Gebärdensprachdolmetschen

MD

Magdeburg

Studienabschluss
Bachelor of Arts

Studienart
grundständiges Bachelorstudium

Studienbeginn
Das Studium beginnt zum Wintersemester.
Bewerbungsschluss Wintersemester: 15.07.

Regelstudienzeit
Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester.

Zulassungsbeschränkung
zulassungsbeschränkt

Bemerkungen
Besondere Zulassungsvoraussetzung

Studienziele

Das Studium bereitet die Studierenden durch eine wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Ausbildung darauf vor, in einer Vielzahl von Alltagssituationen als sprachliche Mittler zwischen hörenden Menschen, die die gesprochene Sprache verwenden, und gehörlosen bzw. hörgeschädigten Menschen, die die Gebärdensprache bevorzugen, professionell tätig zu werden.

Akkreditierung

Dieser Studiengang ist akkreditiert. Die Akkreditierung wurde durchgeführt von der Akkreditierungsagentur im Bereich Gesundheit und Soziales e.V. (AHPGS).

„Auf den Campus komme ich jeden Tag sehr gerne.“

Lilia Nentwig ist 35 Jahre alt, kommt aus Frankfurt am Main und studiert Gebärdensprachdolmetschen an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Gedolmetscht wurde das Video von Student Justin Briese.

Studieninhalte

Bezugswissenschaften und allgemeine Kompetenzen
Das 1. Semester dient dazu, sich in unterschiedlichen Bezugswissenschaften zu orientieren. Zu diesem Zweck nehmen die Studierenden an den studiengangsübergreifenden Lehrveranstaltungen des Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesen teil. Dabei stehen die folgenden Bereiche zur Wahl: Recht, Verwaltungswissenschaften, Sozialpolitik, Psychologie, Soziologie und Pädagogik.
Außerdem vermittelt das zweisemestrige "Werkstatt"-Modul allgemeine Kompetenzen für Studium und Beruf.

Lebenssituation und Kultur Gehörloser
Neben der Vermittlung allgemeiner Kompetenzen dient das "Werkstatt"-Modul dazu, sich in der Lebenswelt gehörloser Menschen zu orientieren. Das Modul schließt ein vierwöchiges Praktikum in einer Einrichtung des Gehörlosenwesens in der vorlesungsfreien Zeit des 1. Semesters ein.
Fragen der "Gehörlosengemeinschaft und Gehörlosenkultur" werden im 3. Semester vertieft. Dieses Modul kann schon auf erworbene Sprachkenntnisse zurückgreifen und findet zum Teil in Gebärdensprache statt. Im 7. Semester besteht die Gelegenheit, sich mit aktuellen Herausforderungen im Gehörlosenwesen auseinanderzusetzen.

Sprachpraxis und Sprachbeschreibung
Erwerb und Ausbau von Gebärdensprachkenntnissen nehmen einen breiten Raum während des gesamten Studienverlaufs ein. In den ersten beiden Semestern geht es um die Aneignung von Grundlagen, im 3. Semester findet eine Vertiefung statt, im 4. und 5 geht es darum, Anwendungen von Gebärdensprache zu erproben und im 7. Semester ist der Gebärdensprachunterricht in die Vorbereitung auf die berufliche Praxis des Gebärdensprachdolmetschens eingebunden.
Andere visuelle Kommunikationsformen werden in den ersten beiden Semestern sowie im 5. Semester ("Transliteration") eingeführt.
Zum Dolmetschen müssen mindestens zwei Sprachen kompetent verfügbar sein. Daher geht es im Studium auch darum, sich der eigenen deutschen Muttersprache zu vergewissern und an der schriftlichen, vor allem aber mündlichen Ausdrucksfähigkeit zu arbeiten.
Die sprachpraktische Arbeit wird begleitet von der theoretischen Reflexion sprachlicher Gegebenheiten. Vermittelt werden Grundlagen der Sprachwissenschaft, daran anknüpfend geht es um den Erwerb von Begriffen und Methoden für die Beschreibung von Gebärdensprache.

