Robert Bornemann: Studienaufenthalt an der University of Adelaide (South Australia)

Vorbereitung und Betreuung durch die Gasthochschule

Die allgemeine Betreuung an der University of Adelaide war von Beginn bis zum Ende hin hervorragend. Es stehen innerhalb des Campus verschiedenste Betreuungsangebote zur Verfügung, die von allen Studenten kostenfrei in Anspruch genommen werden können. Gerade für internationale Studenten existiert eine breite Palette an Orientierungshilfen, die zu Beginn des Auslandssemesters sehr intensiv durch ausreichend Personal angeboten werden. Das International Office war dabei oft der erste Anlaufpunkt bei Fragen jeglicher Art, da es nicht nur geografisch innerhalb des Campus zentral liegt, sondern auch mit allen Universitätsinstitution sehr gut vernetzt ist. Probleme jeglicher Art können dadurch zeitnah gelöst werden. Es existieren neben dem International Office weitere Einrichtungen, die Studenten hinsichtlich der Unterbringung, der Finanzierung, bei gesundheitlichen Problemen, bei Sportangeboten und unzähligen weiteren Themen beraten aber auch konkrete Hilfen anbieten können. Neben allgemeinen Angeboten zur Orientierung wurden speziell für internationalen Studenten eine Reihe von Kennlernveranstaltungen sowie verschiedene Ausflüge angeboten, um die Stadt als auch die Region kennenzulernen und natürlich erste Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus organisierten die verschiedenen Fakultäten sowie das International Office eine breite Vielfalt an Workshops zu Themen wie beispielweise „Aussie Culture“, „Job hunting“, „Writing Essays“ und vieles weitere mehr.

Es handelt sich bei der University of Adelaide jedoch nicht um eine Partnerhochschule. Ich hatte das große Glück aufgrund meiner Leistungen im Bachelor-Studium neben dem PROMOS-Stipendium das einzige International Adelaide Study Abroad Stipendium für ganz Europa zu bekommen. Die Freude darüber war riesig, da sich die Studiengebühren ansonsten auf 12.000 AUS $ belaufen.

Versichert sind internationale Studenten über die sogenannte OCS Healthcover. Hierfür wird eine einmalige Gebühr von 200 AUS $ erhoben, die dazu befähigt bei gesundheitlichen Beschwerden jeglicher Art im Rahmen des University Health Medical Centre ärztliche Behandlung ohne weitere Unkosten in Anspruch zu nehmen. Bei Arztbesuchen außerhalb der Universität ist demgegenüber mit weiteren Kosten zu rechnen. Diese werden jedoch bei Vorlage der entsprechenden Arztrechnung am Campus rückerstattet. Das wichtigste Dokument, das man vor dem Abflug benötigt ist neben dem Visum das sogenannte CoE (overseas students confirmation-of-enrolment). Dieses Dokument muss beim Department of Education, Employment and Workplace Relations angefordert werden.

Die Universität

Die Ausstattung der Universität ist auf dem neuesten Stand. Es übertrifft alle Erwartungen, die man als Student hinsichtlich technischer sowie akademischer Ansprüche haben kann. Im sogenannten „Central Hub“, einem studentischen Freiraum der sich über drei Ebenen erstreckt, kann man neben einer Küche beispielsweise auf mehr als 200 Computer und iMacs zugreifen. Darüber hinaus sind innerhalb des „Central Hub“ Projekträume integriert, die angemietet und für eine Vielzahl studentischer Aktivitäten genutzt werden können. Weitere Möglichkeiten zur Nutzung von IT Diensten sowie Wlan sind in allen Universitätsgebäuden verfügbar.

 Studium an der Gasthochschule

Die Einschreibung in die entsprechenden, von mir gewählten Kurse, verlief weitgehend problemlos. Demgegenüber gestaltete sich die Verhandlung mit der Hochschule Magdeburg- Stendal und der University of Adelaide hinsichtlich der Anerkennung diese Kurse schwierig bzw. war mit einigem Aufwand verbunden. Schließlich fand sich jedoch für jedes Fach ein angemessenes Äquivalent.

