Ringvorlesungen

Sie interessieren sich für Vorlesungsreihen, bei der sich verschiedene Dozenten, aus unterschiedlichen Fachgebieten einem bestimmten Thema widmen?

"Familiäre Gesundheitsförderung"

verantwortlich: Prof. Dr. Raimund Geene

Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Dienstags, 16.15 Uhr bis 17.45 Uhr

Zielpublikum
Studierenden, Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte und Interessierten sind herzlich willkommen. Die Veranstaltungsreihe ist als Fortbildung für Lehrer zertifiziert, sie ist öffentlich und kostenlos. Es ist keine Anmeldung notwendig.

Im Wintersemester 2017/18 wird die Ringvorlesung unter das Leitthema "Familiäre Gesundheitsförderung" gestellt.

Programmflyer

Programm

Block I: Einführung: Zur Lebenssituation in belasteten Familien ausKindsperspektive

1

10.10.

Einstiegsveranstaltung - Prüfungsleistung, Konzept, Fallbeispiel Jack Teil 1 - Erläuterung der Hintergründe: Alleinerziehende, suchtbelastete Familien
217.10Fallbeispiel Jack Teil2 - Familienunterstützung der Jugendhilfe im Rahmen von "Hilfe zur Erziehung"; besondere Problematik der Inobhutnahme
324.10

Lebenssituationen und Risiken mit Kindern und Jugendlichen mit psychisch kranken Eltern; Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe Mitschnitt
Folien
Literaturempfehlungen
Auszug

407.11.

Trennung und Scheidung von Eltern Mitschnitt

Folien

Block II: Fachliche Perspektiven und Hintergründe

514.11.

Familiäre Gesundheitsförderung - welche präventiven Potenziale bei Familien können aufgegriffen werden? Mitschnitt

Folien

621.11.Gesundheit von Alleinerziehenden und ihren Kindern Mitschnitt
728.11.

Childhood Studies and Children´s Rights
Mitschnitt

805.12.Gesunde Schwangerschaft und Geburt - was kann die Gynäkologie leisten? Mitschnitt

  Teil III: Ansätze für Familiäre Gesundheitsförderung

9

12.12.

Kinder- und Familiengesundheit und Frühe Hilfen - was wünschen junge Mütter, was kann das Gesundheitswesen leisten?

10

19.12.

Frühe Hilfen als Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe?

11

09.01.

Kinder in Heimunterbringung und Pflegefamilien - Chancen und Grenzen von Fremdunterbringung

12

16.01.

Gesundheitsförderung rund um die Geburt

13

23.01.

Intensive Familiengruppe Mara
1430.01.Zusammenfassung der Ringvorlesung, Abschluss und Evaluation

Abstracts

Mathias Heintz
Dipl. Päd. Matthias Heintz, Jahrgang 1964, systemischer Familientherapeut, 20 Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich der Erziehungsberatung tätig, seit 4 Jahren in der Kirchlichen Allgemeinen Sozial- und Lebensberatung, seit 18 Jahren in eigener systemischer Praxis, seit 14 Jahren Lehrbeauftragter der HS Magdeburg-Stendal im Bereich der Rehabilitationspsychologie und der Kindheitswissenschaften. Mitbegründer des "Bündnis Kinder- und Jugendhilfe", Autor von berufspolitischen Schriften zur Kinder- und Jugendhilfe. Verheiratet, zwei Söhne.

zum Thema:
"Seit Jahrzehnten ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in unserer Gesellschaft von Trennung und Scheidung betroffen sind, konstant hoch. Die Folgen, welche die nicht selten lang anhaltende Konfliktdynamik der Trennungseltern für deren Kinder nach sich ziehen, sind weitreichend und können vielfältige und lebenslange Probleme nach sich ziehen. In diesem Beitrag sollen zum einen diese negativen Konsequenzen beschrieben werden, mit denen Kinder und Jugendliche vielfach konfrontiert und nicht selten allein gelassen sind. Zum anderen stehen Überlegungen im Mittelpunkt des Beitrags, wie den betroffenen Familien von Seiten professioneller Helfer eine verlässliche Unterstützung und Begleitung gegeben werden kann und was Kinder und Jugendliche im Umgang mit dieser existentiellen Krise stärkt, um diese konstruktiv und nachhaltig bewältigen zu können. Der Referenten stellt in diesem Kontext die These in den Raum, dass eine professionelle Hilfe in erster Linie auf die Trennungseltern fokussieren soll, ohne dabei die Kinder aus dem Blick zu verlieren."

Albert Lenz
Prof. Dr. phil. Albert Lenz, Dipl.-Psychologe. Institut für Gesundheitsforschung und SozialePsychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Ausbildung in Familientherapie und psychologischer Krisenintervention an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München.
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Kinder psychisch kranker Eltern, Sozial- und Gemeindepsychiatrie, Kooperation Psychiatrie und Jugendhilfe, Empowerment und Soziale Netzwerke, psychosoziale Beratung und Krisenintervention.
Zahlreiche Publikationen indiesen Bereichen. Mitherausgeber der Zeitschrift "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie". Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH).

zum Thema:
Lebenssituationen und Risiken mit Kindern und Jugendlichen mit psychisch kranken Eltern. Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe

Trotz vielfältiger Belastungen und Risiken entwickeln nicht alle Kinder psychisch kranker Kinder Störungen bzw. Auffälligkeiten. Antworten auf die Frage, warum Kinder selbst schwierigste Umweltbedingungen und Risikoerfahrungen scheinbar "unverletzt" überstehen, liefern die Ergebnisse der Resilienz- und Copingforschung. In einer Reihe von Studien konnten protektive und kompensatorische Faktoren und Prozesse ermittelt werden, die Belastungen und Risiken verringern und negative Auswirkungen auf die Kinder und die Familie abmildern oder sogar verhindern können. Die identifizierten Faktoren und Mechanismen versetzen uns nicht nur in die Lage, die Unterschiedlichkeit der Entwicklungsverläufe bei den Kindern zu verstehen, sondern bieten zugleich bedeutsame Ansatzpunkte für die Gestaltung von Hilfen. In dem Vortrag steht die Praxisrelevanz der empirischen Befunde im Mittelpunkt. Nach einem Überblick über die spezifischen familiären Belastungen werden die Ergebnisse der Resilienzforschung vorgestellt und daraus Anknüpfungspunkte für wirksame Hilfen und Interventionen abgeleitet. Die vielfältigen Belastungen erfordern gewöhnlich Hilfen, die von einer Fachdisziplin oder Einrichtung allein nicht abgedeckt werden können. Erforderlich sind häufig mehrere aufeinander abgestimmte Hilfen und Leistungen, insbesondere aus der Kinder- und Jugendhilfe und aus dem Gesundheitswesen.

"Zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern in Deutschland"

verantwortlich: Prof. Dr. Raimund Geene

Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Dienstags, 16.15 Uhr bis 17.45 Uhr

Zielpublikum
Studierenden, Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte und Interessierten sind herzlich willkommen. Die Veranstaltungsreihe ist als Fortbildung für Lehrer zertifiziert, sie ist öffentlich und kostenlos. Es ist keine Anmeldung notwendig.

Im Wintersemester 2016/17 wird die Ringvorlesung unter das Leitthema "Zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern in Deutschland" gestellt.

Programmflyer

Programm

Block I: Einführung: Zur gesundheitlichen Lage von Kindern in Deutschland

1

11.10.

Einstiegsveranstaltung
218.10Gesundheitsförderung und Kinderschutz - Neue Handlungsfelder (Prävention, Frühe Hilfen) durch neue Gesetze (PrävG, BUKischuG)
325.10Gesundheitsförderung bei Kindern und Familien in Sachsen-Anhalt
401.11.Bewegungsförderung in der Kita - Auswirkungen auf die Gesundheitsressourcen von Kindern

Block II: Lebensstufen rund um Geburt, Kindes- und Jugendalter

508.11.Gesundheitsförderung bei Jugendlichen
615.11.Kindergesundheit in Deutschland - Ergebnisse aus dem Kindergesundheitssurvey KiGGS, 1. Welle
722.11.Schwangerschaft und Geburt im Jahr 2016
829.11.Zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Schulkindern - Vergleichende Perspektive aus der HBSC-Studie

  Teil III: Kindliche Lebenswelten verstehen

9

06.12.

Die neuen Kinderkrankheiten; Seelische Gesundheit: Prävention und Gesundheitsförderung

10

13.12.

Sozialstruktur und kindliche Handlungsfähigkeit in intersektionalen Machtverhältnissen

11

20.12.

Kinder aus neurowissenschaftlicher Perspektive - Neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung

12

10.01.

Zur aktuellen Diskussion um Ziele und Methoden in der frühen Bildung - Welche Kinder wollen wir?

13

17.01.

Regulationsschwierigkeiten bei Familien mit Säuglingen & Kleinkindern & die entsprechenden Beratungsansätze
Teil IV: Kindliche Lebenswelten stärken
1424.01.Praxistag - Bedeutung der gesundheitlichen und sozialen Lage für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - Beispiele guter Praxis
1531.01.Kinder- und Familienarmut - das größte Gesundheitsrisiko für Kinder und Jugendliche
1607.02.Die Situation von intersexuell geborenen Kindern in Deutschland
1714.02.Abschlussveranstaltung

Abstracts

Migration . Macht . Gesellschaft - Gesellschaft . Macht . Integration

Wintersemester 2016/2017

Mittwoch, 17.15 Uhr - 18.45 Uhr
Haus 1, Aula

Hochschule Magdeburg-Stendal
Osterburger Str. 25
39576 Hansestadt Stendal

Rückfragen an:

Migration ist eine Konstante in modernen Gesellschaften, gewandelt hat sich nur die Art und Weise, wie Staat und Gesellschaft mit ihr umgehen. Angesichts der epochalen Krise, die einen Bruchteil der weltweit rund 60 Millionen Flüchtlinge auch nach Deutschland verschlägt, steht der Umgang mit Migration erneut auf der Tagesordnung.

Die interdisziplinäre Ringvorlesung sucht nach zukunftsweisenden Antworten in psychologischen, pädagogischen und volkswirtschaftlichen Handlungsfeldern.

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Programm Wintersemester 2016/1017

119.10Wanderungen in der Vergangenheit: Prof. Dr. Wolfgang Patzig;
Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren - Chancen und Fallstricke: Markus Nitsch (Agentur für Arbeit Stendal) [geänderte Anfangzeit= 18 Uhr]
223.11.Kommunale Flüchtlings- und Integrationspolitik - Ergebnisse einer bundesweiten Befragung: Prof. Dr. Roland Roth (Hochschule Magdeburg-Stendal) [Raumwechsel Audimax]
307.12.Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in Bildungsinstitutionen: Prof. Dr. Sara Fürstenau (Universität Hamburg) [Raumwechsel Haus 2, Raum 2.10/2.11]
418.01.Transkulturelle Psychiatrie und Interkulturelle Psychotherapie in Zeiten von Flucht und multiplen Zugehörigkeiten: Dr. Ulrike Kluge (Charité Universitätsmedizin Berlin)
525.01.Ohne Ort in der Welt - Hannah Arendt über Flüchtlinge und Staatenlosigkeit: Dr. elisabeth Gallas (Simon-Dubnow-Institut, Leipzig)

Abstracts Wintersemester 2016/2017

Prof. Dr. Wolfgang Patzig (Hochschule Magdeburg-Stendal):
Wanderungen in der Vergangenheit - ein kurzer Rückblick in Zahlen

In dem Vortrag werden die Wanderungsbewegungen in Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt: Während im 19. Jahrhundert noch die Abwanderung überwiegt, kehrt sich dieses im 20. Jahrhundert um. Oft bestimmt die gesamtwirtschaftliche, aber auch die konjunkturelle Entwicklung diesen Prozess. So ist die wirtschaftliche Entwicklung in Westdeutschland der 1960er und frühen 1970er Jahre nur durch die Zuwanderung erklärbar. Wanderungen werden in Zukunft eine immer größere Bedeutung bekommen, worauf auch der Nobelpreisträger des Jahres 2015, Angus Deaton, hinweist.

Wolfgang Patzig ist Professor für Volkswirtschaftslehre/Statistik und Finanzwirtschaft sowie Prorektor der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Markus Nitsch (Agentur für Arbeit Stendal):
Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren - Chancen und Fallstricke

Die Forderungen im öffentlichen Raum sind laut und in ihrer großen Mehrheit eindeutig: die Geflüchteten müssen schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt integriert werden. Gleichzeit werden auf Grund der aktuell geringen Integrationszahlen immer mehr Zweifel an der Realisierbarkeit wach. In diesem Vortrag werden die aktuellen Entwicklungen in Deutschland im Allgemeinen und in der Altmark im Besonderen beleuchtet. Auf der einen Seite führt der sich verschärfende Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung zu einem immer stärkeren Bedarf an Arbeitskräften. Auf der anderen Seite bringen die schulischen und beruflichen Qualifikationen der Geflüchteten sowie ihre aktuellen Sprachkenntnisse besondere Herausforderungen mit sich. Ebenfalls angesprochen werden die soziokulturellen und psychologischen Aspekte, die sowohl bei den Geflüchteten wie auch bei den Arbeitgebern zu beobachten sind.

Markus Nitsch ist Leiter der Arbeitsagentur in Stendal.

Prof. Dr. Roland Roth (Hochschule Magdeburg-Stendal):
Kommunale Flüchtlings- und Integrationspolitik - Ergebnisse einer bundesweiten Befragung

Vor allem auf Bundesebene und in Medienbeiträgen wird immer noch lauthals darüber gestritten, ob "wir" "das" (die Integration von Flüchtlingen) schaffen, oder nicht. Derweil haben sich die meisten Kommunen und bürgerschaftlich Engagierten schon längst auf den Weg der alltäglichen Integrationsarbeit gemacht. Gemeinsam mit Flüchtlingen und engagierten Einheimischen sind sie dabei oft viel weiter als mancher Bundespolitiker oder Medienbeitrag zu suggerieren scheint. Nicht problemlos, aber produktiv und pragmatisch, nicht blauäugig, aber auch nicht resigniert und ressentimentgeladen, haben diese kommunalen Akteurinnen und Akteure sich um die Qualität unserer Gesellschaft verdient gemacht. - In Zusammenarbeit des Berliner "Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration" (DESI) und der Hochschule Magdeburg-Stendal wurden 270 Städte, Landkreise und Gemeinden nach deren Erfahrungen in der kommunalen Flüchtlings- und Integrationspolitik befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage (Gesemann/Roth 2016) sind sowohl hinsichtlich der kommunalen Alltagspraxis als auch der weiterhin vorhandenen hohen Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement in der Bevölkerung erhellend.

Roland Roth ist Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Prof. Dr. Sara Fürstenau (Universität Hamburg):
Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in Bildungsinstitutionen

Mehrsprachigkeit ist eine Ausgangsbedingung des Handelns in den Bildungsinstitutionen der Migrationsgesellschaft. Die Vermittlung von Deutsch als Zweit- und Bildungssprache ist dabei eine wichtige Aufgabe. Darüber hinaus sind alle weiteren Sprachen, die die Kinder in den Familien gebrauchen, eine Ressource, die für das Lernen genutzt werden kann. Im Vortrag geht es um soziale Bedingungen und konkrete Ansätze der Mehrsprachigkeitsdidaktik, und es werden Einblicke in das Forschungsprojekt "Mehrsprachigkeit als Handlungsfeld interkultureller Schulentwicklung" eröffnet.

Sara Fürstenau ist Professorin für Interkulturelle Bildungsforschung an der Universität Hamburg.

Dr. Ulrike Kluge (Charité Universitätsmedizin Berlin):
Transkulturelle Psychiatrie und Interkulturelle Psychotherapie in Zeiten von Flucht und multiplen Zugehörigkeiten

Aufgrund aktueller Migrations- und Fluchtprozesse sehen wir uns in klinischer Praxis und Forschung ebenso wie im gesellschaftlichen Alltag verstärkt mit multiplen Zugehörigkeiten, Polarisierungstendenzen und dem Ineinandergreifen psychischer Belastungen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen konfrontiert. Im Vortrag werden notwendige und sinnvolle Übersetzungskulturen thematisiert, aktuelle Herausforderungen für die psychosoziale Versorgung von Menschen mit Fluchterfahrung diskutiert und es wird der Frage nachgegangen, wie Migration als Zentralperspektive Eingang in unsere Arbeits- und Behandlungssettings finden kann. Hierzu werden Forschungsergebnisse und aktuelle Zugänge der Transkulturellen Psychiatrie und Interkulturellen Psychotherapie präsentiert.

Ulrike Kluge ist Leiterin der AG Transkulturelle Psychiatrie und des Zentrums für Interkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Universitätsmedizin Berlin und Post-Doc Mitarbeiterin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung

Dr. Elisabeth Gallas (Simon-Dubnow-Institut, Leipzig):
Ohne Ort in der Welt - Hannah Arendt über Flüchtlinge und Staatenlosigkeit

In Anbetracht der Flüchtlingskatastrophe der Zwischenkriegszeit sowie der Vertreibung und Vernichtung der Juden in Europa während des Nationalsozialismus entwarf die politische Theoretikerin Hannah Arendt (1906−1975) eine bis heute Gültigkeit beanspruchende Phänomenologie der Rechtlosigkeit und des Weltverlusts als Kernerfahrungen ihrer Zeit. Im Vortrag sollen ihre Überlegungen vorgestellt und in ihrer Bedeutung als historische Folie für die Gegenwart diskutiert werden.

Elisabeth Gallas ist leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. Zwischen 2012 und 2016 war sie Minerva Research Fellow an der Hebräischen Universität Jerusalem und Forschungsstipendiatin am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien.


Sommersemester 2016

Mittwoch, 17.15 Uhr - 18.45 Uhr
Haus 1, Aula

Hochschule Magdeburg-Stendal
Osterburger Str. 25
39576 Hansestadt Stendal

Rückfragen an:

Migration ist eine Konstante in modernen Gesellschaften, gewandelt hat sich nur die Art und Weise, wie Staat und Gesellschaft mit ihr umgehen. Angesichts der epochalen Krise, die einen Bruchteil der weltweit rund 60 Millionen Flüchtlinge auch nach Deutschland verschlägt, steht der Umgang mit Migration erneut auf der Tagesordnung.

Die interdisziplinäre Ringvorlesung sucht nach zukunftsweisenden Antworten in psychologischen, pädagogischen und volkswirtschaftlichen Handlungsfeldern.

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Programm Sommersemester 2016

127.04Deutschland postmigrantisch - Integration in der Einwanderungsgesellschaft;
Prof. Dr. Naika Foroutan (Humboldt-Universität zu Berlin)
225.05.Migration und Wirtschaft: Stand und Perspektiven in der Region;
Prof. Dr. Volker Wiedemer (Hochschule Magdeburg-Stendal) & Björn Malycha (Landkreis Stendal)
308.06.Investition in die Zukunft: Hochschulen als Integrationsmotoren;
Prof. Dr. Anne Lequy & Kloot Brockmeyer (Hochschule Magdeburg-Stendal)
422.06.Psychosoziale Versorgung und psychotherapeutische Arbeit mit Geflüchteten;
Dr. Maria Böttche (Behandlungszentrum für Folteropfer, Berlin)
506.07.Kinder mit Fluchterfahrung: Zwischen Trauma und Resilienz;
Prof. Dr. Jörg Maywald (Deutsche Liga für das Kind, Berlin)

Abstracts Sommersemester 2016

Prof. Dr. Naika Foroutan (Berlin):
Deutschland postmigrantisch - Integration in der Einwanderungsgesellschaft

Das Einwanderungsland Deutschland befindet sich in einem Prozess, in welchem Zugehörigkeiten, (nationale) Identitäten, Partizipation und Chancengerechtigkeit nachverhandelt und neu justiert werden. Dieser Prozess vollzieht sich insofern einer postmigrantischen Situation, als Migration von Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit als unumgänglich anerkannt worden ist. Der Vortrag behandelt den Transformationsprozess der deutschen Gesellschaft, das Konzept der postmigrantischen Gesellschaft sowie den Paradigmenwechsel des Integrationsbegriffs, der nunmehr für die Gesamtgesellschaft und nicht mehr allein für Minderheiten oder für Migranten gedacht werden kann.

Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und stellvertretende Direktorin des Berliner Instituts für Integrations- und Migrationsforschung (BIM).

Prof. Dr. Volker Wiedemer (Magdeburg-Stendal) & Björn Malycha (Landkreises Stendal):
Migration und Wirtschaft: Stand und Perspektiven in der Region.

Die Aufnahme von Flüchtlingen im Landkreis Stendal wird in der Region einerseits begrüßt und tatkräftig unterstützt, andererseits aktiviert sie Sorgen über und Abwehr von Migration schlechthin. Auf beiden Seiten fehlt jedoch oft eine realistische Einschätzung der regionalen Migrationssituation und ihrer möglichen Bedeutung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. Vor diesem Hintergrund geben die Referenten Einblicke in die heterogene Gruppe der in der Region lebenden Migrant/innen und diskutieren Chancen und Risiken aus volkswirtschaftlicher Sicht.

Volker Wiedemer ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Magdeburg-Stendal; Björn Malycha ist Integrationskoordinator des Landkreises Stendal.

Prof. Dr. Anne Lequy (Magdeburg-Stendal) & Kloot Brockmeyer (Magdeburg-Stendal):
Investitionen in die Zukunft: Hochschulen als Integrationsmotoren

Die Integration von politischen Flüchtlingen in die Hochschulen des Landes ist eine langfristige Aufgabe, die neben rechtlichen Fragen und Finanzierungsmöglichkeiten auch interkulturelle und sprachliche Aspekte berührt. Mit ihrer Initiative zur Integration von politischen Flüchtlingen mit akademischen Hintergründen bzw. Ambitionen kommt die Hochschule Magdeburg-Stendal ihrem landespolitischen Auftrag nach und leistet einen Beitrag zu einer gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur. Dafür wurde sie u.a. mit dem Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt 2015 ausgezeichnet. In dem Vortrag werden Hintergründe und erste Ergebnisse des Projektes vorgestellt.

Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal; Kloot Brockmeyer vom International Office der Hochschule Magdeburg-Stendal

Dr. Maria Böttche (Berlin):
Psychosoziale Versorgung und psychotherapeutische Arbeit mit Geflüchteten.

Die psychotherapeutische Arbeit mit geflüchteten Menschen erfordert ein multimodales Behandlungskonzept. Dabei sind für die psychotherapeutische Praxis zusätzlich zu störungs- und populationsspezifischen Behandlungsansätzen interkulturelle Kompetenzen und das Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen notwendig. In dem Vortrag werden diese Aspekte thematisiert und Einblicke in die praktische Arbeit gegeben.

Maria Böttche, Leiterin des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin.

Prof. Dr. Jörg Maywald (Berlin):
Kinder mit Fluchterfahrungen: Zwischen Trauma und Resilienz

Wie alle Kinder genießen Kinder mit Fluchterfahrungen umfangreiche Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Anders als andere Kinder leiden sie unter Belastungen bis hin zu Traumatisierungen, bringen aber auch besondere Ressourcen mit. Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch für die pädagogischen Fachkräfte und welche Hilfen stehen zur Verfügung? Wie können die Eltern für die Rechte ihrer Kinder sensibilisiert werden und wie kann eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zum Wohl des Kindes gelingen? In dem Vortrag werden Einblicke in den Kinderrechtsansatz unter den Bedingungen globaler Zuwanderung gegeben.

Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind, Honorarprofessor an der Fachhochschule Potsdam und Sprecher der National Coalition Deutschland - Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

„Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen – neue Leitbilder für Bildung, Gesundheits- und Jugendhilfe“

verantwortlich: Prof. Dr. Raimund Geene

Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Dienstags, 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Zielpublikum
Studierenden, Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte und Interessierten sind herzlich willkommen. Die Veranstaltungsreihe ist als Fortbildung für Lehrer zertifiziert, sie ist öffentlich und kostenlos. Es ist keine Anmeldung notwendig.

Im Wintersemester 2015/16 wird die Ringvorlesung unter das Leitthema "Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen - neue Leitbilder für Bildung, Gesundheits- und Jugendhilfe" gestellt.

Programmflyer

Programm

Link zum Videoarchiv (Login - Vorlesungen und Vorträge - Ringvorlesung "Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen -...")

Block I: Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen Einführung

1

13.10.

850 Jahre Stadt Stendal - historischer und aktueller Blick auf Bildung, Jugend- und Gesundheitshilfe in Stendal
220.10Präventionsgesetz - ein Schritt zur Gesundheitsförderung? Vortrag
327.10Bundeskinderschutzgesetz + Frühe Hilfen - ein Beitrag zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe? Vortrag I, Vortrag II
403.11. Gesundheits- und Jugendhilfe - sind sie sich näher gekommen? Gesundheits- und Jugendhilfe - sind sie sich näher gekommen? Bilanz der Entwicklungen seit dem 13. und 14. Kinder- und Jugendbericht Vortrag

Block II: Präventionsgesetz - ein Meilenstein zur Gesundheitsförderung?

510.11. Kindertagesstätten als Orte der Gesundheitsförderung Vortrag
617.11. Schulen als Orte der Gesundheitsförderung Vortrag
719.11.Herz in Gefahr - Koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt"
824.11. Die Präventionskette in Dormagen - ein Beispiel kommunaler Gesundheitsförderung Vortrag
901.12.Health Promotion Hospitals - Krankenhäusern als Orte der Gesundheitsförderung Vortrag
1008.12. Auf dem Weg zum Präventionsgesetz - Bericht aus dem Innenleben des Deutschen Bundestages Vortrag
1115.12.Neuregelung durch das Präventionsgesetz - Mutterpass, Gelbes Heft und die neuen Kindervorsorgeuntersuchungen Vortrag

Block III: Frühe Hilfen - ein Modell zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe? Vortrag

12

22.12.

Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen - Was ist familiäre Gesundheitsförderung? Vortrag

13

12.01.

Was machen Familienhebammen? Vortrag

14

19.01.

Praxistag Gesundheitsförderung und Frühe Hilfen

15

26.01.

Gesundheitswesen und Frühe Hilfen - Wie können Krankenhaus und Jugendamt zusammenarbeiten? Vortrag

16

02.02.

Kinderrechte und Frühe Hilfen - Bericht aus der Kinderkommission des Deutschen Bundestages Vortrag

17

09.02.

Kritische Reflektion, Gesundheit - Ist jeder seines Glückes Schmied? Gesundheitsförderung, Gesundheitsverhalten und Gesellschaft Vortrag

Abstracts

20.10.2015
Raimund Geene & Michael Reese

Präventionsgesetz - ein Schritt zur Gesundheitsförderung?
Am 25. Juli 2015 ist das Gesetz zur Gesundheitsförderung und Prävention (Präventionsgesetz [PrävG]) in Kraft getreten. Zentrale Ziele des neuen Gesetzes sind die Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Betrieben, die Verbesserung der Qualität der Leistungen sowie die Regelung der verbindlichen Zusammenarbeit.
Auch sollen die ärztlichen Gesundheitsuntersuchungen stärker auf Prävention ausgerichtet werden, u.a. gibt es nun sog. "Präventionsempfehlungen" wie die sog. "Rezepte für Bewegung". Auch das Impfen wird verstärkt, die Hebammenhilfe ausgeweitet, die Selbsthilfe und Beteiligung von Patienten wird stärker gefördert.
Ob dies ausreicht, das Präventionsgesetz als Meilenstein zur Gesundheitsförderung zu bezeichnen? Hier werden immerhin umfassende Anforderungen gestellt, dass sich Menschen selbst bestimmen können, umfassend gehört und beteiligt werden, selber die Expertinnen und Experten ihres Lebens sind oder werden.
Der Vortrag wird sich kritisch damit auseinander setzen, ob das Glas hier halb voll oder halb leer ist.
Prof. Dr. Raimund Geene ist Professor für Kindergesundheit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er lehrt vor allem im Studiengang der Angewandten Kindheitswissenschaften.
Michael Reese ist Gesundheitswissenschaftler. Er war lange Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Dt. Bundestag tätig und kennt den Parlamentsbetrieb "von innen". Seit 2015 arbeitet er bei KinderStärken e.V., dem An-Institut der Hochschule Magdeburg-Stendal.

„Vielfalt gestalten – ohne Angst verschieden sein!“

verantwortlich: Prof. Dr. Raimund Geene

Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Dienstags, 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Zielpublikum

Studierenden, Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte und Interessierten sind herzlich willkommen. Die Veranstaltungsreihe ist als Fortbildung für Lehrer zertifiziert, sie ist öffentlich und kostenlos. Es ist keine Anmeldung notwendig.

Programm

20.01.
2015

21.10.
2014

Kindliche Lebenswelten- Können alle "ohne Angst verschieden sein"?

  • Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers, Prof. Dr. Beatrice Hungerland,
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
  • Dr. Claudia Dreke, Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Prof. Dr. Michael Klundt, Dr. Katrin Reimer, Luisa Fischer
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
28.10.
2014

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kompakt- Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Antidiskriminierung.

  • Dr. Petra Wutzo
    Antidiskriminierungsstelle Bund Protokoll
04.11.
2014

Was heißt "Behinderung"?- Kontroversen um Definitionen und deren gesellschaftlichen Hintergrund.

  • Dr. des. Michael Zander
    HS Magdeburg- Stendal Protokoll
11.11.
2014
Sozialpsychologische Grundlagen: Wozu brauchen wir Vorurteile, Kategorien und Stereotype?
  • Dr. Katrin Reimer
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
18.11.
2014

Scherbenpark. Über die Inszenierung von Wanderschaft, Zugehörigkeit und Ausgrenzung.

  • Alexander Netschajew
    Theater der Altmark Protokoll
25.11.
2014

Alles so intersektional hier! Was kann Intersektionalität zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beitragen?

  • Prof. Dr. Lann Hornscheidt
    Humboldt- Universität Berlin Protokoll
02.12.
2014

Klassenkinder - Soziale Ungleichheit aus Wissenschafts- und Kindersicht

  • Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Michael Klundt
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
09.12.
2014

Zukunftswege von (Schul-) Kindern. Deutungsmuster sozialer Ungleichheit bei Lehrpersonen in Italien und Deutschland

  • Dr. Claudia Dreke
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
16.12.
2014

Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung- ein inklusives Praxisprojekt in Kitas

  • Petra Wagner
    Kinderwelten e.V. Berlin Protokoll
13.01.
2015

Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen- Erkenntnisse jenseits der KiGGS- Studie

  • Prof. Dr. Matthias Richter
    Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Protokoll
20.01.
2015

Diversität in Schulmaterialien in Ost- und Westdeutschland- vorhandene, fehlende, versteckte Heterogenität

  • Prof. Dr. Maisha-Maureen Eggers, Prof. Dr. Beatrice Hungerland
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll
27.01.
2015

Vorurteile im Alltagsbewusstsein- Studien zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

  • Prof. Dr. Beate Küpper
    Hochschule Niederrhein Protokoll
03.02.
2015

Praxistag - Akteure stellen sich vor

  • Cornelia Habisch (Geschäftsstelle Netzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt)- "Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage", Mamad Mohamad (Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.)- "Vielfalt nutzen", KinderStärken e. V. Stendal- "MiMi", Daniela Groß (Netzwerkstelle Schulsozialarbeit Landkreis Stendal, Deutsches Rotes Kreuz)- "Stark für Erfolg", SJD- Die Falken - Jugendverbandsarbeit
10.02.
2015

Kindliche Lebenswelten- Können alle "ohne Angst verschieden sein"? - Abschlussveranstaltung: Ein Resümee Präsentation

  • Dr. Claudia Dreke, Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Prof. Dr. Michael Klundt, Dr. Katrin Reimer
    HS Magdeburg-Stendal Protokoll

 

Abstracts

03.02.2015
Praxistag - Akteur_innen stellen sich vor

An diesem Tag wird es bei der Ringvorlesung ganz praktisch. Sie sind herzlich eingeladen, bei der Vorstellung von fünf Akteur_innen aus ganz Sachsen-Anhalt dabei zu sein, die sich rund um das Thema „Vielfalt“ stark machen und an diesem Nachmittag einen Einblick in ihre Arbeit geben.
Dabei sind:

  • Mitglieder des Stendaler KinderStärken e.V., die sich für Kinderrechte stark machen und vor allem vor Ort gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in ganz vielfältigen Projekten zusammen kommen, vorgestellt wird das Projekt „MiMi“
  • Daniela Groß (DRK - Kreisverband Östliche Altmark e.V.), als örtliche Koordinatorin des bundesweiten Modellprojektes „Stark für Erfolg!“, die über die Möglichkeiten berichtet, den Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen positiv zu begleiten und auch deren Eltern zu unterstützen

  • Cornelia Habisch, Landeskoordinatorin von  „Schulen ohne Rassismus- Schulen mit Courage“ in Sachsen- Anhalt, die das Projekt vorstellt und erläutern wird, wie sich Schüler_innen aktiv für ein positives Klima und gegen Diskriminierung, Mobbing oder Gewalt einsetzen können

  • ein Mitglied des Jugendverbandes SJD- Die Falken, welches Erfahrungen und Erlebnisse aus der Jugendverbandsarbeit teilt und  aufzeigt, wie sich Kinder und Jugendliche dadurch Gehör verschaffen können
  • Mamad Mohamad, Projektleiter von „Vielfalt nutzen“ (ein Projekt der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.), der  einen Einblick in die gelingende Kooperation von Grundschulen und Migrant_innenorganisationen zum Abbau von Berührungsängsten geben wird.

 

28.10.2014
Dr. Petra Wutzo
(Antidiskriminierungsstelle Bund):

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kompakt- Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Antidiskriminierung. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) trat am 18.08.2006 zur Umsetzung verschiedener europäischer Gleichbehandlungsrichtlinien in Kraft. Es übernahm u.a. Teile aus dem bereits vorhandenen Diskriminierungsschutzrecht des Arbeitsrechtes. Weitestgehend ist es jedoch ein Sonderrecht, das neben anderen Diskriminierungsverboten, z.B. aus den Grundrechten des Art. 3 des Grundgesetzes, steht. Aus seiner Entstehungsgeschichte ergibt sich, dass das AGG nur über einen eingeschränkten Anwendungsbereich verfügt. So muss eine nach § 2 AGG definierte Benachteiligung vorliegen und der sachliche Anwendungsbereich "Beschäftigung" oder "Geschäfte des Zivilrechtsverkehrs" eröffnet sein. Der Vortrag "Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kompakt- Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Antidiskriminierung." wird sich mit den Zielsetzungen und Anwendungsvoraussetzungen des Gesetzes näher befassen, die Rechte und Pflichten aus dem AGG sowie die Grenzen seiner Anwendung erläutern. Anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung sollen abschließend die Auswirkungen des AGG auf Bildungseinrichtungen erörtert werden.

04.11.2014
Dr. Michael Zander
(Hochschule Magdeburg-Stendal):

"Was heißt "Behinderung"? - Kontroversen um Definitionen und deren gesellschaftlichen Hintergrund. Während der letzten Jahrzehnte haben sich die Disability Studies ein neues Terrain erschlossen. War zunächst die Kritik an den ausgrenzenden Lebensbedingungen von Behinderten zentral, ging man später zu einer Kritik an offiziellen Begriffen von Behinderung über. Heute wird einerseits viel über Inklusion geredet, andererseits koexistieren verschiedene, einander teilweise ausschließende Begriffe von Behinderung. Diese Koexistenz konfligierender Begriffe soll am Beispiel offizieller deutscher und internationaler Dokumente gezeigt werden.

11.11.2014
Dr. Katrin Reimer
(Hochschule Magdeburg-Stendal):

"Sozialpsychologische Grundlagen: Wozu brauchen wir Vorurteile, Kategorien und Stereotype?" ,,Vielfalt gestalten" - das ist leichter gesagt als getan, denn Verschiedenheit ist nicht immer eine Bereicherung, sondern birgt auch Konflikte. Verschiedene Ansichten gibt es auch zu der Frage, ob wir Menschen Vorurteile brauchen, weil sie uns Orientierung geben - oder ob Vorurteile die Wahrnehmung trüben. Entsprechend unterschiedlich werden auch die praktischen Umgangsweisen ausfallen, gerade in der Arbeit mit Kindern. Übrigens: Haben Kinder eigentlich schon Vorurteile? Diesen und anderen Fragen geht Frau Dr. Katrin Reimer in ihrer Einführung in sozialpsychologische Grundlagen einer Pädagogik der Vielfalt im Elementar- und Primarbereich am 11.11.2014 nach.

25.11.2014
Prof. Dr. Lann Hornscheidt
(Humboldt- Universität Berlin):

Alles so intersektional hier! Was kann Intersektionalität für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beitragen? Intersektionalität ist zu einem Modekonzept geworden, mit dem die Mehrschichtigkeit von Diskriminierungen in den Gender Studies zum Thema gemacht wird. Gender also gibt es nicht alleine, sondern immer nur zusammen mit Race, Class, Behinderung o.ä. Ist die Reihe möglicher Kategorien endlos? Was ist zum Beispiel mit Kategorien wie Alter und Sexualität? Ist Aussehen auch eine eigene Kategorie? Welche Forschungsansätze gibt es? Und welche Rolle können diese im Alltag und im Berufsleben spielen? Besonders in den Blick genommen werden dabei Kinder und Jugendliche. Der Vortrag versucht unterschiedliche Beispiele zu geben und lädt zu einer regen Diskussion ein.

09.12.2014
Dr. Claudia Dreke
(HS Magdeburg-Stendal):

Zukunftswege von (Schul-) Kindern. Deutungsmuster sozialer Ungleichheit bei Lehrpersonen in Italien und Deutschland Lehrerinnen und Lehrer, Teil der generationalen Hierarchie in der Schule, haben die Macht, Kinder zu unterscheiden und bewerten. Über die Bewertung ihrer Leistungen sollen sie gerechte soziale Ungleichheit - jenseits von Vorrechten der Geburt - herstellen. Das war eine der Ideen der Französischen Revolution. Die Schulsysteme Deutschlands und Italiens bieten dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Zugleich sollen Lehrkräfte durch ihre Arbeit zum sozialen "Aufstieg" von Kindern zu Erwachsenen beitragen. Wie gehen sie mit diesen Erwartungen um? Wie konstruieren sie dabei (welche) sozialen Ungleichheiten? Inwiefern entsprechen diskriminierende - im Sinne unterscheidender und bewertender - Wahrnehmungen von Kindern nationalen Bildungsstrukturen bzw. -traditionen? In der Vorlesung werden zentrale Ergebnisse einer entsprechenden ländervergleichenden Studie vorgestellt. Ein Ausgangspunkt waren die immer wiederkehrenden Beobachtungen relativ konstanter Ungleichheiten im Hinblick auf Chancen und Bildungsresultate im Bildungssystem Deutschland - und größerer im Verhältnis zu anderen Ländern. Grundlage für die sozialkonstruktivistische Untersuchung im Sinne der Grounded Theory sind Interviews mit Lehrkräften in Italien und Deutschland sowie Feldnotizen von Beobachtungen in Klassenräumen. Sie wurden im Hinblick auf Differenzierungen und Bewertungen von Kindern durch Lehrkräfte und deren soziale, kulturelle und politische Kontexte untersucht. Als systematisch auffällig stellte sich die Metapher der "Wege" in den Daten heraus. Mit dieser Metapher entwerfen die interviewten Lehrkräfte unterschiedliche Vorstellungen des sozialen Raumes, von Richtungen, die Kinder nehmen sollten und Positionen, die sie im späteren Leben erreichen können. Diese Vorstellungen ließen sich zu vier Deutungsmustern sozialer Ungleichheit in Italien und Deutschland verdichten. Die Muster schließen unterschiedliche Ideale von Kindern und Erwachsenen ein, und sie basieren auf öffentlichen Ideen über Schule und Sozialisation. Eines der Muster scheint in Deutschland zu dominieren - mit möglichen Folgen für Kinder.