Gebärdensprachdolmetschen
In einem zweisemestrigen Projekt-Modul des zweiten Studienjahres setzen sich die Studierenden mit unterschiedlichen Aspekten, die das "Gebärdensprachdolmetschen als Beruf" betreffen auseinander. Das Modul schließt ein sechswöchiges Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit des 3. Fachsemesters ein, das dazu dient, den beruflichen Alltag von Gebärdensprachdolmetschern kennenzulernen.
Der Erwerb von Dolmetschkompetenzen steht im Mittelpunkt des 4. und 5. Fachsemesters: Es geht um theoretische und praktische Grundlagen des Gebärdensprachdolmetschens, unterschiedliche Einsatzbereiche und Dolmetschübungen.
Das 6. Semester wird außerhalb der Hochschule als Praxissemester absolviert. Die Studierenden wenden das Gelernte unter Anleitung im sozialen Feld an und machen sich mit den Anforderungen realer Dolmetschsituationen vertraut. Im abschließenden 7. Semester behandeln die Studierenden in ihrer Bachelor-Arbeit nach Wahl ein Thema, das soziale, sprachliche, translatorische oder andere Aspekte des Gebärdensprachdolmetschens betrifft.
In Vorbereitung auf die bevorstehende eigene berufliche Tätigkeit vertiefen die Studierenden zum Abschluss unterschiedliche Aspekte des "professionellen Gebärdensprachdolmetschens".

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist der Nachweis über die Hochschulzugangsberechtigung in Form der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife (Abitur), der Fachhochschulreife oder vergleichbarer Abschlüsse.

weitere Informationen zum Hochschulzugang

Zusätzlich sind als studiengangsspezifische Voraussetzung Grundkenntnisse in der Deutschen Gebärdensprache im Umfang von 60 Unterrichtsstunden nachzuweisen. Entsprechende Belege über besuchte Gebärdensprachkurse oder andere geeignete Vorerfahrungen müssen der Bewerbung beigefügt werden.

Informationen zu DGS- Intensivkursangebote der Hochschule finden Sie hier.

Um den Beruf des Gebärdensprachdolmetschers ausüben zu können, sind gutes Hör- und Sehvermögen sowie eine gute Aussprache erforderlich. Sollten Einschränkungen in diesen Bereichen vorliegen, wird die Aufnahme des Studiums nicht empfohlen. In Zweifelsfällen setzen Sie sich bitte mit der Vertretung des Studienganges in Verbindung.

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt. Für die Studienplatzvergabe wird ein Zulassungsverfahren durchgeführt.

Für den Studiengang Gebärdensprachdolmetschen existieren gesonderte Regelungen zur Durchführung des Auswahlverfahrens.
Informationen finden Sie hier: Satzung zur Durchführung des Auswahlverfahrens 15/2007

Perspektiven

Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen sind als – häufig freiberuflich tätige – Sprachmittler zwischen hörenden und gehörlosen Menschen im Einsatz, vergleichbar mit Dolmetscher/innen für gesprochene Fremdsprachen. Berufsfelder sind überall dort zu finden, wo Hörende und Gehörlose zusammentreffen und sprachliche Vermittlung notwendig ist, z. B. im Arbeitsleben, in der Aus- und Weiterbildung, im Gesundheitswesen, bei Behörden, im Justizwesen, im Kulturbereich oder in den Medien.

Nach dem Erwerb des ersten akademischen Abschlusses haben die Absolventinnen und Absolventen verschiedene Optionen: Sie können entweder in den Beruf einsteigen, gleich weiterstudieren oder ein Master-Studium nach einer Berufsphase – berufsbegleitend oder im Direktstudium – beginnen. Ein guter Abschluss des Bachelor-Studiums ist Voraussetzung für die Zulassung zu einem Master-Studiengang. Ein Master-Abschluss berechtigt grundsätzlich zur Promotion.

Informieren Sie sich über unsere Master-Studiengänge!

Karrierewege von Absolventinnen und Absolventen

Stefanie Sens studierte Gebärdensprachdolmetschen an der Hochschule Magdeburg-Stendal und ist als freiberufliche Dolmetscherin für Gebärdensprache in Sachsen-Anhalt tätig. Gedolmetscht wurde das Interview von dem Studenten Vincent Schiprowski.

Bewerbung

Die Bewerbung erfolgt mit dem Antrag auf Zulassung.

Antrag auf Zulassung

Ansprechpartnerin

Monika Lehmann

Studienberaterin
Dr. Monika Lehmann

Tel.: (0391) 886 41 06
Fax: (0391) 886 46 18
E-Mail: studienberatung@hs-magdeburg.de
Besucheradresse: Campus Magdeburg,
Haus 2, Raum 0.07

zu den Sprechzeiten

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