Die University of Adelaide verfügt über eine Fülle an Kursen aller nur erdenklichen Fachrichtungen und ist derzeit in den World Top 100 der besten Universitäten gelistet. Folgende 4 Kurse habe ich während meiner Zeit in Adelaide belegt (es handelt sich bei 4 Kursen um den Standardworkload für ein Semester):

  • Culture and Society: Foundations of Anthropology: Es handelt sich dabei um eine Art Grundkurs im Fach Anthropologie zum Thema Kultur und Gesellschaft.
  • Foundations Health and Lifespan Development: Dieser Kurs befasste sich mit gesundheitspsychologischen Fragestellungen und entwicklungspsychologischen Themen.
  • Doing Research in Psychology Advanced: In diesem Kurs wurden ausschließlich Forschungsmethoden und Statistik behandelt.
  • Philosophy of Mind: Dieses Fach diente der Auseinandersetzung mit verschiedenen philosophischen Fragstellungen, Ansichten und Haltungen gegenüber dem Phänomen des menschlichen Geistes.

Alle oben genannten Kurse haben gemeinsam, dass sie mit einem unglaublichen Arbeitsaufwand verbunden sind. Die Studenten müssen jede Woche Readings, Assignments, Essays, Exams, Presentations vorbereiten bzw. halten. Mit einem Workload von täglich ca. 12 Stunden war ich, nicht nur im Nachhinein betrachtet, an der Grenze meiner Leistungsfähigkeit angelangt. Aufgrund der zusätzlichen Belastung durch Leistungsnachweise, die ich laut „Learning Agreement“ für das Studium in Deutschland parallel erbringen musste, stellten sich bis zum Midsemester Break gesundheitliche Probleme ein, die ich glücklicherweise durch etwas Urlaub überwinden konnte. Bei derartigen universitären Anforderungen kann ich nachfolgenden Studenten nur raten einen angemessenen Ausgleich neben dem Studium zu suchen, beispielsweise durch genügend Sport.

Hinsichtlich der fachlichen Betreuung wird vorausgesetzt, dass die Studenten sich bei etwaigen Problemen oder Terminwünschen persönlich an den jeweiligen Professor bzw. Dozenten wenden. Die dafür notwenigen Email Adressen, Telefon- sowie Raumnummern kann man ohne große Umstände über die Webseite der Universität in Erfahrung bringen. Darüber hinaus existieren für alle Kurse sogenannte „Course Outlines“ in denen alle nötigen Informationen für die Studenten bereit gestellt werden. Die eigentliche Betreuung der Studierenden durch die Lehrkräfte findet jedoch über das Internet statt. Die University of Adelaide betreibt dafür eigens einen Server unter dem Namen „Unified“. Dieses System dient der allgemeinen Verwaltung aller Kurse/ Fächer sowie Emails, Kalender, Stundenpläne, Raumbuchung und vieles weitere mehr. Unter „MyUni“ befindet sich eine Option, die zur Organisation der Fächer / Kurse dient. Jeder Kurs verfügt über ein sogenanntes „Blackboard Learn“ in denen alle relevanten Informationen zu dem jeweiligen Kurs veröffentlicht werden. Darüber hinaus hat man hier Zugriff auf Kontaktformulare, Termine, Dokumente (PowerPoint Präsentationen und Readings) und vieles weitere mehr. Unter der Option „Blackboard Learn“ befindet sich auch das sogenannte „Discussion Board“. Hier findet der eigentliche Austausch zwischen Studierenden und den Lehrkräften in Form eines Forums statt. Das Prinzip ist simpel und wird von den Studierenden, gerade hinsichtlich der verschiedenen Leistungsnachweise intensiv genutzt. Neben dieser onlinebasierten Betreuung besteht auch die Möglichkeit direkte Termine mit Lehrkräften zu vereinbaren. Die Kommunikation war dabei stets problemlos.

Durch die Vielzahl der verschiedenen Studentenclubs, dem Fitnessstudio, Pubcrawls und anderen Aktivitäten lernt man sehr schnell internationale aber auch australische Studenten kennen. Die große Mehrheit der Studenten ist offen, hilfsbereit und sehr interessiert daran möglichst viele Studenten in allgemein universitäre aber auch außeruniversitäre Aktivitäten einzuspannen. Dementsprechend ist der Aufbau von Kontakten sehr einfach.

Wenn man mit der Intention, seine Sprachkenntnisse zu verbessern, ins englischsprachige Ausland geht, sollte man versuchen sich eine Unterbringung zu suchen in der möglichst nur englischsprachige Kommilitonen wohnen. Die Mehrzahl der Studenten, welche ein Auslandsemester absolviert haben werden bestätigen, dass dieser Umstand für das Lernen der Sprache einfach besser ist.