16.12.2014
Petra Wagner
(Kinderwelten e.V. Berlin):

Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung- ein inklusives Praxisprojekt in Kitas Der Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung basiert auf dem Anti Bias Approach nach Louise Derman-Sparks und wurde seit 2000 von der Fachstelle KINDERWELTEN im Institut für den Situationsansatz entwickelt und verbreitet. Der Ansatz ist mit seinen Zielen, Prinzipien und Methoden geeignet, zentrale Anliegen von Inklusion in der konkreten pädagogischen Praxis zu realisieren. Er problematisiert Barrieren im Zugang zu Bildungseinrichtungen und insbesondere Barrieren im Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, die Kindern das Lernen erschweren. Der Ansatz zielt auf Bildungsgerechtigkeit und die Einhaltung grundlegender Rechte von Kindern: Alle Kinder haben das Recht auf Bildung und alle Kinder haben das Recht auf Schutz vor Diskriminierung. Im Vortrag wird der Ansatz mit seinen Grundlagen vorgestellt und mit Beispielen aus der Kitapraxis erläutert.

13.01.2015
Prof. Dr. Matthias Richter
(Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg):

"Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen- Erkenntnisse jenseits der KiGGs- Studie" Unzählige Studien haben aufzeigen können, dass soziale Ungleichheiten einen gravierenden Einfluss auf die Mortalität und Morbidität ausüben. Krankheit und frühzeitige Sterblichkeit sind damit verkörperte Expressionen der Bedingungen, unter denen wir leben. Im Zuge des steigenden Interesses an der Lebensphase "Adoleszenz" ist auch die Bedeutung sozialer Determinanten für die gesundheitliche Lage der Heranwachsenden in den Fokus der wissenschaftliche Auseinandersetzung geraten.
Der Beitrag skizziert, dass ein großer Teil der aktuell vorherrschenden Krankheiten in der Kindheit und Jugend maßgeblich durch soziale, ökonomische und politische Faktoren beeinflusst wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Determinanten und Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass soziale Ungleichheiten unter die Haut kommen und krank machen. Einen weiteren Schwerpunkt nimmt eine vergleichende Perspektive ein und untersucht Muster und Veränderungen in der gesundheitlichen Lage der Heranwachsenden über die Zeit und im internationalen Vergleich.

20.01.2015
Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers, Prof. Dr. Beatrice Hungerland (HS Magdeburg-Stendal):

"Diversität in Schulmaterialien in Ost- und Westdeutschland- vorhandene, fehlende, versteckte Heterogenität" In diesem Vortrag wird ein aktuelles Forschungsprojekt (Eggers, Hungerland) vorgestellt. Gegenstand des Projekts ist eine Analyse der Thematisierung und Abbildung von Heterogenität in Schulmaterialien. Zentrale Forschungsfragen werden zu Beginn des Vortrags erläutert. Das Projekt trägt bei zu einer empirischen Fundierung von Diversität (Heterogenität, Vielfalt). Unter Anwendung von rassismuskritischen und geschlechtertheoretischen Perspektiven, werden Schulmaterialien auf ihren konkreten Beitrag zu gesellschaftlichen Pluralitätsverständnissen überprüft. Schulmaterialien basieren auf Wahrnehmungen der sozialen Wirklichkeit. Sie bestehen im Wesentlichen aus Vorstellungswelten der Autor_innen didaktischer Materialien bzw. Schulbüchern. Die Materialien können insofern als Gesellschaftsentwürfe verstanden werden. Die Aufgabenstellungen von Schulmaterialien beziehen sich auf die Lebenswelten von Kindern und Jugendliche. Sie beinhalten relevante Lebensthemen, so zumindest die optimistische Unterstellung. Ob es sich um alltags- und realitätsnahe Rechenaufgaben, um Lesetexte und Erstlesebücher handelt oder um Arbeitsbögen zum Erwerb von globalen Wissen (Weltwissen) handelt, es kann davon ausgegangen werden, dass diese Aufgabenstellungen auf konkrete Kompetenzerweiterung abzielen. Materialien sind im besten Fall so aufbereitet, dass ein Wissenstransfer in die konkrete Handlungszusammenhänge kindlicher Akteurinnen möglich wird. Diskriminierungskritische Studien untersuchen die Reproduktion von Geschlechterhierarchien und Geschlechternormen, die fehlende Sexuelle Vielfalt, sowie einseitige und stereotype Handlungsbilder in Schulmaterialien. Das Forschungsprojekt 'Diversität in Schulmaterialien in Ost- und Westdeutschland' untersucht in diskriminierungskritischer und diversitätsbewusster Perspektive Heterogenität (fehlende, vorhandene und versteckte) in beiden Teilen Deutschlands vor allem für die zeitliche Periode 1949 - 1990.

27.01.2015
Prof. Dr. Beate Küpper
(Hochschule Niederrhein):

"Vorurteile im Alltagsbewusstsein- Studien zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" - Es gibt zu viele Ausländer in Deutschland" - fast die Hälfte der Deutschen vertreten diese und ähnliche Formen der Abwertungen gegenüber Menschen, die als irgendwie "anders" oder "fremd" wahrgenommen werden. Der Vortrag stellt Ergebnisse aus der Langzeitstudie zur "Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" auch mit einem Vergleich zu anderen europäischen Ländern und aus der aktuellen Studie "Fragile Mitte" vor und analysiert mögliche Ursachen und Folgen. Darüber hinaus wird ein Blick auf die Zusammenhänge zwischen einer EU-kritische Haltung und Vorurteilen u.a. gegenüber Eingewanderten geworfen.

 

03.02.2015
Praxistag - Akteur_innen stellen sich vor

An diesem Tag wird es bei der Ringvorlesung ganz praktisch. Sie sind herzlich eingeladen, bei der Vorstellung von fünf Akteur_innen aus ganz Sachsen-Anhalt dabei zu sein, die sich rund um das Thema "Vielfalt" stark machen und an diesem Nachmittag einen Einblick in ihre Arbeit geben. Dabei sind:

  • Mitglieder des Stendaler KinderStärken e.V., die sich für Kinderrechte stark machen und vor allem vor Ort gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in ganz vielfältigen Projekten zusammen kommen, vorgestellt wird das Projekt "MiMi"
  • Daniela Groß (DRK - Kreisverband Östliche Altmark e.V.), als örtliche Koordinatorin des bundesweiten Modellprojektes "Stark für Erfolg!", die über die Möglichkeiten berichtet, den Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen positiv zu begleiten und auch deren Eltern zu unterstützen
  • Cornelia Habisch, Landeskoordinatorin von "Schulen ohne Rassismus- Schulen mit Courage" in Sachsen- Anhalt, die das Projekt vorstellt und erläutern wird, wie sich Schüler_innen aktiv für ein positives Klima und gegen Diskriminierung, Mobbing oder Gewalt einsetzen können
  • ein Mitglied des Jugendverbandes SJD- Die Falken, welches Erfahrungen und Erlebnisse aus der Jugendverbandsarbeit teilt und aufzeigt, wie sich Kinder und Jugendliche dadurch Gehör verschaffen können
  • Mamad Mohamad, Projektleiter von "Vielfalt nutzen" (ein Projekt der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.), der einen Einblick in die gelingende Kooperation von Grundschulen und Migrant_innenorganisationen zum Abbau von Berührungsängsten geben wird.

 

 

Psychiatrie 2014 - Statements zu Strukturen und Interventionen

Gemeinsam veranstaltete Ringvorlesung im Sommersemester 2014 anlässlich der 120-Jahrfeier des Fachklinikums Uchtspringe und der Hochschule Magdeburg-Stendal (Studiengang Rehabilitationspsychologie)

verantwortlich: Dr. Poley, Prof. Dr. Mey, Prof. Dr. Wendel

Audimax der Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Mittwochs, 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr

Zielpublikum

MitarbeiterInnen des Fachklinikums (bzw. weiterer SALUS Institutionen),
Studierende der Hochschule MD-SDL (v.a. Studiengang Rehabilitationspsychologie), interessierte Öffentlichkeit

Pressestimmen

Programm

  • 9.4.2014
    Prof. Dr. Christfried Tögel (Direktor des Salus-Instituts Magdeburg)
    Leben und Werk S. Freuds: Von den Geschlechtsorganen des Aals bis zur Traumdeutung
  • 23.4.2014
    Prof. Dr. Ingmar Steinhart (Geschäftsführer Bethel.regional in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel)
    Auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft - welchen Beitrag kann die Psychiatrie leisten?
  • 7.5.2014
    Dr. Jewgenij Wolfowski (Chefarzt der Klinik für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie Fachklinikum Uchtspringe)
    Verständnis von Psychosen in der Psychiatrie
  • 14.5.2014
    Prof. Dr. Manfred Zaumseil (Institut für gemeindepsychologische und kulturbezogene Forschung, Internationale Akademie, Berlin)
    Eine kulturpsychologische Perspektive auf den Wandel im Umgang mit psychisch Kranken
    Literaturliste zum Thema
  • 4.6.2014
    Dr. Joachim Witzel (Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses für Forensische Psychiatrie Uchtspringe)
    Grundlagen und aktuelle Entwicklungen in der Forensik
  • 11.6.2014
    Prof. Dr. Gabriele Helga Franke (Professur für Psychodiagnostik Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Nicht-stoffgebundene Süchte im Wandel der Zeit
  • 18.6.2014
    Dr. Cornelia Ulrich (Chefärztin der Klinik für Psychosomatik, Psychotherapie und Suchtmedizin Fachklinikum Uchtspringe)
    Depressive Störungen - moderne Diagnostik und Therapie
  • 2.7.2014
    Prof. Dr. Matthias Morfeld (Professur für System der Rehabilitation Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Soziale Ungleichheit und psychische Störung

Für die Moderation stehen bereit: Dr. Poley, Prof. Wendel, Prof. Maiers, Prof. Wolf-Kühn, Prof. Kraus

Begleitend für die Studierenden

  • Filmvorführung "Einer flog übers Kuckucksnest"
  • Veranstaltung zum Thema Trialog

Kinder stark machen! – Ressourcen, Resilienz, Respekt

Öffentliche Veranstaltungsreihe, kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich.

Wintersemester 2013/14
Dienstags, 16.15 Uhr - 17.45 Uhr (plus Zusatztermine)
Audimax, Hochschule Magdeburg-Stendal, Osterburger Str. 25, 39576 Hansestadt Stendal

Rückfragen an:
Prof. Dr. Raimund Geene (raimund.geene@hs-magdeburg.de)
Anja Demme (anja.demme@student.ahw.hs-magdeburg.de)

Programmplakat 

Videomitschnitte *bitte einloggen

Programm

  • 15.10.2013
    Prof. Dr. Raimund Geene (HS Magdeburg-Stendal)
    Dr. Frank Lehmann (BZgA), Claudia Höppner
    Ressourcen, Resilienz, Respekt - Wo stehen die kindheitsbezogenen Handlungsfelder?
    Protokoll,
    Script Lehmann,
    Script Geene

  • 22.10.2013
    Prof. Dr. Annette Schmitt (HS Magdeburg-Stendal),
    Susanne Borkowski B. A. (KinderStärken e. V., Stendal)
    Ressourcen, Resilienz, Respekt - Grundpositionen der Elementarpädagogik?
    ProtokollScript

  • 29.10.2013
    Prof. Dr. Detlef Pech (Humboldt Universität Berlin)
    Allgemeine und Inklusionspädagogik in der Schule - Der ressourcenorientierte Blick, oder Defizitlogik?
    ProtokollScript

  • 05.11.2013
    Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn (HS Magdeburg-Stendal)
    Sozialmedizin und ADHS - Ressourcenorientierung oder Problemzentrierung?
    ProtokollScript

  • 12.11.2013
    Prof. Dr. Hans Thiersch (Eberhard Karls Universität Tübingen)
    Ressourcenorientierung in der Sozialpädagogik - Perspektiven und Grenzen
    Protokoll 1Protokoll 2

  • 19.11.2013
    KinderStärken e. V., Schulsozialarbeit Stendal, Musikerfabrik Frank Wedel, Kinderwünsche-Kinderträume Kläden e. V. PRAXISTAG - Akteure stellen sich vor
    Protokoll

  • 26.11.2013
    Prof. Dr. Günter Mey (HS Magdeburg-Stendal)
    Ressourcenorientierte Entwicklungspsychologie - Realität oder Utopie?
    ProtokollScript

  • 03.12.2013
    Prof. Dr. Claudia Wendel (HS Magdeburg-Stendal)
    Tobias Wenzel (HS Magdeburg-Stendal)
    Heads up! Neurowissenschaften im Kontext von Prävention und Gesundheitsförderung
    Protokoll

  • 10.12.2013
    Prof. Dr. Raimund Geene (HS Magdeburg-Stendal)
    "Subjektorientierung und Partizipation Schlüsselbegriffe der Kindheitswissenschaften"
    ProtokollScript

  • 17.12.2013
    Prof. Dr. Michael Klundt (HS Magdeburg-Stendal)
    Kinderarmutsforschung im Wandel von der Defizit- zur Ressourcenorientierung?
    ProtokollScript

  • 07.01.2014
    Claudia Höppner
    Prof. Dr. Eva Luber
    Dr. Andreas Neumann (Chefarzt Johanniter-Krankenhaus - Frauenklinik - Stendal)
    Dr. Ingo Heber (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Stendal)
    Schwangerenvorsorge und kinderärztliche Früherkennungsuntersuchung - Zwischen Risikodetektion und Ressourcenstärkung
    Protokoll

  • 14.01.2014
    Martina Kolbe (Landesvereinigung für Gesundheit - Land Sachsen-Anhalt)
    Gesundheitsförderung - Eine Strategie für Ressourcen
    Protokoll

  • 21.01.2014
    Prof. Dr. Jörg Fischer (Hochschule Erfurt)
    Ilona Oesterhaus (Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt)
    Frühe Hilfen - Zwischen Kontrolle und Förderung
    Protokoll

  • 28.01.2014
    Prof. Dr. Manfred Liebel (Freie Universität Berlin)
    Vertr.Prof. Dr. Katrin Reimer (HS Magdeburg-Stendal)
    Ressourcen, Resilienz, Respekt: Schlüsselbegriffe oder pragmatische Leitkonzepte?
    Skript Liebel,
    Script Reimer
    Protokoll
  • 04.02.2014
    Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Annette Schmitt, Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn, Prof. Dr. Michael Klundt, Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Prof. Dr. Claudia Wendel, Prof. Dr. Günter Mey, Vertr.Prof. Dr. Katrin Reimer
    Abschlussveranstaltung - Ein Resümee
    Protokoll

Abstracts

15.10.2013
Prof. Dr. Raimund Geene (HS Magdeburg-Stendal), Dr. Frank Lehmann (BZgA), Claudia Höppner

Ressourcen, Resilienz, Respekt – wo stehen die kindheitsbezogenen Handlungsfelder?
In den Gesundheitswissenschaften wurde mit der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986 ein Paradigmenwechsel eingeleitet: von einer Fixierung auf Krankheit (Pathogenese) hin zur Betrachtung von Gesundheit (Salutogenese), und grundsätzlicher: von der Defizit- zur Ressourcenorientierung.
Ausgehend von der Darstellung dieser Entwicklung werden wir aktuelle Tendenzen in den Blick nehmen, die entgegen den Prämissen der Ottawa Charta unter Ressourcenorientierung vorrangig eine Förderung individueller Ressourcen versteht. Auch wenn die Stärkung persönlicher Potentiale wie Selbstwirksamkeit seine Berechtigung hat, greifen individualisierte Strategien zu kurz und stehen gesundheitlicher Chancengleichheit entgegen. Als "Schlüsselkonzept" (oder: "State oft the Art") gilt der Setting-Ansatz, der auf die gesundheitsförderliche Gestaltung der Lebenswelten, in denen Menschen sich aufhalten, abzielt. Der Setting-Ansatz will Diskriminierung vermeiden und zielt auf Stärkung und Verknüpfung von individuellen, sozialen und materiellen Ressourcen der Umgebung. Auch in verschiedenen fachlichen Disziplinen der Kindheitswissenschaften vollziehen sich ähnliche Prozesse hin zu einer Orientierung auf Potentiale. Diese verlaufen ebenso wie in den gesundheitsrelevanten Handlungsfeldern durchaus nicht frei von Spannungen. Wir werden einen kurzen Überblick über die Diskurse in den weiteren kindheitsbezogenen Disziplinen und Handlungsfeldern geben, die im weiteren Verlauf der Ringvorlesung detailliert aufgegriffen werden. Zum Abschluss unseres Vortrags werden wir anhand des Beispiels "Kommunaler Partnerprozess - Gesund Aufwachsen für alle!" darstellen, wie eine ressourcenorientierte sektorenübergreifend Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Bildungssystem und weiteren Akteuren zu einem gelingenden Aufwachsen von Kindern beitragen kann. Und anschließend freuen wir uns auf interessierte Nachfragen und eine spannende Diskussionen.

22.10.2013
Prof. Dr. Annette Schmitt (HS Magdeburg-Stendal), Susanne Borkowski B. A. (KinderStärken e. V., Stendal)

Ressourcen, Resilienz, Respekt - Grundpositionen der Elementarpädagogik?
Im Beitrag zur Ringvorlesung am 22.10.13 widmen sich Prof. Dr. Annette Schmitt und Susanne Borkowski B.A. der Ressourcenorientierung in der Elementarpädagogik. Ein Schwerpunkt des Vortrages wird auf der Betrachtung der aktuellen Grundpositionen in der Elementarpädagogik und deren Entwicklung hin zur Ressourcenorientierung liegen. Bildung und Erziehung kann sich diesen zufolge im vorschulischen Bereich nicht in der reinen Wissensvermittlung erschöpfen, sondern sollte zur eigenen Weltaneignung befähigen. Ausgehend vom Bild des "kompetenten Kindes" werden Bildung und Entwicklung als gemeinsame Konstruktion begriffen, an der Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte aktiv beteiligt sind.
Desweiteren wird dargelegt, wie diese Grundpositionen in der Praxis umgesetzt werden können. Ein wichtiger Beitrag wird dabei in dialogisch angelegten Formen der Bildung gesehen. Dies bedarf einer Anerkennung der Kinder als Experten in eigener Sache sowie der Berücksichtigung (alters- und entwicklungsabhängig wachsender) Selbstbestimmung, Entscheidungsfähigkeit und Gestaltungskompetenz. Die aktive Einbindung von Eltern in sog. "Erziehungspartnerschaften" ist dabei von grundlegender Bedeutung, bildet ihre Erziehungskompetenz doch eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Bildungsbiografie von Kindern. Als Erweiterung des klassischen Aufgabengebiets von Kindertageseinrichtungen wird das Erkennen und Nutzen der Ressourcen von Familien sowie die systematische Vermittlung von Unterstützungsangeboten und die Initiierung wohnbereichsnaher Angebote herausgestellt.

