Internationalisierungsstrategie 2016-2020 der Hochschule Magdeburg-Stendal

Die wachsende Globalisierung, die gestiegene Zahl von Migrantinnen und Migranten und der demografische Wandel stellen die Hochschulen in Deutschland vor neue Herausforderungen. Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und begegnet diesen Herausforderungen aktiv mit einer neuen Internationalisierungsstrategie für die Jahre 2016 bis 2020.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal versteht Internationalisierung als einen integrativen und institutionellen Prozess, der als Querschnittsaufgabe alle Bereiche und Mitglieder der Hochschule involviert und Aufgeschlossenheit und Beteiligung von allen erfordert. Grenzüberschreitendes wissenschaftliches Handeln unterstützt den Wissenserwerb aller Hochschulmitglieder. Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende generieren und erproben gemeinsam mit Partnern aus anderen Nationen und Kulturen neue Denk- und Handlungsweisen, sie entwickeln und vertiefen ihre internationalen und interkulturellen Kompetenzen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 setzt sich die Hochschule Magdeburg-Stendal für eine Internationalisierung ein, die ihre regionale Identität und Verankerung nachhaltig ergänzt. So ist sie in einem Kreis von über 100 deutschsprachigen Hochschul- und Universitätspartnern die leitende Hochschule in der German Jordanian University (GJU), einer transnationalen Bildungskooperation auf Bundesebene. In enger Kooperation mit dem DAAD und dem BMBF forciert die Hochschule zukünftig durch intensive Unterstützung die GJU-Partnerschaft. Weitere strategische Partnerländer sind China, mit dem die Hochschule eine große Anzahl an intensiven Kooperationen in verschiedenen Disziplinen unterhält, und Spanien. Hier ist insbesondere der gemeinsame englischsprachige Masterstudiengang „Water Engineering“ (Joint Degree) mit der Universität in La Coruña zu nennen. In der Weiterentwicklung von einer aktiven1 zu einer strategischen2 Partnerschaft befindet sich aktuell die Kooperation mit der Universidad de Holguin in Kuba, was sich im Aufbau eines Kompetenzzentrums vor Ort manifestiert.

Internationale Aktivitäten finden auch in Magdeburg und Stendal selbst statt. Für die exzellente Betreuung von ausländischen Studierenden erhielt die Hochschule 2012 den Preis des Auswärtigen Amtes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). 2015 wurde sie für ihre bundesweite Vorreiterrolle und ihr großes Engagement in der akademischen Flüchtlingsintegration mit dem Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Auch die Europäische Kommission hat die Initiative der Hochschule Magdeburg-Stendal zur „Integration von politischen Flüchtlingen mit akademischen Hintergründen bzw. Ambitionen“ als „inspiring practice“ gewürdigt3.

In ihrem Leitbild beschreibt sich die Hochschule Magdeburg-Stendal als lebendige, sich stetig entwickelnde Qualitätshochschule. Zur Wahrung und Weiterentwicklung der Qualität von Lehre, Studium und Forschung auch im und durch den Internationalisierungsprozess erarbeitete die Hochschule diese neue Internationalisierungsstrategie 2016-2020. Sie baut auf den Empfehlungen des HRK-Audits zur „Internationalisierung der Hochschulen“, dem ECHE Codec4 in der Erasmus Charta und dem Hochschulentwicklungsplan 2015-2024 auf und wird von vier zentralen Motiven geleitet.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal möchte

  • ihre Studierenden und ihren wissenschaftlichen Nachwuchs interkulturell kompetent und international wettbewerbsfähig qualifizieren,
  • qualifizierte internationale Voll- und Austauschstudierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie nichtwissenschaftliches Personal gewinnen und dauerhaft an der Hochschule und in der Region halten,
  • sich als attraktive Lehr-, Lern- und Forschungsstätte im internationalen Hochschulraum etablieren und vernetzen sowie sich in diesem zugunsten einer internationalen Wissensgesellschaft und einer interkulturellen Sozialgemeinschaft engagieren,
  • sich für eine umfassende gesellschaftliche Willkommenskultur, die Förderung von Vielfalt und ein entschiedenes Engagement gegen jede Art von Diskriminierung und Rassismus einsetzen und dafür Internationalität und Internationalisierung in der Hochschulkultur und auch strukturell in allen Bereichen der Hochschule verankern.

Kernziele

Ausgehend von diesen Motiven hat sich die Hochschule in ihrer Internationalisierungsstrategie vier Kernziele für die Jahre 2016-2020 gesetzt.


