Diskriminierungspotentialen interdependenter Identitätspolitiken liefern wird.
  • „‘Keine Angst vorm bösen Gender‘ ‒ Interventionen in die Antifeminismus-Debatte im deutschen Print- und Fernsehjournalismus“
    Seit 2005 verdichtet sich ein antifeministischer Diskurs in mediatisierten Öffentlichkeiten, der als „journalistische Gender-Gegnerschaft“ (Frey et al. 2014: 17) gilt. Paradigmatisch sind Beiträge der FAZ zu Gender als „politischer Geschlechtsumwandlung“ (Zastrow 2006). 2015 erregte die WDR-Sendung „hart, aber fair“ mit „Nieder mit den Ampelmännchen" mediales Aufsehen über die akademische Gender-Community hinaus. Zwischen beiden Veröffentlichungen ereignen sich massive Angriffe auf Gender-Forscher_innen und Inhalte der Frauen- und Geschlechterforschung sowie deren Institutionalisierung. Gegen die Antifeminismus-Bestrebungen entfaltet(e) sich ein Spektrum an queer-/feministischen Interventionen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Medien. Diese wollen in gesellschaftliche Veränderungsprozesse eingreifen und verstehen sich als „Gegenöffentlichkeiten“. Das Forschungsprojekt unternimmt eine grounded-theory basierte Analyse ihrer Intentionen und Argumentationsmuster und erarbeitet einen Leitfaden zur Sensibilisierung für (anti-)feministische Berichterstattung in den Medien.

Mitgliedschaften/Stipendien

Mitglied Fachgesellschaften:

  • Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK)
  • Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW)
  • European Communication Research and Education Association (ECREA)
  • Fachgesellschaft Geschlechterstudien / Gender Studies Association

Stipendien:

  • Promotionsstipendium der Rosa Luxemburg Stiftung

Kontakt

Projekt: Medien-Demokratie-Partizipation

Franziska Rauchut

Tel.: (0391) 886 42 75
Fax: (0391) 886 42 93
E-Mail: franziska.rauchut@h2.de

Besucheradresse: Haus 1, Raum 2.08
Sprechzeiten nach Vereinbarung

weitere Informationen

Hintergrund Bild