29.10.2013
Prof. Dr. Detlef Pech (Humboldt Universität Berlin)

Pädagogik für alle. Respekt, Partizipation und Inklusion.
Mit der UN-Kinderrechtskonvention wurde bereits 1989 ein Instrument geschaffen, das auf die Beteiligung von Kindern in allen Bereichen, die ihr Leben betreffen, verweist. Und doch ist diese Konvention bis heute nur bedingt umgesetzt - insbesondere wenn sie im Kontext der Verfasstheit von Bildungsinstitutionen betrachtet wird. Mit der Behindertenrechtskonvention und der damit verbundenen Aufgabe des Aufbaus eines inklusiven Bildungssystems ist die Herausforderung zweifellos nochmals umfassender geworden. Bildung ist zu adressieren an alle. Die pädagogische Aufgabe eines Umgangs mit Heterogenität kann nicht getrennt von der Anlage der Bildungsinstitutionen betrachtet werden.
Die Umsetzung beider Konventionen ist somit mehr als eine pädagogische Herausforderung. Mit Blick auf die Bildungsinstitution Grundschule wird im Vortrag ein Bild skizziert, das sich diesen Herausforderungen annähert.

05.11.2013
Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Sozialmedizin und ADHS - Ressourcenorientierung oder Problemzentrierung?
ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung bezeichnet ein auffälliges, störendes Verhalten bei Kindern, das bei Jungen und bei Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern häufiger vorkommt und durch die Leitsymptome Unaufmerksamkeit, motorische Unruhe und Impulsivität gekennzeichnet ist. Der Hauptstrom in Wissenschaft und Praxis sieht in ADHS eine Erkrankung des Gehirns, die durch eine Dysbalance des Hirnstoffwechsels in Erscheinung tritt und genetisch verursacht wird. ADHS ist ein Beispiel für eine Tendenz, die man "Medikalisierung" oder "Pathologisierung" der Kindheit nennen kann.
Unter "Medikalisierung" versteht man einen Prozess, in dem menschliche Lebensprobleme definiert und behandelt werden als Probleme der Medizin. Im Vortrag geht es darum, die Mainstream-Hypothese und alternative Erklärungsansätze kritisch zu beleuchten. Welche Interventionen (Medikamentengabe, Verhaltenstherapie, soziale Prävention..) werden durch die jeweiligen Erklärungsansätze nahegelegt? Mit welchem emanzipatorischen oder repressiven Gehalt in Bezug auf Kinderleben und Kindheit sind die jeweiligen Konzepte verbunden?

12.11.2013
Prof. Dr. Hans Thiersch (Eberhard Karls Universität Tübingen)

"Ressourcenorientierung in der Sozialpädagogik - Perspektiven und Grenzen" Menschen in sozialen Schwierigkeiten, in Verhältnissen der Exklusion, der Überforderung und Desorientierung fehlen materielle, politische, soziale und individuelle Ressourcen; Ressourcen braucht, um sie unterstützen zu können, auch die Soziale Arbeit. Das aber ist im sozialpolitischen und kommunalpolitischen Gegenwind der derzeitigen zunehmend gespaltenen und verunsicherten Gesellschaft zum Problem geworden. Die Gültigkeit von Standards, der Nichtausbau überfälliger Maßnahmen und das Sparen sind Indiz einer Dethematisierung des Sozialen, wie es dem herrschenden Primat der Ökonomie und des Neoliberalismus entspricht.
Dagegen gilt es die Aufgaben der Sozialen Arbeit im Anspruch sozialer Gerechtigkeit und in den Konkretisierungen gegenwärtiger gesellschaftlicher Herausforderungen in ihrem neuen Profil deutlich zu machen und die Ressourcen für sie einzufordern. Prof. Dr. Günter MeyRessourcenorientierte Entwicklungspsychologie - Realität oder Utopie? Eine einfache Gegenüberstellung von Ressourcenorientierung auf der einen und eine Krisenzentrierung auf der anderen Seite reicht nicht aus, um die Diskussion in der Entwicklungspsychologie angemessen zu beschreiben. Nach kurzen allgemeinen Bemerkungen soll im Zentrum des Vortrags die Frage nach einer "gelingenden" Identitätsbildung aufgeworfen und daran problematisiert werden, welche Herausforderungen - und Zumutungen - bestehen, die Entwicklung durchaus als Krisengeschehen erscheinen lassen. Angesichts dessen, dass Subjekten zunehmend mehr abverlangt wird, ihren Lebensentwurf umzusetzen, nehmen "Geschichten vom beschädigtem Leben" durchaus zu. Aufgezeigt werden soll aber auch, wie es ihnen gelingt, sich den Zumutungen zu widersetzen. Dass dafür persönliche, soziale und materielle Ressourcen notwendig sind, wird ebenso angesprochen wie die generelle Frage nach Anerkennung und Zugehörigkeit.

03.12.2013
Claudia Wendel und Tobias Wenzel (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Heads up! Neurowissenschaften im Kontext von Prävention und Gesundheitsförderung
Neurowissenschaften versammeln diverse wissenschaftliche Diszip-linen unter einem Dach. Die Zusammenarbeit von Grundlagenwis-senschaften und klinischen/angewandten Wissenschaften birgt ein großes Potential, um verschiedene Erklärungsebenen zu integrieren und damit neue Erkenntnisse zu entwickeln. Von besonderem Inte-resse für Fragestellungen aus dem Bereich der Angewandten Kind-heitswissenschaften ist die neuropsychologische Perspektive, die Phänomene des Verhaltens und Erlebens mit Strukturen und Funkti-onen des Gehirns verbindet und die lebenslange Plastizität des Organs berücksichtigt.
Im Vortrag werden wir uns schwerpunktmäßig mit kindlichem Schädel-Hirn-Traumata und ADHS befassen. Hierbei werden jeweils neuere neurowissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt. Speziell wird der Frage nachgegangen, ob sich aus dem Kenntnisstand auch übergreifende Strategien bzw. individuelle In-terventionen ableiten lassen, die im Sinne von Prävention und Res-sourcenorientierung wirksam sind.

Prof. Dr. Beatrice Hungerland (HS Magdeburg-Stendal)
und Prof. Dr. Anne Wihstutz (Evangelische HS Berlin)

im Gespräch: "Kleine unsoziale Wilde" oder "kompetente Akteure und autonome Expert_innen ihrer Selbst"? Der soziologische Blick auf Kinder im Wandel oder Vom Werdenden zum Seienden - das Kind in der soziologischen Betrachtung Als unsoziale, unzivilisierte, egoistische, triebgesteuerte kleine Wesen sahen über lange Zeit die großen Gesellschaftstheoretiker die Kinder - wenn sie sie überhaupt sahen. Kinder wurden als Gegenstück zum rationalen, in der Gesellschaft kompetent handelnden Erwachsenen entworfen, und erschienen damit per se als unvollständig und defizitär. Waren Kinder in solcher Weise konstruiert, konnte die Aufgabe legitimiert werden, sie in vielfältiger Weise zu beeinflussen, sie in spezifischer Weise zu bilden, zu erziehen und so zu handlungsfähigen Gesellschaftsmitgliedern zu machen.
Die Notwendigkeit gesellschaftlicher Einpassung wird allerdings zunehmend kritisch reflektiert, stellt sie sich doch als soziale Konstruktion dar. Stattdessen gilt es zu hinterfragen, unter welchen Bedingungen und für welche gesellschaftlichen Verhältnisse Kinder "geformt" werden sollen. In diesem Zusammenhang hat sich seit etwa einem Vierteljahrhundert mit der Soziologie der Kindheit eine neue Sichtweise auf Kinder etabliert, die diese weniger als "Werdende" denn als "Seiende" in den Blick nimmt. Kinder werden als Akteure in ihrer Lebenswelt ernst genommen, mit eigenen Kulturen, eigenen Perspektiven auf die Welt und spezifischen Handlungsoptionen. Ihre "Andersartigkeit" wird nicht mehr als Defizit (in Bezug auf Erwachsene als Maßstab) wahrgenommen, sondern in seiner Besonderheit erkannt, der in Theorie, Forschung und Praxis Rechnung getragen werden soll. Anne Wihstutz und Beatrice Hungerland, beide im Vorstand der Sektion "Soziologie der Kindheit" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, verdeutlichen im Gespräch den Wandel der soziologischen Wahrnehmung von Kindern.

17.12.2013
Prof. Dr. Michael Klundt (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Kinderarmutsforschung im Wandel von der Defizit- zur Ressourcenorientierung?
Von welchen und wessen Defiziten und von welchen und wessen Ressourcen handeln viele öffentliche, wissenschaftliche und politische Debatten über Kinderarmut? Die Antwort darauf beschreibt einen bestimmten Kontext der Kinderarmutsforschung in den letzten Jahrzehnten. Manche mögen mutmaßen, dass Ressourcenorientierung und Resilienzansatz in der Kinderarmutsforschung zu sehr gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen aus dem Auge zu verlieren drohen, zugunsten einer Individualisierung sozialer Probleme.
Dem kann durch eine Repolitisierung der Kinderarmutsforschung abgeholfen werden. Sie geht davon aus, dass auch das politische, wissenschaftliche und publizistische Reden über Arme (Kinder und Familien) einen Teil der gesellschaftspolitischen Polarisierungs-Problematik ausmacht und auf Ressourcen und Resilienz wirkt. Demgemäß besteht das Ressourcen- und das Resilienzkonzept nicht darin, das individuelle Ertragen unerträglicher Zustände zu propagieren. Vielmehr geht es darum, subjektive Stärken zu ermitteln sowie individuelle und kollektive Bewältigungspraxen zu analysieren, die zur Veränderung widriger Hand-lungsbedingungen beitragen können.

07.01.2014
Prof. Dr. Eva Luber, Claudia Höppner (MPH), Dr. med. Andreas Neumann, Dr. med. Ingo Heber Dr. med. Ingo Heber, Praxis für Kinder-und Jugendmedizin Stendal

"Kinderfrüherkennungsuntersuchungen"
Präventivmedizin spielt in der Kinder- und Jugendmedizin traditionell eine wichtige Rolle. Kindervorsorgeuntersuchungen sind dabei ein etabliertes Instrument zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der 0- bis 18-Jährigen. Neben der Anamnese und der ärztlichen Untersuchung zählen Beratung und präventive Aufgaben zu den Vorsorgeinhalten. Im Vortrag wird das System der aktuellen Screeninguntersuchungen, der herkömmlichen U1 - U9 incl. U7a sowie der teilweise angebotenen neuen Vorsorgen (U10, U11, J2) und PaedChecks (Selektivverträge) dargestellt. Eine Vielzahl altersspezifischer Besonderheiten der kindlichen Entwicklung erfordert fachliche Kompetenz, komplizierte bürokratische und organisatorische Regelungen sind inzwischen ein eingespieltes Team. Dabei bleibt die Frage, was die Vorsorgeuntersuchungen leisten können. Probleme bei der praktischen Umsetzung und kritische Überlegungen werden aufgezeigt. (Dauer ca. 15 min.)
Prof. Dr. med. Eva Luber "Vorsorgeuntersuchungen für Kinder" Entlang einer SWOT Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren) werden Geschichte, Ist-Stand und mögliche Entwicklungen der Vorsorgeuntersuchungen beleuchtet. Sie werden dargestellt in ihrer Widersprüchlichkeit als bestens eingeführte Vorsorgemaßnahme, die jedoch bisher keine wissenschaftliche Bestätigung gefunden hat. Es wird ein Blick darauf geworfen, ob und wie die möglicherweise gefundenen Risiken im Alltag der Kinder und ihrer Familien dann auch behandelt werden, welche Rahmenbedingungen notwendig sind um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Dipl. Soz. Claudia Höppner, MPH "Schwangerenvorsorge zwischen Risikodetektion und Ressourcenstärkung" Schwangere Frauen haben in Deutschland unabhängig von Beschwerden und gesundheitlichen Problemen die Möglichkeit, Schwangerenvorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Geregelt sind diese, 1966 in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommenen Untersuchungen in den Mutterschaftsrichtlinien. Sie zielen darauf ab, ein mögliches Risiko für Mutter und/oder Kind frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls medizinisch zu behandeln. Die Untersuchungen werden auch bei gesunden Frauen vorrangig bei niedergelassenen Gynäkolog_innen und nur in geringerem Umfang auch bei Hebammen durchgeführt. Untersuchungsergebnisse und Risikofaktoren werden im sog. Mutterpass dokumentiert. Fragen beispielsweise zu der psychosozialen Vorbereitung auf die Mutterschaft, zum Wohlbefinden sowie zu weiteren möglichen Ressourcen sind im Mutterpass nicht vorgesehen. Bei jeder "gesunden" Schwangeren werden laut Mutterschaftsrichtlinien allein 120 Tests durchgeführt, denen nur teilweise eine Evidenzbasierung zugrunde liegt. Bei bis zu ¾ aller werdenden Mütter werden Schwangerschaftsrisiken diagnostiziert und im Mutterpass eingetragen, was oftmals mit einer Häufung von Untersuchungen verbunden ist. Die Angst vor Testergebnissen und die Risikofixierung kann Frauen in ihrer Selbstwahrnehmung und Selbstregulation beeinträchtigen. Viele Frauen insistieren auf ein Gefühl von "Sicherheit" durch medizinische Untersuchungen, die den Normverlauf ihrer Schwangerschaft bestätigen mögen. Die Vorsorgeuntersuchungen auf Basis des Risikokonzepts können dazu beitragen, dass werdende Mütter die Schwangerschaft als pathologisches und zu kontrollierendes Ereignis erleben.
Soziale, psychische und physische Ressourcen werden bislang oftmals nur am Rande aufgegriffen und auch eine systematische Vernetzung von gynäkologischen Praxen mit weitergehenden psychosozialen Beratungs- und Unterstützungsangeboten ist nicht gegeben. Es stellt sich die Frage, warum in Deutschland so selten eine vorgeburtliche Betreuung durch Hebammen stattfindet, welche - auch in Zusammenarbeit mit Gynäkolog_innen - eine Ausrichtung hin zu mehr Ressourcenorientierung ermöglicht.
Dr. med. Andreas Neumann, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Johanniter-Krankenhaus Stendal Hier soll es um das Spannungsfeld zwischen Risikoscreening und Stärkung von Potentialen der zukünftigen Eltern gehen.
Im Einzelnen können dabei folgende Leitfragen behandelt werden:
- Welche Folgen drohen bei Unterdiagnostik in der (Schwangerschafts-)Vorsorge, also: welche Risiken dürfen keinesfalls übersehen werden?
- Welche Probleme drohen bei Überdiagnostik, also: Überversorgung, Recht auf Nicht-Wissen, ethische Dilemmata bei Ultraschalldiagnostik,
- Was sollte kassenfinanziert sein, welche IGeL sind gerechtfertigt, welche Sectio-Raten sind anstrebenswert/ vertretbar etc.?

21.01.2014
Prof. Dr. Jörg Fischer (HS Erfurt) und Ilona Oesterhaus (Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt)

Frühe Hilfen – zwischen Kontrolle und Förderung
"Frühe Hilfen" als frühzeitige Unterstützung von werdenden Eltern und Eltern kleiner Kinder mit dem Schwerpunkt bis zu drei Jahren haben in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit bekommen. Mit Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes zum 01.01.2012 sind sie nunmehr auch in dem neu geschaffenen " Gesetz zur Kooperation und Information in Kinderschutz" verankert. "Frühe Hilfen" sind dabei keine neue Hilfestruktur. Vielmehr geht es um die konsequente und abgestimmte Zusammenführung von bestehenden Unterstützungs- und Hilfssystemen auf regionaler Ebene.
Die Herausforderung dabei ist die Einbeziehung der verschiedenen Professionen, die im Kontext des Kindeswohls und der Kindergesundheit miteinander kooperieren müssen. In dem input soll die Entwicklung der Frühen Hilfen im Kontext des Landes- und des Bundesgesetze s zum Kinderschutz dargestellt werden und wie das Spannungsverhältnis zwischen Hilfe und Kontrolle diskutiert wurde. Mit Einführung des Landeskinderschutzgesetzes Ende 2009 sind gute Grundlagen geschaffen worden, auf die die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes mit der in diesem Gesetz verankerten "Bundesinitiative Frühe Hilfen" aufbaut. Die "Bundesinitiative Frühe Hilfen" wird in den Regionen des Landes Sachsen-Anhalt mit großem Engagement umgesetzt, wobei die Herausforderung der Kooperation der verschiedenen Professionen in der Praxis - auch im Spannungsfeld zwischen Hilfen und Kontrolle - deutlich wird. Es soll aber auch dargestellt werden, wie diesen Herausforderungen erfolgreich begegnet werden kann.
Prof. Dr. Jörg Fischer Frühe Hilfen sind nicht nur ein Sammelbegriff für Unterstützungsangebote für junge Familien mit einem Kind unter drei Jahren. Vielmehr verbirgt sich hinter dem Begriff ebenso eine professionelle Herangehensweise von niedrigschwelligen und frühzeitig angelegten Zugängen zu Eltern, mit dem Ziel, die Dominanz des jugendamtstypischen kontrollierenden Blicks und die Fokussierung von familiären Problemlagen und daraus resultierende elterliche Abwehrhaltungen gegenüber dem Jugendhilfehandeln zu vermindern. In der stattdessen zu erprobenden Ressourcenorientierung lässt sich im Blick auf Familien und deren Lebenssituationen eine Vielzahl von institutionellen, professionellen und methodischen Ableitungen treffen, die in ihrer Umsetzung eine enorme Herausforderung darstellen. Im Input sollen diese Herausforderungen analysiert, praxisnah erläutert und in Bezug auf ihre Bewältigungsmöglichkeiten hinterfragt werden.

28.01.2014
Prof. Dr. Manfred Liebel (Freie Universität Berlin), Vertr.-Prof. Dr. Katrin Reimer (HS Magdeburg-Stendal)

Ressourcen- und Subjektorientierung – Schlüsselbegriffe der Angewandten Kindheitswissenschaften
Die Kindheitswissenschaften stehen vor der Herausforderung, sie zu einer kritisch- materialistischen Sozialwissenschaft mit einer kritischen Sozialtheorie weiterzuentwickeln. Das Handeln von Kindern müsste in seinem Eigensinn und seiner möglichen Reichweite und Wirksamkeit begriffen werden, ohne jene Machtverhältnisse aus den Augen zu verlieren, die Kinder - mit allen auch negativen Konsequenzen bis in ihre Leiblichkeit hinein - erleben. Die Referentin und der Referent geben Anregungen, inwieweit Ressourcen, Resilienz und Respekt als Schlüsselbegriffe zu diesem Vorhaben beitragen können.
Es wird dafür plädiert, sie unter Vermeidung psychologistischer Engführungen als "offene Begriffe" und "dichte ethische Begriffe" bzw. pragmatische Leitkonzepte zu re-konzeptualisieren, dabei mit Blick auf Kindheit eine differenzierte Konzeption von Macht (etwa im Sinne der Unterscheidung von "power over" und "power to") und mit Blick auf Kinder als relativ machtlose "soziale Gruppe" Konzepte wie Agency und Handlungsfähigkeit zu nutzen, um die soziale Stellung und die Handlungspotentiale und -optionen von Kindern zu entwickeln.

