Laura Mader: Studienaufenthalt an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Schweiz)

 

Vorbereitung

Über die Webseite der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) konnte ich mich gut vorbereiten. Die Webseite war sehr übersichtlich und ausführlich, so konnte ich mir eine detaillierte Beschreibung jedes Moduls mit seinen einzelnen Kursen herunterladen. Anhand dieser Beschreibung war es dann einfach sich das Learning Agreement zusammenzustellen. Außerdem habe ich mich vor dem Aufenthalt mit einer Studierenden getroffen, die auch in Zürich war, das empfand ich als sehr hilfreich!

Die Bewerbung war absolut problemlos. Obwohl die Bewerbungsfristen schon abgelaufen waren wurde meine Bewerbung noch berücksichtigt. Sowohl in Deutschland also auch in der Schweiz war die Unterstützung durch das International Office sehr gut. Anliegen wurden sofort bearbeitet und ich bekam sehr viel Unterstützung.

Eine Unterkunft in der Schweiz, ganz besonders aber in Zürich, ist sehr teuer. In Zürich muss man mit 600-900 Franken für ein WG-Zimmer rechnen. Es empfiehlt sich also vor dem Aufenthalt genau zu kalkulieren was finanziell machbar ist und was nicht. Ich habe auch in Krankenhäusern nachgefragt. Hier werden teilweise möblierte Wohnheimzimmer vermietet (500-600 Franken). Die meisten Studierenden wohnen außerhalb von Zürich, was sehr viel günstiger ist, zu bedenken ist aber, dass dann auch die Fahrtkosten steigen.

Die Gasthochschule

Mein erster Eindruck der ZHAW war durchweg positiv. Ich wurde am ersten Tag begrüßt und es wurden alle offenen Fragen mit mir geklärt. Ich bekam eine Kommilitonin zur Seite gestellt die schon im Voraus per E-Mail mit mir Kontakt aufgenommen hatte und mir in allen möglichen Fragen weiterhelfen konnte.

Die Dozenten waren über meinen Aufenthalt informiert und es wurde in den ersten Tagen abgesprochen, dass ich in den Klausuren nur den Teil bearbeiten musste, zu dem ich auch tatsächlich die Vorlesung besucht hatte.

Das Lehrangebot war insofern beschränkt als das, wie bei uns auch, der Studiengang nur einmal jährlich angeboten wird. Somit gab es während meines Austauschsemesters nur Veranstaltungen für das 1., 3. und 5. Semester im Angebot. Um einen der Heimathochschule vergleichbaren Stundenplan zu erstellen wäre es teilweise gut gewesen auch Veranstaltungen aus dem 2. und 4. Semester besuchen zu können. Ich war in meiner Kurswahl dennoch recht flexibel und konnte verschiedene spannende Veranstaltungen besuchen! Die Kurse waren auch eine gute Ergänzung zu den Veranstaltungen, die ich vorher in Stendal besucht hatte. Natürlich ist es teilweise schwierig in Kurse einzusteigen in denen an der Gasthochschule schon ein Vorwissen besteht, welches man selber noch nicht hat. Das erfordert einiges von einem, hat mich aber auch weiter gebracht.

Obwohl ich im deutschsprachigen Raum der Schweiz war, war es mit der Sprache nicht immer ganz einfach. Der Dialekt kann manchmal sehr extrem und schwer verständlich sein. Das bezieht sich allerdings auf die Freizeit, in der Vorlesung besteht Hochdeutschpflicht und somit gab es hier kein Problem.

Die Hochschule liegt mitten in Zürich und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf mehreren Wegen optimal erreichbar. Die Hochschule bzw. das Departement Psychologie ist sehr klein. Die Räume haben in etwa die Größe von Klassenzimmern und sind daher etwas beengt, dafür herrscht jedoch ein guter Gruppenzusammenhalt. Es gibt nur vier PCs zur Verfügung. Trotzdem ist alles da was man braucht: Drucker, Kopierer etc. Die Bibliothek ist ebenso gut ausgestattet.

Zu anderen ausländischen Studierenden hatte ich keinen Kontakt, da ich zur Zeit  meines Auslandssemesters die einzige Austauschstudentin an der Hochschule war. Die einheimischen Studierenden hatten mich sehr herzlich aufgenommen und es bestand ein guter Kontakt auch außerhalb des Studiums. Sie waren von Beginn an sehr offen und freundlich. Ich wurde gleich auf Partys eingeladen und unternahm auch sonst einiges mit den Kommilitonen.

Die Stadt

Zürich ist eine sehr vielseitige Stadt mit einem großen und sehr guten kulturellen Angebot, was auch bezahlbar ist wenn man einige Sachen beachtet. Das Kusthaus hat z.B. jeden Mittwoch freien Eintritt und ist sehr lohnenswert. Das Theater kann man für nur 20 Franken  besuchen, wenn es kurz vor Vorstellung noch Karten gibt. Dazu muss man aber auch etwas Glück haben, am Wochenende ist dies eher schwierig. Im Sommer, den ich noch kurz erlebt habe, ist der See natürlich genial. Es gibt außerdem sehr viele wunderschöne Strandbäder. Auch ein Ausflug in die Berge ist sehr empfehlenswert. Allerdings ist Reisen und Ausgehen enorm teuer.

Fazit

Ich wurde seitens der Hochschule und von den Kommilitonen sehr gut aufgenommen und fühlte mich wohl. Allerdings ist alles sehr teuer. Die Unterstützung durch das Erasmus-Stipendium ist da zwar eine Hilfe, reicht aber bei weitem nicht aus. Einen Nebenjob kann man leider nicht annehmen, da die Aufenthaltsbewilligung für Austauschstudenten in der Schweiz nicht zum Arbeiten berechtigt. Also sollte man am besten schon vorher schon kräftig sparen. Nach allen meinen Erfahrungen kann ich es jedoch nur weiterempfehlen, ein Auslandssemester an der ZHAW zu absolvieren!

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