Hannah Hettesheimer: Masterarbeit an der San Diego State University/ Regional Water Quality Control Board (USA)

Schon zu Beginn des Masterstudiums spielte ich mit dem Gedanken meine Masterarbeit im Ausland zu schreiben.  Daher bemühte ich mich recht früh um Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten (Stipendien) sowie Projekten, die für meine Abschlussarbeit in Frage kämen. Dank der großartigen Mithilfe von Herrn Professor Volker Lüderitz war ich schnell dazu in der Lage per Email Kontakt zur San Diego State University als späterer Sponsor für mein Visum und dem Regional Water Quality Control Board als Arbeit/- Projektgeber in San Diego Kalifornien aufzunehmen. Schon bald ergab sich durch den überaus freundlichen Emailverkehr mit meiner späteren Betreuerin ein reizvolles Thema im Bereich der Fließgewässerrenaturierung. Meine Masterarbeit sollte sich auf die Evaluation eines der größten Renaturierungsprojekte Südkaliforniens, dem Forester Creek Improvement Project, konzentrieren. Mit der erfolgreichen Bewerbung um das PROMOS-Stipendium war dann auch der finanzielle Weg für meinen dreimonatigen Aufenthalt in San Diego geebnet. Nicht sonderlich schwierig aber langwierig und teuer gestaltete sich dann noch die Beschaffung des J1-Visums (inklusive Besuch des US-Konsulats in Berlin), welches man für einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum in den USA benötigt.

Über die Website Airbnb.com fand ich schließlich eine Unterkunft in einem Zimmer eines Einfamilienhauses in „4S-Ranch“ - 17 Meilen nördlich von San Diego Downtown. Die Familie vermietet zwei Zimmer ihres großen Hauses als Ferienwohnung und gab mir aufgrund meines längeren Aufenthaltes einen Discount. Allerdings sind die Preise in San Diego dennoch enorm hoch. Allein eine sogenannte „shared acommodation“ mit zum Teil 8-Bett Zimmern kostet dort, was hier eine kleine Wohnung kostet. So zahlte ich monatlich 700 $ für mein Zimmer mit eigenem kleinen Bad, allerdings hatte ich damit den reinsten Luxus. Das Zimmer an sich war recht klein, ich war aber jederzeit herzlich willkommen das gesamte Haus mitzunutzen. Die Gegend gehört in San Diego zu den sehr hübschen, neuen und etwas noblen Gegenden. Ich hatte es also gut getroffen.  Man sollte also definitiv wissen, dass San Diego teuer ist und man mit Mieten von 600$ aufwärts rechnen muss- es sei denn man verfügt über private Kontakte und alternative Möglichkeiten.

Am 3.09.2012 war es dann soweit - mein Flieger mit British Airways hob in Frankfurt am Main ab. Mit Zwischenlandung in London Heathrow landete ich ca. 12 Stunden später im warmen San Diego. Eine ferne Bekannte meines Vaters, die ich selbst noch nie getroffen hatte, holte mich wie selbstverständlich am Flughafen ab und brachte mich zu meiner Unterkunft. Der erste Eindruck gab den Klischees über die USA recht. Redselige, aufgeschlossene, herzliche Menschen, große, sechsspurige Straßen, teure, riesige Autos, Palmen, strahlende Webetafeln.. eben all das was man erwartet.

Angekommen an meiner Unterkunft für die nächsten 3 Monate wurde ich ebenfalls wärmstens empfangen. Dass meine Gastfamilie inkl. sechsjähriger Tochter und Yorkshire Terrier Cocoa jedoch keine Amerikaner sondern Südafrikaner waren, merkte man schnell- sowohl am Akzent als auch am etwas ruhigeren Gemüt. Ich hätte es gar nicht besser treffen können, die Familie ist mir während meiner Zeit sehr ans Herz gewachsen und beim Abschied flossen einige Tränen.