04.02.2014
Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Annette Schmitt, Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn, Prof. Dr. Michael Klundt, Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Prof. Dr. Claudia Wendel, Prof. Dr. Günter Mey, Vertr.Prof. Dr. Katrin Reimer

Abschlussveranstaltung "Kinder stark machen! Ressourcen, Resilienz, Respekt" – Ein Resümee
Im nun zu Ende gehenden Wintersemester haben insgesamt 24 Referent/innen ausführlich ihre Sichtweisen und Überlegungen vorgestellt und mit breitem Publikum diskutiert, wie Kinder gestärkt werden können. Im Zentrum stand dabei die Frage, was eine solche neue, ressourcenorientierte Handlungsweise unterstützt, aber auch, wo ihre Grenzen verlaufen: wo ist die "klassische" Pädagogik der Defizitorientierung weiterhin unverzichtbar, wie zB. in der Identitätsbildung Jugendlicher? Wo scheitert sie an anderslautenden Regelungen wie z.B. an juristischen oder finanziellen Anreizen?
Auf der Abschlussveranstaltung am Dienstag, dem 4. Februar 2014, 16 Uhr im Audimax der Stendaler Hochschule werden die Ergebnisse der Ringvorlesung eingangs kurz dargestellt. Anschließend werden diese von einem Kreis der beteiligten Kindheitswissenschaftler/innen gemeinsam diskutiert und ausgewertet.

Herausforderungen Früher Bildung

Im Rahmen der Ringvorlesung "Herausforderungen früher Bildung" referieren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis zu aktuellen Themen aus dem Bereich der Frühen Bildung und diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmenden.

Die Veranstaltung richtet sich an (früh-)pädagogische Fachkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Übersicht der aktuellen und vergangenen Vorlesungsthemen finden Sie auf den Seiten des Kompetenzzentrums Frühe Bildung.

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Ringvorlesung in Magdeburg und Stendal
Dienstags 16 - 18 Uhr 9. April - 9. Juli 2013

Die Veranstaltungen werden jeweils per Videokonferenz zwischen den Standorten übertragen.

Programm

  • 9. April 2013, Stendal**
    Prof. Dr. Maisha-Maureen Eggers
    Gender versus diversity - Diversität als update von Geschlechteranalysen (Einführungsvortrag) Diversity Matters. Thematisierungen von Gleichheit und Differenz in der rassismuskritischen Bildungs- und Soziale Arbeit. In: Landeshauptstadt München Direktorium, Antidiskriminierungsstelle für Menschen mit Migrationshintergrund, AMIGRA München (Hrsg.): Dokumentation Fachtagung Rassismuskritische Bildungs- und Soziale Arbeit. 23.03.12 München
  • 16. April 2013, Magdeburg*
    Dr. Johanna Peitsch
    Geschlechtersensible Mädchenarbeit in Ost und West: Gestern - heute - morgen?
  • 23. April 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Christine Goutrié
    Ge:schlechter - Ge:besser Geschlechterklischees im Designprozess
  • 30. April 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Ulrike Ahlers
    Sonderstatus Frau in männerdominierten Berufsbranchen = Sonderstatus Mann in frauendominierten Berufsbranchen?
  • 7. Mai 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Anne Lequy "
    Die Frauenfrage ist gelöst!" Geschlechterbilder, Emanzipation und Feminismus in der DDR-Frauenliteratur
  • 14. Mai 2013, Magdeburg*
    Dr. Rawan Ibrahim Columbia University Middle East Research Center (Amman, Jordanien)
    The influence of the patriarchal system and collectivist culture on female care leavers in Jordan
  • 21. Mai 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Frauke Mingerzahn
    Geschlecht in der Kita: Aktuelle Diskurse
  • 4. Juni 2013, Magdeburg*
    Johanna Possinger Deutsches Jugendinstitut München
    Im Zeitstress - Väter zwischen Fürsorge und Brotverdienen
  • 11. Juni 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Ulrike Busch Hochschule Merseburg
    Kinderwunsch, Familien- und Lebensplanung im Genderfokus
  • 18. Juni 2013, Stendal**
    Ramona Stirtzel
    Gender- und Diversity - aufmerksame Kinderpädagogik in der Sozialen Arbeit
  • 25. Juni 2013, Stendal**
    Prof. Dr. Manuela Schwartz
    Hat Musik ein Geschlecht?
  • 2. Juli 2013, Magdeburg*
    Martina Stark
    Gender im Automobildesign - Umgang weiblicher Studierender mit dem "Männerthema" Automobil
  • 9. Juli 2013, Magdeburg*
    Prof. Dr. Jan Pinseler
    Geschlecht und Identität in den Medien: Simplifizierende Konstrukte und komplexe Repräsentationen

mind & brain - brain & mind

Öffentliche Veranstaltungsreihe; kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Sommersemester 2013
Mittwoch, 17.00 Uhr - 18.30 Uhr
Audimax,
Hochschule Magdeburg-Stendal,
Osterburger Str. 25,
39576 Hansestadt Stendal

Rückfragen an:
Prof. Dr. Caludia Wendel (claudia.wendel(at)hs-magdeburg.de)
Prof. Dr. Günter Mey (guenter.mey(at)hs-magdeburg.de)
Anika Noack (anika-noack@gmx.de)

Die psychologische Erforschung des Erlebens und Verhaltens von Menschen wurde in den vergangenen Jahren vielfach durch neurowissenschaftliche Zugänge unterstützt, ergänzt und herausgefordert. Die Fragestellungen in allen psychologischen Grundlagen- und Anwendungsfeldern haben sich verändert - besonders attraktiv erscheint die Möglichkeit eines "direkten" Zugangs zu mentalen Prozessen durch Methoden der Bildgebung.
Im Rahmen der Vorlesungsreihe werden sowohl aktuelle Ergebnisse an der Schnittstelle von Brain & Mind vorgestellt, gleichzeitig wird kritisch hinterfragt, in welcher Form sich mentale Prozesse überhaupt neurowissenschaftlich erfassen lassen. In der Erforschung der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen haben sich neurobiologische Theorien mittlerweile fest etabliert, manche Störungsbilder (insbesondere ADHS) gelten aktuell primär als Funktionsstörungen bzw. Fehlprogrammierungen des Gehirns. Die Implikationen für Diagnostik und Therapie werden kontrovers diskutiert. Auch die subjektive Perspektive von Menschen mit Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns soll beleuchtet werden: Wie werden medizinische Eingriffe ins Gehirn erlebt? Wie kann man mit einer schweren Schädigung des Gehirns leben?

Programmplakat

Presse

Programm

  • 24.04.2013
    Dr. Henriette Krug (Charité Berlin):
    Technik im Hirn - Cyborg im Geist? Überlegungen zu den anthropologischen und ethischen Implikationen der tiefen Hirnstimulation auf der Grundlage von Patientenerfahrungen
  • 15.05.2013
    Georg Claus und Sabine Schleppy (Berlin):
    Mit einem Schlag ist alles anders - Leben nach erworbener Hirnschädigung
  • 05.06.2013
    Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn (Hochschule Magdeburg-Stendal):
    ADHS - eine Krankheit des Gehirns?
  • 12.06.2013
    Prof. Dr. Jaan Valsiner (Aalborg University, Dänemark):
    Epigenetics and Development - How the Mind Breaks the Temporal Symmetry of the Brain
  • 19.06.2013
    Prof. Dr. Birgit Elsner (Universität Potsdam):
    Wenn das Gehirn laufen lernt - Frühkindliche Gehirnentwicklung und entstehendes Handlungsverständnis
  • 03.07.2013
    Prof. Dr. Wolfgang Maiers (Hochschule Magdeburg-Stendal):
    Psychologische und neurowissenschaftliche Bewusstseinstheorie. Historisch-materialistische Perspektiven auf das psychophysische Problem.

Abstracts

Dr. med. Dipl.-Theol. Henriette Krug
(Charité - Universitätsmedizin Berlin, Freie Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin):
http://neurologie.charite.de/index.php?id=40241
Technik im Hirn - Cyborg im Geist? - Überlegungen zu den anthropologischen und ethischen Implikationen der tiefen Hirnstimulation auf der Grundlage von Patientenerfahrungen Bei dem neurotechnischen Therapieverfahren der tiefen Hirnstimulation (THS) wird durch elektrische Stimulation bestimmter Hirnareale neuronale Aktivität gezielt moduliert, wodurch die Symptome einer Erkrankung vermindert werden oder sogar ganz verschwinden.
Dieses Verfahren stellt somit eine direkte Verbindung zwischen Technik und menschlichem Hirngewebe dar, die eine Möglichkeit externer elektronischer Einflussnahme auf neuronale Aktivität bietet. Seit über zwanzig Jahren wird die THS vornehmlich zur Behandlung neurologischer Erkrankungen wie idiopathisches Parkinsonsyndrom, Dystonien oder Tremor eingesetzt, in den vergangenen Jahren aber auch zunehmend bei psychiatrischen Krankheitsbildern, z.B. Depression oder Zwangserkrankungen. Spätestens mit dieser Entwicklung und hierdurch hervorgerufene Assoziationen an die medizinhistorisch problematische Ära der so genannten Psychochirurgie oder science-fiction-Szenarien von neurotechnisch optimierten Mensch-Maschine-Hybriden werden die anthropologischen und ethischen Implikationen der THS verstärkt diskutiert: Das Gehirn gilt als die für die Persönlichkeitsbildung essentielle Steuerungszentrale des Menschen.
Die THS als eine Methode zur gezielten elektronischen Einflussnahme auf das Gehirn provoziert damit Fragen nach körperlichen und/oder mentalen Auswirkungen, die die Persönlichkeit der betreffenden Person verändern. Dabei stellt sich die Folgefrage, wie PatientInnen ggf. solche Einflüsse erleben und damit umgehen. Ändert sich für sie möglicherweise mehr als nur die Zielsymptome? In Auseinandersetzung mit diesen kritischen Anfragen wird in dem Beitrag auf der Grundlage von Patientenerfahrungen ein Überblick über die mögliche Bedeutung einer THS-Intervention für die hiermit behandelten Menschen sowie deren Angehörige gegeben, um darauf aufbauend die ethischen Konsequenzen zur Diskussion zu stellen.

Georg Claus (Berlin) & Sabine Schleppy, Dipl. Päd. (Berlin),
Mit einem Schlag ist alles anders- Leben nach erworbener Hirnschädigung I. Der langsame Weg zurück ins Leben (aus der Sicht des Betroffenen) (Vortrag: Georg Claus) II. Leben nach erworbener Hirnschädigung (Vortrag: Sabine Schleppy) Durch einen Unfall oder eine Erkrankung kann es zu einer erworbenen Hirnschädigung kommen- die betroffene Person und ihr Umfeld stehen hierbei vor komplexen Bewältigungsaufgaben.
Das Erleben aus Sicht des Betroffenen und der Angehörigen im Zeitverlauf vom Akutereignis bis zum Langzeitverlauf werden dargestellt. Hierbei wird Einblick gegeben in Prozesse der Krankheitsverarbeitung und der Anpassung an veränderte Lebensbedingungen und Ressourcen. Die Bedeutung der professionellen Versorgungssysteme im rehabilitativen Nachsorgeprozess wird kritisch beleuchtet. Ausgehend von der eigenen Lebenssituation werden Hürden und Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens vorgestellt und es wird darüber diskutiert, wie TEILHABE am sozialen, beruflichen und gesellschaftlichen Leben gesichert werden kann. http://www.tettricks.de

Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn (Hochschule Magdeburg-Stendal)
ADHS - eine Krankheit des Gehirns?
ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung bezeichnet ein auffälliges, störendes Verhalten bei Kindern, das bei Jungen und bei Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern häufiger vorkommt und durch die Leitsymptome Unaufmerksamkeit, motorische Unruhe und Impulsivität gekennzeichnet ist. Der Hauptstrom in Wissenschaft und Praxis sieht in ADHS eine Erkrankung des Gehirns, die neurobiologisch durch eine Dybalance im Dopaminstoffwechsel in Erscheinung tritt und genetisch verursacht wird. Im Vortrag geht es darum, dies kritisch zu prüfen. Dabei muss auch der gesamte wissenschaftliche Diskurs um ADHS einbezogen werden. Hier bietet das Konzept der 'Medikalisierung' sozialer Probleme und abweichenden Verhaltens produktive Ansatzpunkte.

Prof. Dr. Jaan Valsiner (Aalborg University, Dänemark):
Epigenetics and Development - How the Mind Breaks the Temporal Symmetry of the Brain
Contemporary neurosciences have emerged from the ontological perspective on both the brain and the mind as two abstract entities, the relations between which have been usually set up in static terms. In concrete research that static perspective is exemplified in the uses of fMRI techniques to establish correspondences between mental functions and brain activity. Such "intracranial phrenology" produces no novel breakthroughs in the neurosciences because of the epistemological obstacle of treating time as symmetric.
Viewed developmentally-which means treating time as irreversible constant movement from past towards future-the assumption of symmetry of time is an axiomatic misfit that needs to be replaced by its opposite-asymmetry of time. When viewed from that perspective, the mind<>brain relation is a dynamic process that constructs the real present from a multitude of possible futures. This shift of axiomatic basis in the biological sciences-exemplified by our contemporary "Epigenetics revolution" since the 1970s-provides a synthesis of developmental and brain sciences in which the psychological level of organization of the human mind constrains functional brain processes, while the latter set basic limits on the former.
Readings: Bernstein, N. (1996). Die Entwicklung der Bewegunsfertigkeiten. Leipzig: Institut für angewandte Trainingswissenschaft.
Valsiner, J. (in press). Epigenetics in Development: Three models of control. In V. Lux and J.-T. Richter (Eds), Epigenetik. Berlin: W. Fink

Prof. Dr. Birgit Elsner (Entwicklungspsychologie, Universität Potsdam)
http://www.psych.uni-potsdam.de/people/elsner/index-d.html
Wenn das Gehirn laufen lernt - frühkindliche Gehirnentwicklung und entstehendes Handlungsverständnis
Bis noch vor einigen Jahrzehnten waren Forschende davon überzeugt, dass die Gedankenwelt von Babies sehr arm ist, weil sie noch nicht über sprachliche Fähigkeiten verfügen. Durch moderne Techniken können wir aber inzwischen erschließen, wie Säuglinge ihre Umwelt und die Menschen darin wahrnehmen. Die frühkindliche Gehirnentwicklung liefert hierfür eine wichtige Grundlage.
Der Vortrag behandelt verschiedene Fragen: Was und wie lernen Säuglinge und Kleinkinder aus der Beobachtung des Verhaltens anderer Personen für ihr eigenes Handeln? Können bereits Babies das Verhalten Anderer vorhersagen? Wissen Kinder, dass unseren Handlungen geistige Zustände zugrundeliegen, wie Wünsche oder Absichten, die man von außen nicht beobachten kann? Hierzu wurden Kinder in den ersten zwei Lebensjahren mittels Verhaltensbeobachtung, EEG-Messung und Eye-Tracking untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Säuglinge die Menschen in ihrer Umgebung genau beobachten und dass sie aus diesen Beobachtungen sehr viel für ihr eigenes Handeln lernen. In besonderem Maße sind hierbei neuronale Grundlagen von Aufmerksamkeitsprozessen, der motorischen Simulation und des Gedächtnisses beteiligt.

Prof. Dr. Wolfgang Maiers (Hochschule Magdeburg-Stendal)
Psychologische und neurowissenschaftliche Bewusstseinstheorie.
Historisch-materialistische Perspektiven auf das psychophysische Problem. Das psychophysische Problem (auch Leib-Seele-Problem genannt) stellt für die Psychologie das philosophische Zentralproblem schlechthin dar. Die in zeitgenössischer psychologischer Theoriebildung nicht selten anzutreffenden "neuroreduktionistischen" Kategorienfehler verdeutlichen beispielhaft, wohin Indifferenz oder unzureichende Reflexion dieses Problems führen können. Eine Kernkontroverse in diesem Zusammenhang betrifft die Frage, in welchem Verhältnis psychische Phänomene und Hirnprozesse stehen, namentlich ob und inwiefern erstere kausal auf neuronale Vorgänge zurückführbar seien.
Verschiedene Versuche, das psychophysische Problem aufzulösen, werden vorgestellt: dualistische und interaktionistische Positionen sowie (mechanisch-)materialistische Identitätstheorien wie der eliminative Materialismus. Dagegen soll die Perspektive gesetzt werden, die ein historisch-materialistischer Ansatz für eine Theorie des Bewusstseins/Erlebens eröffnen kann, die weder dessen Gebundenheit an hirnphysiologische Strukturen/Prozesse verkennt noch seine spezifische Qualität verleugnet oder physikalistisch verfehlt.

Alltagspraxen: Kinder und Jugendliche. Leben. Kultur

Öffentliche Veranstaltungsreihe;
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich,
als Lehrer_innen-Fortbildung zertifiziert

Wintersemester 2012/13
Dienstag, 16.15 Uhr - 17.45 Uhr (plus Zusatztermine)
Audimax, Hochschule Magdeburg-Stendal,
Osterburger Str. 25,
39576 Hansestadt Stendal

Mit der Ringvorlesung "Alltagspraxen" möchten wir verschiedene Perspektiven auf Kinder und Jugendliche als "handelnde Subjekte" legen und deren "Alltagshandeln" in verschiedenen Lebenswelten zum Thema machen; und wir wollen dem Titel entsprechend gleichzeitig ausleuchten, welche Ansprüche an die Praxis gestellt werden, die ihre Angebote strikt vom "Standpunkt des Subjekts" und ihre Arbeit mit Kindern und Jugendliche als "subjektorientiert" ausrichten.