 Unterbringung

Die Unterbringung in Australien ist eine kostspielige Angelegenheit. Internationale Studenten können nach der Ankunft in Adelaide einen speziellen Service der Universität in Anspruch nehmen, der die Unterbringung für die ersten zwei Wochen sicherstellt. Es handelt sich dabei um eine Art Hostel in einem Seitenflügel des Royal Adelaide Hospital. Während dieser Zeit sind die internationalen Studenten dazu aufgefordert sich eine dauerhafte Unterkunft für die Zeit des Aufenthaltes zu organisieren. Trotz der Unterstützung durch das „Accomodation Office“ gestaltete sich die Suche zunächst schwierig, da sich gerade europäische Austauschstudenten zu Beginn erst einmal einen allgemeinen Überblick über Preise und Unterbringungsformen verschaffen müssen. Ferner fanden parallel viele Informationsveranstaltungen statt, an denen eine Teilnahme dringend empfohlen wurde. Dass pro Semester mehrere hundert internationale Studenten an der Universität ein Auslandsstudium absolvieren, wirkt sich dabei direkt auf die Wohnungssuche aus. Ist man jedoch erfolgreich bzw. findet eine ansprechende Unterkunft, so empfiehlt die Universität in jedem Fall mit dem entsprechenden Mietvertrag in das „Accomodation Office“ zu kommen. Eventuelle Unklarheiten und dergleichen mehr können dadurch vermieden werden. In meinem Fall hatte die universitär organisierte Unterbringung den Vorteil, dass ich auf diese Weise Mitstudenten kennenlernen konnte mit denen ich später ein Haus privat angemietet habe. Diese Art der Unterbringung möchte ich an dieser Stelle eventuell nachfolgenden Studenten dringend empfehlen. Die wöchentliche Miete von 130 AUS $ (in meinem Fall) ist im Vergleich zu anderen Formen der Unterbringung (speziell in Studentenwohnheimen) extrem „preiswert“. Für ein Zimmer im Studentenwohnheim ist mit circa ab180 AUS $ pro Woche zu rechnen (tendenziell jedoch um die 200 AUS $).

Lebenshaltungskosten:

Australien ist, was die Lebenshaltungskosten betrifft, ein sehr teures Land. Wir sprechen hier über Kosten für Nahrungsmittel, Pflegeartikel und dergleichen mehr, die oftmals mehr als doppelt so teuer sind wie vergleichbare Produkte in Deutschland. Dies ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass der Euro gegenwärtig sehr schlecht steht. Für die Lebenshaltungskosten in Adelaide sollten nachfolgende Studenten (inkl. Miete) mindestens 1000 AUS $ monatlich einplanen. Im australischen Durchschnitt ist dies neben Melbourne oder Sydney sogar noch vergleichsweise preiswert. Es gibt jedoch auch verschiedene Wege Geld zu sparen, vor allem bei Lebensmitteln. Gerade bei frischen Waren sollte man statt zum Supermarkt eher zum Central Market in der Gouger St gehen (ein überdachter Marktkomplex im traditionellen Sinne), da diese bis zu 50 % preiswerter sind und man darüber hinaus handeln kann.

 Freizeit

Der Großraum Adelaide und Australien insgesamt bieten vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Die außerhalb der Stadt gelegenen Weinanbaugebiete und Berge, die Strände, die Sehenswürdigkeiten in- und außerhalb der Städte sind nur einige der vielen Dinge, die man sich ansehen kann. Auch das Reisen innerhalb Australiens, am besten per Auto, ist ein Abenteuer, das ich nur jedem nachfolgenden Studenten wärmstens empfehlen möchte. Nicht ohne Grund findet man in den Buchläden meterweise Literatur zu diesem Thema.

 Die Stadt

Adelaide ist eine Millionenstadt und dementsprechend gibt es ein reichhaltiges Angebot an Ausgehmöglichkeiten jeglicher Art. Darüber hinaus ist Adelaide ein Schmelztiegel ganz verschiedener Kulturen, die im täglichen Leben aufeinander treffen. Generell hat es den Anschein als wären die Australier im Allgemeinen sehr viel entspannter. Die Phrase „no worries“ ist Bestandteil fast jeder Konversation und steht sinnbildlich für diese ganz andere Einstellung zu den Dingen des täglichen Lebens.

Kontakt Magdeburg

André Nollmann

Leiter International Office
André Nollmann

Tel.: (0391) 886 44 40
Fax: (0391) 886 42 53
E-Mail: andre.nollmann@hs-magdeburg.de

Besucheradresse: Haus 4, Raum 1.02.3

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