Gleich am ersten Tag meines Aufenthaltes mietete ich mir einen Mitsubishi Lancer für den gesamten Aufenthalt. Mit 400 $ im Monat war auch dies kein Schnäppchen, aber in Anbetracht der recht schlechten öffentlichen Verkehrsmittel in San Diego dringend notwendig.

Der erste Eindruck der kontaktfreundlichen Menschen in den USA wurde mit meinem ersten Arbeitstag im Regional Water Quality Control Board fortgesetzt. Ich wurde durch meinen Betreuer empfangen, der mir das gesamte Großraumbüro und fast alle Mitarbeiter vorstellte. Meinen Arbeitsplatz fand ich in einem GIS Raum mit Computer und eigenem Telefon. Die Recherche zum Projekt konnte also sofort beginnen. Auch die Feldarbeiten später verliefen erfolgreich und ich wurde jederzeit tatkräftig unterstützt und konnte mich bei Fragen immer an meinen Betreuer wenden. Auch die Arbeitszeiten waren flexibel- so war ich an einigen Tagen dazu in der Lage von zu Hause aus zu arbeiten, um mir den Anfahrtsweg mit zeitweise starker Staugefahr zu sparen.

Die Verständigung auf Englisch lief von Anfang an gut. Natürlich musste ich mit der Zeit weniger lange nachdenken um die richtigen Worte zu finden und auch das Verstehen wurde durch die steigende Gewöhnung an den Akzent meiner Gastfamilie immer besser. Vor allem das kleine Mädchen nahm kein Blatt vor den Mund, sollte ich doch mal Fehler machen und verbesserte mich sofort.

Meine Freizeit in San Diego verbrachte ich an den Wochenenden mit Kurztrips zum Tauchen nach Catalina Island, mit wunderschönen Hikingtouren auf den umgebenden Gebirgszügen und mit täglichen Workouts (WODs) um 6 Uhr morgens beim CrossFit.

Crossfit ist eine typisch amerikanische Sportart, womit ich bereits in Deutschland begonnen hatte. CrossFit war neben meiner Begeisterung für den Sport auch eine tolle Möglichkeit viele liebe Menschen und Freunde kennen zu lernen, zu denen ich auch heute noch Kontakt habe

Eine Woche verbrachte ich zudem mit Herrn Lüderitz, der mich besuchen kam, in der Sierra Nevada- ein Muss für Jeden, der nach Kalifornien reisen möchte. Die Landschaft, die ich dort zu Gesicht bekommen habe, gehört mit Sicherheit zu den schönsten der Welt.

Auch Los Angeles habe ich mir angesehen und einen Tag Tourist in Hollywood gespielt. Immer wieder gerne bin ich sonntags auf den wunderschönen, alternativen Farmers Market in Hill Crest San Diego gegangen oder habe den Tag am Strand verbracht. Halloween und Thanksgiving konnte ich typisch amerikanisch mit meiner Gastfamilie und deren Freunden verbringen- inklusive „Trick or Treating“  und Gruselverkleidung an Halloween  sowie einem riesigen „Turkey“ und „Pumpkin Pie“ an Thanksgiving.

Meine Zeit in San Diego gehört zu den eindrucksvollsten und schönsten meines Lebens. Die Arbeit dort hat mich fachlich gefordert und meinen Horizont wissenschaftlich und auch sprachlich deutlich erweitert. Ich habe die USA wirklich als Land aller Möglichkeiten und vieler Gegensätze wahrgenommen.  Schon nach der recht kurzen Zeit von 3 Monaten habe ich mich in San Diego zunehmend zu Hause gefühlt. Das ist nicht zuletzt auch einer der Gründe, weshalb ich im kommenden Herbst in San Diego meine Doktorarbeit beginnen werde. Ich habe also den Menschen, dem Land und dem Meer nicht „Lebewohl“, sondern „Auf Wiedersehen“ gesagt.

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