Rückfragen an
Prof. Dr. Günter Mey guenter.mey@hs-magdeburg.de

Programmplakat

Pressespiegel

Programm

  • 16.10.2012
    Prof. Dr. Michael Klundt (HS Magdeburg-Stendal)
    Kinderöffentlichkeit: Entstehung, Implikationen und Rahmenbedingungen einer kindheitswissenschaftlichen Kategorie
    ProtokollScript
  • 23.10.2012
    Prof. Dr. Günter Mey (HS Magdeburg-Stendal)
    Filmvorführung "Meller 88 - Portrait einer Punk-WG" (Bellenbaum/Mey 1987) mit anschließender Diskussion
    Protokoll
  • Zusatztermin Freitag 26.10.2012 - 14:00-19:00
    Fachtagung: Der Lebensraum der Großstadtkindes" von Martha Muchow - Kindheitsforschung von Gestern zu Heute [Vorträge von Dr. Imbke Behnken, Prof. Dr. Elfriede Billmann-Mahecha, Prof. Hannelore Faulstich-Wieland, Prof. Dr. Peter Faulstich, Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Prof. Dr. Günter Mey, Prof. Dr. Gerold Scholz, Prof. Dr. Kristin Westpfahl]
  • 30.10.2012
    Prof. Dr. Morus Markard (FU Berlin)
    Was man von Karl Marx über (kindliche) "Kompetenz" lernen kann.
    ProtokollScript
  • 06.11.2012
    Prof. Dr. Beatrice Hungerland (HS Magdeburg-Stendal)
    "Ja, dass man halt auch selbständig wird und so, man lernt auch viel draus." Was Kinder und Jugendliche über ihre Arbeit sagen.
    Protokoll
  • 13.11.2012
    Prof Dr. Peter-Ulrich Wendt (HS Magdeburg-Stendal)
    Heute schon "gebrannt"? Oder: Der Standpunkt des emanzipierten Subjekts - Fachkräfte des Sozialen als HüterInnen des Fachlichen unter den Bedingungen des Prekariums
    ProtokollScript
  • 20.11.2012
    Praxistag: JFZ Mitte, Kinderstärken e.V., Kunstplatte, Netzwerk Migration Stendal, Musikerfabrik Frank Wedel
    Protokoll
  • 27.11.2012
    Dr. Thomas Kliche (HS Magdeburg-Stendal)
    Kühltruhen, Kuschelecken, kurze Leinen: Organisationskultur/en in Kitas und ihre Brüche
    ProtokollScript
  • Zusatztermin Freitag: 30.11.2012
    Fachtagung: Kita und Schule im Dialog [Vorträge Projektgruppe Kita und Schule im Dialog (13:30-14:00), Prof. Dr. mult Wassilios Fthenakis (14:00-14:45) und Prof. Dr. Wolfgang Maiers (17:30-18:30)]
  • 04.12.2012 Simone Fulir, Sabine Kuhnert (TdA - Theater der Altmark, Stendal):Wozu das Theater? Die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen als zentraler Bestandteil der Theaterpädagogik
    ProtokollScript
  • 11.12.2012
    Gabriele Rohmann (Archiv für Jugendkulturen): Krass aktiv - Potenziale politischer Bildung in Jugendkulturen
    ProtokollScript
  • 18.12.2012
    Calle Overweg (freier Autor und Regisseur, Berlin): Filmvorführung "Die Villa" mit anschließender Diskussion
    Protokoll
  • 15.01.2013
    Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Oldenburg)
    Wie aus Jugendlichen Jugendliche mit Migrationshintergrund werden. Überlegungen zu reflexiver Subjektorientierung
    ProtokollScript
  • 22.01.2013
    Dr. Katrin Reimer (Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt)
    Rechtsextreme Lebenswelten als Herausforderung für "subjektorientierte" Soziale Arbeit
    Protokoll
  • 29.01.2013
    Dr. Lars Allolio-Näcke (Universität Erlangen-Nürnberg)
    Kulturpsychologie und Anthropologie der Religiösen Entwicklung beim Kinde
    Protokoll

Abstracts

Prof. Dr. Michael Klundt (HS Magdeburg-Stendal)
Kinderöffentlichkeit: Entstehung, Implikationen und Rahmenbedingungen einer kindheitswissenschaftlichen Kategorie
Thema der Vorlesung ist das auf den Kinderrechten basierende Konzept der Kinderöffentlichkeit. Was kann darunter verstanden werden? Der Vortrag präsentiert Beispiele, wie über Kinder, mit Kindern und von Kindern Öffentlichkeit hergestellt wird. Warum sollen und wie können Kinder ihre Bedürfnisse und ihre Meinungen öffentlich äußern, sodass diese auch berücksichtigt werden? Welche Rolle spielen dabei die Erwachsenen, wenn es darum geht, Kinder zu unterstützen, ohne sie zu bevormunden? Räume, Zeiten und soziale Lebenslagen lassen sich als zentrale Einflussfaktoren für Kinderöffentlichkeit ausmachen. Schließlich geht es darum, mit kindheits(politik)wissenschaftlicher Perspektive förderliche Bedingungen für Kinderöffentlichkeit zu erkunden.

Prof. Dr. Günter Mey (HS Magdeburg-Stendal)
Filmvorführung "Meller 88 - Portrait einer Punk-WG" (Bellenbaum/Mey 1987) mit anschließender Diskussion
"Meller 88" ist ein Videodokumentarfilm (Bellenbaum/Mey 1987, 63 min.), der während einer zweimonatigen Teilnahme mit einer Gruppe von Punks entstand. Im Mittelpunkt des Videos stehen Interviews, die eingerahmt werden von Beobachtungen - inszenierte Szenen und Alltagsbilder. Durch das Gesamt von Bild- und Wortmaterial will die Videodokumentation ein Einblick geben in die Teilbereiche Freizeit, Arbeit, Politik. So gesehen ist "Meller 88" ein Versuch, ein Portrait einer Gruppe zu zeichnen, das durch sehr persönlich gehaltene Stellungnahmen "näher an" das Selbstverständnis der Jugendlichen heran- und über Klischees hinausreicht, auch weil mit Klischees "gespielt" wird. Durch die Skizzen entstehen sehr "dichte Beschreibungen" um einzelne Personen, mit denen erst gar nicht der Anspruch erhoben wird, eine allgemeingültige Charakteristik über Punk und die Punks abzuliefern.

Prof. Dr. Morus Markard (FU Berlin)
Was man von Karl Marx über (kindliche) "Kompetenz" lernen kann
Charles Bukowski soll gesagt haben, dass die meisten Menschen als Genies geboren und als Idioten beerdigt werden - was bedeutete, dass der Sozialisations- in erster Linie ein Verblödungsprozess wäre. Was den Ausgangspunkt angeht, mag diese Überlegung gegenüber der Vorstellung, dass Kinder nur unter dem Aspekt zu sehen sind, was sie (noch) nicht können, erfrischend sein; im Ergebnis aber ist sie pessimistisch: den kompetenten Genies wird ihr Genius mehr oder weniger systematisch ausgetrieben. Wie aber können wir, weder schönfärberisch noch pessimistisch, (kindliche) Kompetenz in unserer - von Marx analysierten, kapitalistischen - Gesellschaft begreifen, die uns nicht nur Handlungsmöglichkeiten bietet, sondern uns immer auch mit Handlungsbehinderungen konfrontiert? Damit stellt sich auch die Alternative: Bedeutet Kompetenz gewitztes Zurechtkommen im Dschungel der Konkurrenz oder die - solidarische - Auseinandersetzung damit? Wie bewegen wir uns bzw. Kinder sich in dieser Alternative? Was sind die jeweiligen psychologischen Begleiterscheinungen? Der Vortrag will versuchen, unter Bezug auf die Kritische Psychologie und deren Konzept der (restriktiven) Handlungsfähigkeit die Widersprüchlichkeit von "Entwicklung" und "Kompetenz" zu thematisieren: Es gibt zwar kein richtiges Leben im falschen (Adorno), aber das heißt ja nicht, dass es überhaupt nichts Richtiges gibt.

Prof. Dr. Beatrice Hungerland (HS Magdeburg-Stendal)
"Ja, dass man halt auch selbständig wird und so, man lernt auch viel draus."
Was Kinder und Jugendliche über ihre Arbeit sagen. Viele Kinder und Jugendliche arbeiten, noch mehr hätten gerne einen bezahlten Job. Auch unbezahlte Mithilfe gehört zur Lebensrealität der meisten Kinder und Jugendlichen. Dabei ist die Arbeit von Kindern und Jugendlichen, zumindest deren Erwerbsarbeit, in Deutschland wie in den meisten Ländern verboten bzw. nur mit Einschränkungen erlaubt. Warum arbeiten Schüler und Schülerinnen, was bedeutet ihnen ihre Arbeit, wie wichtig ist ihnen das selbstverdiente Geld, welche Arbeit gefällt ihnen, welche Tätigkeiten machen keinen Spaß, wie lassen sich Arbeit und Schule vereinbaren? Der Vortrag gibt erste Antworten auf diese weitgehend unerforschten Fragen aus der Lebensrealität vieler Schülerinnen und Schüler. Bezug genommen wird auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das sich der Thematik explizit mit einem subjektorientierten Zugang genähert und versucht hat, die Perspektiven der befragten Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen.

Prof Dr. Peter-Ulrich Wendt (HS Magdeburg-Stendal)
Heute schon "gebrannt"? Oder: Der Standpunkt des emanzipierten Subjekts - Fachkräfte des Sozialen als HüterInnen des Fachlichen unter den Bedingungen des Prekariums
Das Thema "burnout" ist (wieder einmal) en vogue; arbeitsmedizinischer Dienste und Krankenkassen schlagen Alarm: In den Medien hat es Konjunktur, allerlei Ratgeberliteratur ist erschienen. Hier tut sich ein Markt auf. Aktuellere Literatur zu Prozessen beruflichen Ausbrennens in der Sozialen Arbeit ist dagegen rarer und im Besonderen im Blick auf die Kinder- und Jugendarbeit kaum vorhanden, ebenso wenig aus der Fachpraxis selbst. Der Kinder- und Jugendring des Landes Sachsen-Anhalt spricht davon, dass sich in den letzten Jahren Veränderungen in den Arbeitsbedingungen ergeben hatten (z. B. desolate Budgets, eine verstärkte Konkurrenz der Träger um Fördermittel), die direkt oder indirekt Auswirkungen auf die Arbeitssituation von Fachkräften in der Kinder- und Jugendarbeit hatten. Vor allem werden Stellenreduzierungen, einhergehend mit Arbeitsverdichtung beim bestehenden Personal, der verstärkte Einsatz von AGH/Ein-Euro-Jobs, deren Anleitung den Fachkräften obliege, und deutlich weniger Zeit für die Zielgruppen durch gestiegenen Verwaltungsaufwand registriert. Zu dieser Arbeitssituation von Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt habe ich eine Überblicksstudie vorgelegt, über die ich im Vortrag berichten und Kernergebnisse vorstellen werde (ohne eine "burnout"-Studie zu präsentieren). Außerdem werde ich über Anregungen des Umgehens mit diesen Bedingungen sprechen.

Praxistag: Im Dialog mit Akteuren der Jugendarbeit Der Praxistag widmet sich dem Dialog mit regionalen Einrichtungen.
Eingeladen sind in diesem Jahr die Kunstplatte, der Verein Kinderstärken, das JFZ Mitte, die Musikerfabrik von Frank Wedel sowie Liane Bischoff vom Netzwerk Migration, die ihre Arbeit vorstellen und mit denen über die Möglichkeiten (und Grenzen) einer "subjektorientierten Jugendarbeit" debattiert werden soll.

Dr. Thomas Kliche (HS Magdeburg-Stendal)
Kühltruhen, Kuschelecken, kurze Leinen: Organisationskultur/en in Kitas und ihre Brüche
Menschen in Kitas - und vielen anderen Einrichtungen - wünschen sich i.d.R. eine einheitliche, harmonische Organisationskultur: Alle sollen stets freundlich und konstruktiv miteinander umgehen, Unstimmigkeiten offen und ehrlich aus der Welt räumen und sich zufrieden auf ihr tägliches Miteinander freuen. Fallstudien, Praxisbeispiele und Befragungen zeigen jedoch, dass die Teilkulturen für Fachkräfte, Leitung, Träger, Eltern, Kinder nicht unbedingt übereinstimmen: Es gibt gewissermaßen Paralleluniversen in vielen Einrichtungen (wie wohl auch in anderen Bereichen des Gesundheits-, Bildungs-, Sozialwesens). Was kann man aus dieser Einsicht für Praxis und Forschung gewinnen? Dazu lohnt ein Blick auf Konzept und Forschungsstand der Organisationskultur. Sie führen zur Betrachtung wichtiger aktueller "Baustellen" in Kitas, zu Entwicklungspotenzialen dieser Einrichtung sowie zu Bedingungen und Dynamiken günstiger Organisationsentwicklung. Hierzu gehören u.a. die Diskussion und Akzeptanz der Professionalisierung, auch wenn diese zu stärker formalem und theoriegeleitetem Handeln führt, was als "Distanzierung" erlebt werden kann; das systematische In-Gang-Setzen vertrauensbildender Erfahrungskreisläufe zwischen allen Gruppen und Ebenen; ein Bewusstsein für die Wichtigkeit breiter Gestaltungsspielräume der einzelnen Kita und hochqualifizierter Fachkräfte bei den Trägern; sowie die unterstützende Einbindung von "Neuankömmlingen" in der Organisation - von Kindern, Mitarbeiter/-innen, Nachwuchsfachkräften und natürlich Familien.

Alexander Netschajew, Simone Fulir, Sabine Kuhnert (TdA - Theater der Altmark, Stendal)
Wozu das Theater? Die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen als zentraler Bestandteil der Theaterpädagogik
Die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen, aber auch mit Erwachsenen und Senioren in verschiedensten Lebenszusammenhängen, hat in Deutschland Hochkonjunktur. Landauf landab wird in Kindergärten, Schulen, Unternehmen, Jugendtreffs, Arbeitsämtern, natürlich in Theatern und in vielen weiteren Institutionen gespielt. Aber warum eigentlich? Wie eigentlich? Und was hat Theater mit Pädagogik zu tun? Im Laufe der relativ jungen Geschichte der Theaterpädagogik hat sich mit der Entwicklung und Variation des Kunstbegriffs und des Kunstverständnisses auch der pädagogische und ästhetische Ansatz der Disziplin stets verändert und weiterentwickelt. Verschiedenste Formen und Mischformen zwischen Klassikerinszenierungen mit nicht professionellen Darstellern, autobiographischem Theater oder sogar "unsichtbarem Theater" existieren heute nebeneinander und miteinander. Anhand einiger beispielhafter Formen (in ihrer historischen Reinform) soll die Verschiedenheit des pädagogischen Ansatzes und der Prozessgestaltung, die Haltung gegenüber dem im Prozess befindlichem Subjekt, seine Aktions- und Gestaltungsräume innerhalb des Prozesses und mögliche Effekte beleuchtet und diskutiert werden.

Gabriele Rohmann (Archiv für Jugendkulturen)
Krass aktiv - Potentiale politischer Bildung in Jugendkulturen
Die Klagen über das Desinteresse von Jugendlichen an politischen und gesellschaftlichen Themen sind nicht neu und immer noch verbreitet. Begeben wir uns tiefer ins Feld, zeigt sich ein anderes Bild: Punks organisieren mit "Resist to Exist" ein Festival gegen rechtsextreme Strukturen im Kiez, Jugendliche vom Berliner Mellowpark fordern im Senat den Erhalt ihrer Skate- und BMX-Anlage, in HipHop-Foren wird rege über antisemitische Songtexte des Rhein-Main Rappers Haftbefehl diskutiert, DJane Monika Kruse wehrt sich mit der Initiative "No Historical Backspin" gegen Neonazis in der Techno-Szene. Jugendliche sind mitten drin in der politischen Bildung - nur anders als erwartet. In dem Vortrag werden Arbeiten des Berliner Archiv der Jugendkulturen vorgestellt, das seit mehr als zehn Jahren das Potenzial dieser informellen und nonformalen Aktivitäten von jungen Menschen aufgreift und Szenen und politische Bildungsarbeit verbinden. In den Projekten "Culture on the Road" und New Faces arbeiten junge Szene- und Medienexpert_innen aus Deutschland und Israel mit Jugendlichen und Erwachsenen zu Antisemitismus und anderen Diskriminierungen. Im Projekt "EIGENREGIE" begegnen sich die Generationen, und Jugendliche werden zu multimedialen Gestalter_innen von Geschichte. Ein Einblick in Chancen von und Erfahrungen mit Widerstand, aktiver Teilhabe und Empowerment.

Calle Overweg (freier Autor und Regisseur, Berlin)
Filmvorführung "Die Villa" (2005) mit anschließender Diskussion
Jungen und Mädchen aus dem Berliner Kinderheim Karlshorst erzählen große und kleine Geschichten über ihr Leben und ihren Alltag im Heim, wobei die Vorgeschichte ebenso eine Rolle spielt wie die Träume und Hoffnungen der Kinder. In einer Mischung aus dokumentarischen Passagen, Zeichentrick-Sequenzen und selbst gesprochenen Kommentaren der Kinder verdichtet sich der genau beobachtende Film zu einer beeindruckenden Beschreibung, die stets den Blickwinkel der Kinder spiegelt und Einblicke in ihr Seelenleben gewährt. (entnommen aus "Filmlexikon", zweitausendeins.de)

Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Oldenburg)
Wie aus Jugendlichen Jugendliche mit Migrationshintergrund werden.
Überlegungen zu reflexiver Subjektorientierung Mit der Re-Konstruktion subjektiver Handlungs- und Deutungsmuster, Positionierungen und Alltagspraxen geht es bestimmten Forschungsansätzen in kritischer Absetzung von "Ausländerforschung" und "Gastarbeiterforschung" darum, MigrantInnen über die Rekonstruktion ihrer Deutungs- und Handlungsmuster in ihrem Subjektstatus sichtbar zu machen. Insofern der Verlust von Gewissheiten und weiterhin das Bewusstsein um Kontingenz sowie der Umgang mit Mehrdeutigkeiten als Anforderungen verstanden werden können, mit denen Mitglieder moderner Gesellschaften generell konfrontiert sind, rückt "die MigrantIn" zudem aus dem diskreditierenden Blick, den beispielsweise Ansätze auf sie warfen, die ihr einen Modernisierungsrückstand attestierten. Das Migrationssubjekt wird somit in den Status gehoben, nicht nur die Anforderungen der Moderne an das einzelne Individuum, sondern auch produktive Möglichkeiten des Umgangs mit diesen Anforderungen gleichsam (proto)typisch darzustellen. Sobald aber MigrantInnnen als (typische) Subjekte moderner Verhältnisse verstanden und untersucht werden, werden auch stärker subjektkritische und subjektivierungstheoretische Ansätze in der Analyse migrationsgesellschaftlicher Realitäten bedeutsam. Diese gewinnen im Zuge neuerer Theorie-Debatten stärker an Bedeutung in der Migrationsforschung. Das Subjekt ist in dieser zweiten Perspektive nicht (der Forschung) vorausgesetzt bzw. ihr "natürlicher" Referenzpunkt. Vielmehr geht es darum, Prozesse der Konstitution von Subjekten zu untersuchen - also die Voraus-Setzungen der Subjektwerdung selbst zu befragen, zu erklären und zu kontextualisieren. Die Frage ist dann nicht mehr in erster Linie, wie migrantische Subjekte sich deutend und handelnd zu gesellschaftlichen Bedingungen ins Verhältnis setzen. Vielmehr geht es darum, die (gesellschaftlichen) Bedingungen in den Blick zu nehmen, aufgrund derer Menschen überhaupt in die Position kommen, (sich) als migrationgesellschaftlich spezifische Subjekte zu denken, zu handeln und sich als solche auf gesellschaftliche Bedingungen zu beziehen. In meinem Vortrag möchte ich über methodologische Implikationen des sich über diese beiden Punkte (Subjektorientierung und Subjektkritik) entfaltenden Spannungsfeldes nachdenken.

Dr. Katrin Reimer (Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt)
Rechtsextreme Lebenswelten als Herausforderung für "subjektorientierte" Soziale Arbeit
Soziale Arbeit ist in vielen Praxisfeldern mit Jugendlichen konfrontiert, die sich in rechtsextremen Lebenswelten bewegen: in der Schule, im Jugendclub oder auf der Straße, im betreuten Wohnen oder in der Ausbildung, und in der Jugendanstalt. Was "subjektorientierte" professionelle Arbeit in diesen Kontexten sein könnte, wird (spätestens) seit Beginn der 1990er Jahre lebhaft diskutiert. Erörtert wird dabei, wie Professionelle das Alltagshandeln der Jugendlichen verstehen und eine Arbeitsbeziehung mit ihnen aufbauen können, ohne einverstanden zu sein mit ideologischen Sichtweisen und gewalttätigem Handeln. Welche Rolle Prekarisierung und Ideologisches für rechtsextreme Lebenswege spielen, wird kontrovers eingeschätzt. In jüngerer Zeit steht die Bedeutung von Geschlecht für rechtsextreme Lebenswege im Zentrum der Aufmerksamkeit. In diesem Beitrag werden zunächst zentrale soziologische und sozialpädagogische Positionen in den genannten Diskussionsfeldern rekapituliert, um den "Stand" in Theorie und Praxis Sozialer Arbeit herauszuarbeiten. Dabei wird die These vertreten, dass in den 1990er Jahren die soziale Frage in verkürzter Form betont und Ideologische tendenziell vernachlässigt wurde, während in den 2000er Jahren das Ideologische in verkürzter Form betont und die soziale Frage vernachlässigt wurde. Beides hat spezifische Konsequenzen für die Konzeptualisierung und Umsetzung "subjektorientierter" Sozialer Arbeit. Abschließend wird ein soziologischer Versuch unterbreitet, die soziale Frage mit dem Ideologischen zu vermitteln, um Perspektiven einer Sozialen Arbeit zu eröffnen, die sich in den Widersprüchen einer Praxis vom Standpunkt des Subjekts zu bewegen weiß.