Ziel l    – Steigerung der internationalen Mobilität von Hochschulmitgliedern
Die Hochschule will mehr Studierende sowie wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal ins Ausland entsenden. Um die Voraussetzungen für qualifizierte und erfolgreiche Auslandsaufenthalte zu schaffen, will die Hochschule die Sprach- und Weiterbildungsangebote sowie die curricularen und außercurricularen Angebote der „Internationalisierung zu Hause“ ausbauen.

Ziel ll    – Erhöhung der Anzahl der internationalen Voll- und Austauschstudierenden an der Hochschule (Incomings)
Die Hochschule will mehr internationale Voll- und Austauschstudierende für ein qualifiziertes Studium bzw. einen qualifizierten Studienaufenthalt gewinnen. Sie strebt an, den Anteil der Austausch- und Vollstudierenden auf 10 % der Gesamtzahl aller Studierenden der Hochschule zu steigern.

Ziel lll    – Steigerung der Anzahl der Hochschulmitglieder mit internationalem Hintergrund und internationalen Erfahrungen sowie der internationalen Gäste an der Hochschule (wiss. und nichtwiss. Personal)
Die Hochschule will mehr Hochschulmitglieder mit internationalem Hintergrund und internationalen Erfahrungen sowie internationale Gäste für Lehr-, Forschungs- und Arbeitsaufenthalte gewinnen und dafür ihre Bemühungen um entsprechende Förderungen und Angebote intensivieren. Sie fordert und fördert eine weltoffene Aufnahme von internationalen Hochschulmitgliedern und Gästen und sorgt für deren persönliche Betreuung, Begleitung und Integration in Magdeburg und Stendal.

Ziel lV    – Auf- und Ausbau von aktiven und strategischen Partnerschaften
Die Hochschule strebt an, ihre internationalen Kooperationen zu intensivieren und zu systematisieren. Der Fokus soll dabei auf nachhaltigen und interdisziplinären internationalen Projekten sowie dem Auf- und Ausbau von aktiven und strategischen Partnerschaften liegen.

Den vier genannten Kernzielen sind zum Teil untergeordnete Ziele zugewiesen. Diese und die zugehörigen Maßnahmen, die mittelfristig (bis Ende 2018) und langfristig (bis Ende 2020) zur Erreichung der Ziele umgesetzt werden sollen, sind in einem gesonderten Maßnahmenkatalog aufgeführt, der Bestandteil dieser Internationalisierungsstrategie ist.

Diese Internationalisierungsstrategie einschließlich des zugehörigen Maßnahmenkatalogs wurde auf Vorschlag des Rektorats am 13.07.2016 vom akademischen Senat der Hochschule Magdeburg-Stendal beschlossen.


Fußnoten:

1) Die Hochschule definiert eine „aktive Partnerschaft“ als eine Partnerschaft, bei der mindestens je eine Mobilität/ein Austausch pro Jahr in den letzten drei aufeinanderfolgenden Jahren zwischen den betreffenden Einrichtungen nachgewiesen werden kann. Aktive Partnerschaften sind oft personengebunden und lediglich in einem Fachbereich angesiedelt.

2) Die Hochschule definiert eine „strategische Partnerschaft“ als eine Partnerschaft, die sich über einen oder mehrere Fachbereiche erstreckt und/oder verschiedene Ebenen und Aktionsfelder der Kooperation umfasst. Eine strategische Partnerschaft verfolgt übergreifende Ziele:

  • die Herstellung von Synergien durch den interdisziplinären fachlichen Austausch zwischen den Partnern,
  • die Verstärkung von Synergien durch die Interdisziplinarität innerhalb der Hochschule selbst,
  • den Einfluss auf die Qualitätsverbesserung in Forschung und Lehre.


3) Europäische Kommission (Hrsg.) (2015): Homepage der Europäischen Kommission: Recognition of skills, access to higher education and the integration of researchers von europa.eu (o.O.)  http://ec.europa.eu/education/policy/higher-education/doc/inspiring-practices-refugees-skills-recognition_en.pdf

4) Hochschule Magdeburg-Stendal (Hrsg.) (2013): ECHE der Hochschule Magdeburg-Stendal https://www.hs-magdeburg.de/fileadmin/user_upload/Einrichtungen/International/Dateien_Outgoing/Erasmus/ERASMUS_CAHRTA_2014-2020.jpg

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weitere Ansprechpersonen

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Die Kommission für Internationale Angelegenheiten (KIA) tagt einmal im Monat zu Internationalisierungsthemen der Hochschule und spricht Empfehlungen an die Hochschulleitung, die Fachbereiche und den Senat aus.

aktuelle Informationen aus der KIA

Internationalisierungsstrategie 2016-2020 der Hochschule Magdeburg-Stendal

Für "externe" Nutzer

(Download der Internationalisierungsstrategie 2016-2020 als PDF-Datei)

Internationalisierungsstrategie 2016-2020


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