Dr. Lars Allolio-Näcke (Universität Erlangen-Nürnberg)
Kulturpsychologie und Anthropologie der Religiösen Entwicklung beim Kinde
Hatte die deutsche Psychologie bis zum Nationalsozialismus noch ein reges Interesse am Thema Religion, so lässt sich dieses nur noch vereinzelt nach dem Import des Behaviorismus finden. Das Thema Religion wurde mehr und mehr anderen Wissenschaften überlassen, während sich die Psychologie immer mehr zur säkularen Wissenschaft entwickelte. Insofern entstanden die heute verfügbaren Theorien der religiösen Entwicklung im Wesentlichen im Kontext der christlichen Theologie. Zunächst werde ich diese Theorien unter psychologischen Gesichtspunkten und Wissenschaftskriterien untersuchen. Anschließend stelle ich einige 'alternative' psychologische und kulturpsychologische Erklärungen religiöser Entwicklung vor, die religiöse Entwicklung als Teil der allgemeinen kognitiven bzw. Intelligenzentwicklung fassen. Im Anschluss werde ich nach den Desiderata fragen, die unter einer solchen intellektualistischen Betrachtung ausgespart bleiben. Dabei wird es im Wesentlichen um Alltagspraktiken, Emotionen und den Körper als Agens gehen. Abschließend soll ein Ausblick auf eine Kulturpsychologie der religiösen Entwicklung gegeben werden, die beidem gerecht wird: dem semiotischen UND leiblichen Subjekt ebenso, wie den intentionalen Welten, in denen es sich bewegt.

Psychologie und (Neue) Medien

Öffentliche Veranstaltungsreihe mit 7 Vorträgen; kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich

Pressestimme

Programm

  • 02.05.2012
    Dr. Jan-Hinrik Schmidt (Hans-Bredow Institut für Medienforschung)
    Digitale Medien im Alltag - Kommunikationssoziologische Überlegungen zu Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement
  • 09.05.2012
    Calle Overweg (Berlin, Filmregisseur);
    "Beziehungsweisen" (Filmvorführung mit anschließender Diskussion), Beginn: 16 Uhr, Ende: 19 Uhr
  • 16.05.2012
    Dr. Peter Tossmann (delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH Berlin)
    Internetbasierte Interventionen in der Sucht- und Drogenberatung. Wen erreichen sie? Was leisten sie?
  • 23.05.2012
    Prof. Dr. Gabriele Franke (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Pathologischer PC-/ Internet-Gebrauch - Empirische Betrachtungen
  • 30.05.2012
    Prof. Dr. Herbert Fitzek (Business School Potsdam)
    Werbung im Dienst sozialer Verantwortung. Eine kulturpsychologische Studie zur medialen Sensibilisierung für den Umgang mit Obdachlosigkeit
  • 13.06.2012
    Prof. Dr. Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Open Access : Wissenschaft als Öffentliches Gut. - Zu verschenkten Publikationspotenzialen im Zeitalter des Internet
  • 27.06.2012
    Prof. Dr. Annette Schmitt (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Frühe Medienbildung
  • 11.07.2012
    Prof. Dr. Jaan Valsiner (Clark University, USA)
    The Media - The World as it is not - and the Mediator (who still is)

Rückfragen an: Prof. Dr. Günter Mey (guenter.mey@hs-magdeburg.de)

Abstracts

  • Dr. Jan-Hinrik Schmidt (Hans-Bredow Institut für Medienforschung)
    Digitale Medien im Alltag - Kommunikationssoziologische Überlegungen zu Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement
    Digitale Medien haben einen tiefgreifenden Einfluss auf den individuellen Alltag. Insbesondere die Anwendungen und Plattformen des "social web" wie Facebook, Twitter, Wikipedia oder YouTube verändern die Art und Weise, wie Menschen sich selbst präsentieren, Beziehungen zu anderen pflegen und sich in der Welt orientieren. Der Vortrag identifiziert aus einer kommunikationssoziologischen Perspektive die wesentlichen Nutzungspraktiken und diskutiert ihre Konsequenzen für Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Am Beispiel des Wandels von Öffentlichkeit zeigt er zudem auf, wie das individuelle Medienhandeln immer auch Teil umfassenderer gesellschaftlicher Strukturen ist, die durch den Medienwandel herausgefordert werden.
    Script
  • Calle Overweg (Berlin, Filmregisseur); Beziehungsweisen
    Calle Overweg präsentiert den bereits auf der Berlinale 2012 gezeigten Film "Beziehungsweisen" und stellt sich im Anschluss den Fragen und Diskussionsbeiträgen des Publikums. Herr Overweg lebt als Autor, Regisseur und Cutter in Berlin. Viele seiner Filme für Kinder und Erwachsene wurden ausgezeichnet. Der Film, Beziehungsweisen, handelt von Liebes-Beziehungs-Arbeit in progress. Im nüchternen Ambiente eines Studios finden Therapiesitzungen statt. Die verhandelten Probleme sind gängige. Die Klienten werden von Schauspielern dargestellt, die Therapeutinnen und Therapeuten sind tatsächlich in diesem Beruf tätig und nicht inszeniert. Hinzu kommen in der Tradition des epischen Theaters gestaltete Szenen aus dem Alltag der Paare, die mit minimalem Dekor auskommen, sowie Werkstattgespräche, in denen die Therapeuten dem Filmteam aus ihrer Praxis berichten. Dokumentarische Elemente und improvisiertes Schauspiel gehen eine ungewöhnliche Verbindung ein und ergeben eine Spiel-Art des Dokumentarischen, die mit Abstraktion und Fiktion arbeitet und sich um Authentizität nicht schert. In der offensichtlichen Laborsituation und ihrer Künstlichkeit entstehen berührende Momente voller Emotion. (entnommen und modifiziert aus: Internationale Filmfestspiele Berlin, 2012)
  • Dr. Peter Tossmann (delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH Berlin)
    Internetbasierte Interventionen in der Sucht- und Drogenberatung. Wen erreichen sie? Was leisten sie?
    Das Internet ist in den letzten Jahren zunehmend zu einem Alltagsmedium geworden, das immer häufiger auch im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung genutzt wird. Im Rahmen des Vortrags soll vorgestellt werden, welche spezifischen Zielgruppen der Sucht- und Drogenberatung mit internetbasierten Programmen erreicht werden und welche Effekte hierbei erzielt werden können. Im Detail wird dabei auf Programme eingegangen, die in den letzten Jahren von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etabliert wurden: Eine webbasierte Ausstiegshilfe für jugendliche Raucherinnen und Raucher, sowie die Beratungsprogramme "quit the shit" und "check-dein-spiel", die für Cannabis-konsumentinnen und -konsumenten bzw. Glücksspielerinnen und Glücksspieler konzipiert sind.
  • Prof. Dr. Gabriele Franke (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Pathologischer PC-/ Internet-Gebrauch - Empirische Betrachtungen
    Bücher und Buchdruck sowie Radio und Fernseh(technik) werden heute durch Computertechnologie und Neue Medien, die sich im Weltweiten Netz (World Wide Web) ausformen, abgelöst. Diese neuen Werkzeuge und Medien können ge- und missbraucht werden. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene erschließen sich diese Welten frei und unbefangen in (Online-)Spielen, in der Unterhaltung (Chatten) oder der Teilnahme an Online-Communities (Zugehörigkeit zu einer Gruppe); andererseits fehlt ihnen aber zumeist die kritische Kompetenz. Pathologischer PC-/ Internetgebrauch führt zur Vernachlässigung sozialer Kontakte, der Selbstsorge sowie zu Entzugserscheinungen. Empirische Betrachtungen, basierend auf eigenen Datenerhebungen an 1.123 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Nord- und Mitteldeutschland, verdeutlichen inhaltliche und methodische Probleme der Diagnostik des pathologischen PC-/ Internet-Gebrauchs und verweisen auf ungeklärte Fragen bezüglich der Intervention.
  • Prof. Dr. Herbert Fitzek (Business School Potsdam)
    Werbung im Dienst sozialer Verantwortung.
    Eine kulturpsychologische Studie zur medialen Sensibilisierung für den Umgang mit Obdachlosigkeit In einer kulturpsychologischen Studie zu einem Werbespot mit sozial-karitativem Hintergrund konnten über Tiefeninterviews und morphologische Beschreibung grundlegende Qualitäten des Umgangs mit Obdachlosen herausgearbeitet werden. Die sich jenseits der (gewollten) Werbebotschaft einstellende Wirkung des Spots repräsentiert den "Auskuppelcharakter" der Gegenwartskultur und das paradoxe Bedürfnis der Zeitgenossen nach sichernden Grenzen und deren Überschreitung.
  • Prof. Dr. Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Open Access : Wissenschaft als Öffentliches Gut. - Zu verschenkten Publikationspotenzialen im Zeitalter des Internet
    Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte von Open Access werden die beiden grundlegenden Strategien des Open-Access-Publizierens (der sogenannte "goldene" und "grüne" Weg) am Beispiel der internationalen Open-Access-Zeitschrift "Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research" (FQS, http://www.qualitative-research.net/fqs/) und dem themenbezogenen Dokumentenserver "Social Science Open Access Repository" (SSOAR, http://www.ssoar.info) veranschaulicht. Aufgezeigt wird, welche Konsequenzen aus Open Access für die Sichtbarkeit und Wirksamkeit wissenschaftlicher Veröffentlichungen erwachsen und welcher Nutzen sich für Interessierte aus der Praxis einstellen kann. Ebenso wird auf immer wiederkehrende Vorbehalte gegen Open Access eingegangen.
  • Prof. Dr. Annette Schmitt (Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Frühe Medienbildung
    Mediale Erfahrungen beginnen früh, Kinder wachsen heute mit Medien auf: Die meisten Kinder im Vorschulalter schauen zuhause fern, hören Hörspiele und Musik-CDs und kennen aus ihrer Familie Foto- und Filmkameras, Telefon und Handy. Viele haben auch schon erste Erfahrungen mit Computerspielen, Spielkonsolen und dem Internet gemacht, auch die Werbung hat Kinder längst als Zielgruppe entdeckt und spricht sie gezielt über die Medien an. Angesichts dieser Bedeutung von Medien im Alltag von Kindern steht die Frühpädagogik - sofern sie den Anspruch ernst nimmt, sich an den Interessen und Themen von Kindern zu orientieren - vor der Herausforderung, sich diesem Thema gegenüber zu öffnen. Ein Schritt in diese Richtung ist in der Verankerung des Bildungsbereichs Medien in den Bildungsplänen zu sehen, diesen haben einige Bundesländer vollzogen, Sachsen-Anhalt allerdings nicht. In diesem Beitrag wird ein Rahmenmodell der frühen Medienbildung zur Diskussion gestellt, in dessen Mittelpunkt das medienkompetente Kind und sein aktiver Umgang mit Medien stehen. Dieser Rahmen umfasst zwei Aspekte der Medienkompetenz: auf der einen Seite Kompetenzen für den aktiven und kreativen Umgang mit Medien, auf der anderen Seite Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Medien und der Selbstregulation des eigenen Mediengebrauchs. Anhand von Beispielen aus der Praxis wird illustriert, in welcher Weise derartige Ziele der Medienbildung entwicklungsgemäß auch mit sehr jungen Kindern angestrebt werden können. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Potenziale von Medien für die Artikulation eigener Sichtweisen und die Partizipation an der Gestaltung der eigenen Lebensumstände gelegt.
  • Prof. Dr. Jaan Valsiner (Clark University, USA)
    The Media - The World as it is not - and the Mediator (who still is)
    Our contemporary social discourses in any society operate in terms of both glorifying and demonizing "the media" and attributing miraculous powers to its "effects". In contrast to this presentational discourses-the function of which is to symbolically mark the social role of "the media"-I analyze the role of the Recipient of the communicative messages from "the media" from the perspective of processes of internalization/externalization. The Recipient is the Mediator in the process of opening and closing oneself to the goals-oriented messages of "the media". As such, the Mediator operates to attenuate or amplify the "media effects", thus being the key agents in co-producing these "effects". While "the media" involves creation of an imaginary world of communicative messages (the "as-if" world), the Mediator coordinates its reception with the "as-is" realities. Under conditions of vastly developing communication technologies that coordination is put under time stress which may amplify the vulnerability of the Mediator to "media effects".
    Script

Von Generation zu Generation

Kosten- und anmeldefreie Ringvorlesung für SeniorInnen, Familien, (Sozial-) PädagogInnen und alle InteressentInnen

Hochschule Magdeburg-Stendal
Osterburger Str. 25,
39576 Hansestadt Stendal

Programmplakat 

Pressemeldungen

Programm

  • 18.10.2011
    Generationenbeziehungen: Differenzen und Ambivalenzen
    Prof. Dr. Günter Mey, Stendal
    Demografischer Wandel und gesellschaftliche Veränderungsprozesse verlangen eine Beschäftigung mit intergenerationalen Beziehungen. Diese wurden und werden überwiegend als konflikthaft beschrieben. In der medialen Öffentlichkeit ist vielfach die Rede vom "Krieg der Generationen", von "Alt gegen Jung". In dem Vortrag wird gefragt, wie sich Generationenbeziehungen angemessen beschreiben lassen, in dem geklärt wird, was unter Generation zu verstehen ist und welche Lebensthemen und Entwicklungsthematiken sich über den Lebenslauf in den einzelnen Lebensaltern stellen, um mögliche Schnittflächen generationaler Bezugnahmen herauszuarbeiten. Betont wird dabei, dass Differenzen notwendig sind, aber nicht notwendig konfliktös sein müssen, ohne damit allerdings eine einseitig harmonistische Perspektive zu bedienen. Hilfreich erscheint hierzu das Konzept der Generationenambivalenz, das Kurt Lüscher in die Diskussion eingebracht hat.
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  • 25.10.2011
    Brückenobjekte verbinden Generationen. Weitergabe - Erben - Trauern - Transzendenz
    Prof. Dr. Franz Breuer, Münster
    In gestalteten Dingen manifestieren sich Personen, soziale Gemeinschaften, Kulturen und Epochen. Sie sind Repräsentanten mit Symbolgehalt, sie sind von ihren Gestaltern bzw. Besitzern gewissermaßen beseelt und haben Wirkung. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten werden den Objekten aufgrund der Deutungsarbeit der kontextuellen Akteure verliehen. Die Weitergabe und Übernahme von Hinterlassenschaften zwischen Besitzern unterschiedlicher Generationen (Vorgängern und Nachfolgern) ist in diesem Zusammenhang von Interesse. Dabei stoßen wir - mit psychologischen Augen betrachtet - auf Vermächtnis-, Aneignungs- und Gedächtnisarbeit in der Beziehungsaushandlung der Protagonisten. Ein Transfer persönlich gestalteter Objekte spielt in unterschiedlichen Zusammenhängen eine Rolle. Hier stehen das Ver-/Erben, die Transzendenz und das Trauern/ Gedenken im Mittelpunkt. Besonders altwerdende und alte Menschen beschäftigen sich in bestimmter Weise mit Fragen des Überdauerns, der Transzendenz ihres Daseins.
    Sie sorgen sich beispielsweise um das weitere Schicksal von Dingen, die ihnen persönlich wichtig sind, die zu Lebzeiten ihre Identität ausgemacht haben: Besitztümer, Hervorbringungen, Lebens-/Werke - "persönliche Objekte" mit identifikatorisch-identitärer Charakteristik. Sie bemühen sich, den Umgang der Zurückbleibenden damit - über das eigene Ableben hinaus - zu bestimmen oder zu beeinflussen. Sie verfassen testamentarische Verfügungen, in denen sie solche Angelegenheiten zu regeln versuchen.
    Sie hinterlassen Vermächtnisse. Sie versuchen, ihr Bild im Gedächtnis der Nachkommen zu prägen. Sie streben nach einer bestimmten Darstellung und Würdigung "in den Geschichtsbüchern" - in den geschriebenen und ungeschriebenen, in den familiären und transfamiliären. Sie leben in bestimmter Weise in der Nachwelt weiter - sei es in Form ihrer Hinterlassenschaften, ihrer Werke, sei es in Form von Gedächtnis und Erinnerung. Was aus all dem wird, haben sie jedoch nicht vollständig und nicht allein in der Hand: Sie sind auf die Kooperation der Hinterbliebenen angewiesen. Diese haben die Zeit auf ihrer Seite. Sie können überkommene Werke wahren und pflegen - sie können sie jedoch auch neu prägen und umwidmen, sogar umstürzen und vernichten. Sie können das Bild eines Vorangegangenen in den Geschichtsbüchern würdigen, umschreiben oder ausradieren. In solchen Konstellationen findet ein Aushandlungsprozess zwischen den Generationen statt, der seine Vorgeschichte u. a. im Beziehungsverhältnis der Protagonisten zu ihren gemeinsam verbrachten Lebzeiten besitzt. Vieles an derartigen Aushandlungen wird nicht explizit sondern implizit kommuniziert. Aus Feldern des Weitergebens und Übernehmens, des Vererbens und Erbens, des Erinnerns und Würdigens werden hier einige Überlegungen und Beobachtungen vorgestellt. Sie basieren vor allem auf eigenen Forschungsarbeiten zum Vorgänger-Nachfolger-Verhältnis in institutionellen und persönlichen Bezügen.
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  • 27.10.2011
    Psychology at the twitting century: From philosophy to the marketplace
    Prof. Dr. Jaan Valsiner, Worchester (USA)
    Remarks on the History of Psychology Psychology moves ahead in close interaction with social discourses in the societies where it proliferates. As an autonomous discipline it emerged in early 19th century German lands as a response to the French Revolution and subsequent occupation of the German speaking areas. Over the 19th century psychology was a hostage to the fight between Naturwissenschaften and Geisteswissenschaften ideological discourses. The 20th century brought with it two wars in Europe, television, and WWW. Our 21st century starts as a "twitting century"- with the indiscriminate proliferation of 140 character rapid messages on any kind of topic. How does psychology as science - and as applied practice - adjust to such technologically instituted changes in human lives? We will look at the importance of consumer/producer discrepancy in a society, together with the socially relevant incompetences that such split produces. Psychology may have a role of legitimization of these incompetences as if they give rise to new competences (and performances).
    The basic question remains-is psychology (as a science) leading the knowledge construction about the psyche in a society, or is it following such knowledge charted out by other institutions (governments, mass media, etc.?
    Script
  • 01.11.2011
    Praxistag: Stendaler Akteure stellen sich vorMit den Gästen
    Kinder Stärken e.V., Familienzentrum Färberhof gGmbH,, Torsten Mehlkopf, Leiter des städtischen Jugendamtes BIS, Ländliche Erwachsenenbildung in Sachsen
    ProtokollScript
  • 03.11.2011
    A socio spatial model of children's physical activity: sharks, spiders, strangers and parents
    Prof. Dr. Colin MacDougall, Adelaide (Australien)
    A socio spatial model of children's physical activity: sharks, spiders, strangers and parents. When the director general of the World Health Organisation launched the report of the Commission on the Social Determinants of Health in Geneva on 28 August 2008 she said: this ends the debate decisively. Health care is an important determinant of health. Lifestyles are important determinants of health. But it is factors in the social environment that determine access to health services and influence lifestyle choices in the first place. The evidence is therefore being clear that children's behaviour is not completely under control of the parents and teachers. Rather behaviour such as physical activity is determined by those social, economic and cultural factors that shape the activities of daily life. But does this end the debate about how to change policy and do effective health promotion with children? Not yet, I argue. We have models and frameworks which are conceptually useful.
    But, They have been completed with spiderwebs where everything is connected to everything else and we do do not know where to start if we want to change anything. One commentator has even asked if we know where the spider is! We therefore need to develop models that link the social and the cultural so that we can explain the day to day activities of childhood is enough detail to take health promotion action with confidence. Our models must also be child centred, consistent with the rights based approach that does research with, not to, children. I have developed a socio spatial model of children's physical activity with three interlocking elements: locating in space, moving through space and relating to people in space.
    I show how this model can bring together a number of different areas of research in children's physical activity. Then, I test the model on research findings from South Australia about the differences in physical activity characteristics between city and country children. (This is where the sharks are important). I also show how the models fit with emerging theoretical and methodological innovations known as the new mobilities paradigm.
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  • 08.11.2011
    Diskussion und Filmausschnitte zu "Treibhäuser der Zukunft" von Reinhard Kahl
    Protokoll
  • 15.11.2011
    Familie der Zukunft
    Prof. Dr. Raimund Geene, Stendal
    Familien sind heute in Deutschland in der Minderheit - wegen des starken Geburtenrückgangs leben heute weniger erwachsene Menschen mit Kindern als ohne. Zugleich sind Familien stark und zunehmend von Armut betroffen (Infantilisierung bzw. Familiarisierung von Armut). Dabei sind Familien unersetzbar - als primäre Sozialisation für ihre eigenen Kinder, aber auch als Kitt der Gesellschaft. Gleichzeitig werden Familien der Vergangenheit mythisch verklärt - als sei früher alles besser gewesen. Im Vortrag "Familien der Zukunft" werden Blicke in die Vergangenheit und aktuelle Zeitdiagnosen zusammengeführt zu einer Analyse möglicher künftiger Entwicklungen. Dabei sind neben vermeintlich bedrohlichen Entwicklungen wie Globalisierung, Technisierung und Individualisierung auch Tendenzen zu verstärkter Familienorientierung, Wertebezug, Solidarität, Geschlechtergerechtigkeit und emotionaler Intensität zu diskutieren.
    ProtokollScript
  • 19.11.2011
    Wege ins Alter - Generationen treffen sich (im Rahmen des Kongresses vom Flechtwerk Demenz
    Prof. Dr. Klaus Dörner, Hamburg
  • 22.11.2011
    Altern auf dem Land - Demographie als Behinderung
    Dr. Rolf Horak, Stendal
    Altern auf dem Land - Demografie als Behinderung Leben auf dem Land bedeutet nach der üblichen, romantischen Vorstellung frische Luft, Freiheit, Ruhe, Bodenständigkeit. Was geschieht jedoch, wenn sich in diese Romantik der Realität des Alters stellen muss? Wenn sich Ruhe in Einsamkeit, Freiheit in Abhängigkeit zu verwandeln droht? Studierende der Hochschule Magdeburg-Stendal haben sich intensiver mit diesen Thema auseinandergesetzt und sind dabei auf Ergebnisse gestoßen, die weniger romantisch sind, sondern vielmehr das Landleben im Alter als nur schwer zu meisternde Lebensaufgabe herausgestellt haben. In dieser Veranstaltung sollen die Eckpunkte der Studie vorgestellt und auch darüber diskutiert werden.
    ProtokollScript
  • 29.11.2011
    Die unbewusste Fortwirkung von Traumata und Schuldverstrickungen in den nachfolgenden Generationen
    Prof. Dr. Angela Moré, Hannover
    Die unbewusste Fortwirkung von Traumata und Schuldverstrickungen in den nachfolgenden Generationen Kinder von Tätern und Kinder von Überlebenden sind vom - häufig unausgesprochenen - Schicksal ihrer Eltern geprägt und durchdrungen. Dies zeigen zahlreiche Publikationen, die ausgehend von einem psychoanalytisch-therapeutischen Erfahrungshintergrund die Auswirkungen unbewältigter schwerer Traumatisierungen auf die nachfolgenden Generationen thematisieren. Aber auch die Kinder und Enkel von Tätern, die ihre Schuldverstrickungen verleugnen und verdrängen oder ihrerseits zugleich traumatisiert wurden, nehmen die körpersprachlichen Signale und Botschaften des Verschwiegenen und Unaussprechlichen in sich auf. "Gefühlserbschaft" nannte Freud diese Art von unbewusst übertragenen und qua Identifikationen und Introjektionen angeeigneten, nicht selbst erlebten Erfahrungsdimensionen. Aber nicht nur die individuelle Psyche der einzelnen Nachkommen ist betroffen, sondern zugleich handelt es sich um ein bedeutsames sozialpsychologisches Phänomen, dessen Auswirkungen auf gesellschaftliche Entwicklungsprozesse es zu verstehen gilt.
    ProtokollScript
  • 06.12.2011
    Diskriminiert, weil sie Kinder sind
    Prof. Dr. Manfred Liebel, Berlin
    "Diskriminiert, weil sie Kinder sind." - Altersspezifische Diskriminierung: ein vernachlässigtes Thema in der Kinderrechtsdebatte In meinem Vortrag entwickle und erläutere ich mit Blick auf Kinder eine Typologie vier verschiedener Muster altersspezifischer Diskriminierung: a) Maßnahmen und Strafen gegen unerwünschte Verhaltensweisen von Kindern, die bei Erwachsenen geduldet werden oder als normal gelten; b) Maßnahmen, die mit der besonderen Schutzbedürftigkeit von Kindern begründet werden, aber letztlich zu einer zusätzlichen Benachteiligung der Kinder führen; c) der im Vergleich zu Erwachsenen beschränkte Zugang zu Rechten, Gütern, Einrichtungen und Dienstleistungen; d) Nicht-Beachtung der sozialen Gruppe der Kinder bei politischen Entscheidungen, die im späteren Leben der Kinder und für nachfolgende Generationen negative Auswirkungen haben. Ich verstehe meinen Beitrag als Herausforderung für die Theoriebildung zu Ungleichheitsdimensionen in der Kindheits- und kinderrechtlichen Forschung.
    ProtokollScript
  • 13.12.2011
    Nichts für Kinder?! Adultismus als Teil einer funktionierenden Gesellschaft?
    Referentin: Thekla Pohler, Stendal
    "Kinder werden systematisch diskriminiert und alle machen mit" könnte eine provokante These lauten die den Begriff Adultismus einleitet. Die Anti-Rassismustrainerin Manuela Ritz steht hier besonders in Deutschland als eine der ersten Autoren im Mittelpunkt, welche sich dieser Form der Diskriminierung annimmt. Basis hierfür sind die Machtunterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, die nicht nur auf persönlicher/familiärer Ebene existieren sondern auch auf gesamtgesellschaftlicher sowie politischer Ebene verortet sind. Daraus resultieren Verhaltensweisen ausgehend von Erwachsenen, die Kinder und ihre Meinungen unterdrückt und sie zu einer Art Minderheit werden lässt. Es scheint als hätte die "Entdeckung" von Adultismus ein soziales Problem sichtbar gemacht, welches es nun zu bekämpfen gilt. Gibt es also grundsätzliche generationale Machtverhältnisse, die durch Alterskategorien bestimmt werden, dessen einzige Aufgabe die Unterdrückung auf der einen und den Machterhalt/Machtvergrößerung auf der anderen Seite ist? Mit Hilfe der heutigen Kindheitssoziologie können diese und andere Fragen beantwortet werden und das Konzept des Adultismus in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext gesetzt werden.
    ProtokollScript
  • 20.12.2011
    Senioren-Uni und seniorengerechte museale Vermittlungsformen: Fragen, Denkansätze und Vernetzungsmöglichkeiten
    Prof. Dr. Max Kunze/ Prof. Dr. Jürgen Maretzki, Stendal
    Referent: Prof. Dr. Jürgen Maretzki Thema: Grundlegende Erkenntnisse zur Weiterbildung bei Senioren Der Vortrag wird sich neben allgemeinen Erkenntnissen zur Weiterbildung bei Senioren insbesondere mit der Seniorenbildung im Hochschulbereich beschäftigen. Es wird aufgezeigt, welche Unterschiede es zwischen dem Seniorenstudium und einem "ordentlichen Studium" gibt und welche Veranstaltungsformen zum Tragen kommen. Dabei wird auch darauf eingegangen werden, welche Themenbereiche Senioren im Besonderen interessieren, wie es mit der Akzeptanz gegenüber modernen Wissensquellen wie dem Internet aussieht und warum sich ältere Menschen überhaupt dafür entscheiden, den bequemen Sessel mit einem nicht ganz so komfortablen Sitzplatz im Hörsaal zu tauschen. Abschließend wird es einen kurzen Ausblick auf die in Vorbereitung befindliche Seniorenakademie an der Hochschule Magdeburg-Stendal geben, die im Wintersemester 2012/2013 ihre Pforten öffnen wird.
    Referent: Prof. Dr. Max Kunze Thema: Museale Vermittlungsformen: Fragen, Denkansätze und Vernetzungsmöglichkeiten Museen und Hochschulen sehen sich angesichts der demographischen Veränderungen vor neue Aufgaben und Herausforderungen gestellt. Diesen Aufgaben und Herausforderungen begegnen die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Winckelmann-Gesellschaft e.V. mit Winckelmann-Museum gemeinsam und zielen aktiv auf eine synergetische Kooperation beider Institutionen, um wissenschaftlichen Parameter für eine zeitgemäße und qualitätsvolle Seniorenarbeit zu ermitteln und dieses Wissen für eine gezielte Suche nach Best-Practice-Beispielen seniorengerechter musealer und hochschulischer innovativer Vermittlungsformen einzusetzen. Für das Winckelmann-Museum geht es um die anstehende Lösung grundsätzlicher Fragen seniorengerechter musealer und innovativer Vermittlungsformen und neuer Wege der Vernetzung im urbanen und ländlichen Raum. Für das vor 8 Jahren eröffnete Stendaler Kinder- und Erlebnismuseum wurde modellhaft eine neue didaktische Präsentationsform entwickelt, die sich von gängigen Ausstellungsformen der Museen grundlegend unterscheidet. Besondere flankierende Veranstaltungsreihen traten hinzu, so dass heute jährlich ca. 8.000 Kinder das Museum besuchen. Der Vortrag versucht zu analysieren, welche der damals angewandten methodischen Wege des Kindermuseums auch für eine neue, zu entwickelnden "seniorengerechte" Präsentations- und Veranstaltungsform am Museum aufgenommen werden könnten und welche neu hinzutreten müssen, auch um einen Kontext mit der Hochschule herzustellen.
    ProtokollScript
  • 10.01.2012
    Anschlussfähige Bildungsprozesse in Kindertagesstätte und Schule. Zum Dialog zweier Systeme.
    Prof. Dr. Annette Schmitt, Prof. Dr. Günter Mey, Manuela Kraft, Anja Schwentesius, Steffi Wolf, Stendal
    Anschlussfähige Bildungsprozesse in Kindertagesstätte und Schule. Zum Dialog zweier Systeme. In der aktuellen bildungspolitischen Diskussion gewinnt das Konzept des lebenslangen Lernens an Bedeutung. Dies stellt Subjekte vor die Herausforderung, ihre individuelle Bildungsbiografie fortwährend und institutionenübergreifend aktiv zu gestalten. Bildungsinstitutionen ihrerseits sind gefordert, individualisierte Bildungswege zuzulassen und die wechselseitige Anschlussfähigkeit ihrer Bildungsangebote zu gewährleisten. In dem Beitrag wird die bildungstheoretische Grundlage eines lebenslangen und individualisierten Lernens diskutiert. Es wird vorgschlagen, Bildung in diesem Kontext als einen ko-konstruktiven Prozess zu konzipieren, an dem sich bildende Subjekte wie auch die beteiligten unterschiedlichen Bildungsinstitutionen aktiv beteiligt sind. Am Beispiel des Anschlusses schulischer Bildungsprozesse an Bildungsprozesse in der Kita wird gezeigt, in welcher Weise sich ein ko-konstruktivistisches Bildungsverständis als tragfähig erweist, um Bildung in unterschiedlichen Altersstufen und in unterschiedlichen Institutionen zu organisieren. Zudem wird am Beispiel der Kooperation von Grundschule und Kita der schwierige Prozess beleuchtet, institutionenübergreifend ein gemeinsames neues Bildungsverständnis zu entwickeln, welches das Individuum - und nicht die Anforderungen und Konventionen der Institution - in den Mittelpunkt stellt. Dabei werden erste Ergebnisse des Projektes "Kita und Schule im Dialog - mathematische und naturwissenschaftlichen Bildung gemeinsam gestalten" vorgestellt, das seit Anfang 2011 mit Förderung der Deutsche Telekom Stiftung an der Hochschule Magdeburg-Stendal realisiert wird.
    ProtokollScript
  • 17.01.2012
    "Im Namen der Kinder!": Generationengerechtigkeit und Demografisierung in politischen, medialen und wissenschaftlichen Debatten
    Prof. Dr. Michael Klundt, Stendal
    "Im Namen der Kinder!": Generationengerechtigkeit und Demografisierung in politischen, medialen und wissenschaftlichen Debatten Umso mehr sich Einkommens-Ungleichheiten, soziale Spaltungsprozesse und Armutskarrieren in den letzten Jahren ausweiteten und (fehlendes) Geld tatsächlich existenzielle Bedeutung annahm, desto häufiger betonten Regierungsstellen, aber auch einige Wissenschaftler und Medien, dass traditionelle Verteilungsfragen unwichtiger würden zugunsten von Generationengerechtigkeit. Immer häufiger wird behauptet, dass die alte soziale Frage längst überwunden und durch neue demografie , generationen- und familienpolitische Konfliktlinien ersetzt worden sei. In öffentlichen Diskussionen zur Reform der Alterssicherung, aber auch hinsichtlich wachsender Staatsverschuldung sowie der Entwicklung von Sozialbeiträgen und Steuerabgaben wird die Frage gestellt, ob man nicht stärker zwischen Alt und Jung umverteilen müsse, um einen drohenden "Krieg der Generationen" zu verhindern. "Generationengerechtigkeit" ist eines der gegenwärtig am meisten bemühten sozialpolitischen Schlagwörter in der Bundesrepublik.Michael Klundt erforscht, was geschieht, wenn soziale Fragen und Probleme in demografische, generationenspezifische und familienpolitische Konfliktlinien umgedeutet werden. Welche Veränderungen des demokratischen Aushandlungsprozesses sind damit verbunden und wie wirken sie sich grundsätzlich auf politische Willensbildungsprozesse aus? Welche alternativen Sichtweisen gibt es?
    Protokoll
  • 24.01.2012
    Identität - oder Integration? Worüber debattiert die zweite Generation in der deutschen Einwanderungsgesellschaft?
    Dr. Naika Foroutan, Berlin
    Jeder fünfte Einwohner Deutschlands, darunter jedes dritte Kind unter sechs Jahren, hat einen Migrationshintergrund. In Ballungsräumen wie Frankfurt oder Berlin gelten bereits über 60 Prozent der Kinder, die dieses Jahr eingeschult wurden, als Kinder nicht-deutscher Herkunft. Wenn Pluralität für Kinder und Jugendliche zur Normalität wird, entwickeln sich vielerorts postmigrantische Identitätsformen, für die Integration keine Frage der Selbstbeschreibung mehr ist. Dennoch schließt der gesamtgesellschaftliche Diskurs auch diese sogenannte zweite und dritte Generation mit ein. Über die Selbst und Fremdverortung dieser Generation in Abgrenzung zur ersten Generation der Migranten und in Positionierung zur Gesellschaft ohne Migrationshintergrund handelt dieser Vortrag."
    ProtokollScript
  • 31.01.2012
    Kulturelle Entwicklungspfade und Migration: Was bleibt und was ändert sich in der Wertevermittlung von Generation zu Generation?
    Referentin: Anna Dintsioudi
    Der kulturelle Kontext, in dem ein Mensch aufwächst und lebt, lenkt sein Verhalten und Erleben von Anfang an. Die Familie ist dabei als primärer Sozialisationskontext zu sehen und vermittelt die jeweilige kulturelle Orientierung. Elterliche Erziehungsstile unterliegen allerdings überall auf der Welt dem sozio-historischen Wandel und werden beeinflusst durch die fortschreitende Globalisierung und Individualisierung. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die kulturelle Orientierung den Lebensweg eines Menschen beeinflusst und wie kontextuelle Veränderungen, wie beispielsweise Migration, Erziehungsstile beeinflussen können. Am Beispiel einer Studie mit Migrantengroßmüttern und -müttern wird der Wandel von Sozialisationszielen über Zeit und Raum veranschaulicht. Das Thema Migration und Wertevermittlung über Generationen hinweg ist insoweit als hochaktuell anzusehen, als dass mittlerweile fast jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund aufweisen kann. Trotzdem stellen die Lebenswelten von Migranten über Generationen hinweg in Deutschland noch ein relativ neues Forschungsfeld dar.
    Script
  • 07.02.2012
    Abschlussdiskussion

Organisation: Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Günter Mey, Anika Noack, Stendal

Jugend und Jugendkulturen

Pressespiegel

Programm

  • 19.10.2010
    "Über die Jugend und andere Krankheiten" - Jugendkulturen in Deutschland
    Klaus Farin
    In dem Vortrag wird ein Überblick über die Vielfalt von Jugendszenen gegen. Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, welche Gemeinsamkeiten zwischen Punks und Skinheads, Hooligans oder Gothics, Jesus Freaks und Satanisten und viele anderen, vordergründig so verschiedenen Jugendstilen existieren. Und es wird problematisiert, warum das Bild der Jugend in der öffentlichen Wahrnehmung häufig negativ getönt ist, wenn es heißt, dass sie die falsche Musik hören, zu konsumorientiert und wenig engagiert seien, oder sich politisch desinteressiert oder falsch - rechtsextrem - orientiert zeigen. Anreget werden soll damit, über die mit der Jugend verbundenen "Mythen und Wahrheiten", "Realitäten und Utopien" nachzudenken.
  • 26.10.2010
    Hyde Park - Ein Ort zum Schreien (Videodokumentarfilm)
    Prof. Dr. Günter Mey
    Der Videofilm dokumentiert die Geschichte des Osnabrücker "Hyde Park", der über die Grenzen des Stadtgebiets bekannt wurde. Der Hyde Park war für lange Zeit der Szenetreffpunkt verschiedenster Jugendsubkulturen. Als dieser 1983 geschlossen werden sollte kam es zu einer Woche andauernde Demonstrationen und "Straßenschlachten", mit denen erreicht wurde, dass der Hyde Park in einem Zirkuszelt außerhalb des Stadtgebietes weiter betrieben werden konnte und noch heutiger Standort des neuen Gebäudes ist. In dem 60minütigen Videodokumentarfilm, eine Montage aus Originalaufnahmen der damaligen Proteste, Konzertausschnitten und Interviews mit ehemaligen Besuchenden, die sich an den Hyde Park erinnern und ihre Geschichte erzählen, entsteht ein filigranes Bild von Jugend und subkulturellen Lebensgefühl. Der Film von 1988 mittlerweile selbst Zeitgeschichte, wurde u.a. auf dem Videofest im Rahmen des "Internationalen Forum des jungen Films" bei den 39. Berliner Filmfestspiele (Berlinale 1989) gezeigt.
  • 02.11.2010
    Jugendliche reden mit - Partizipation von Jugendlichen an der Kommunalpolitik im Projekt Stadtdetektive
    Johanna Kloss, Anke Neumann & Benjamin Ollendorf
    Kinder und Jugendliche haben eigene Bedürfnisse und Anliegen. In unserer Gesellschaft stellen sie jedoch eine benachteiligte Gruppe dar, die von vielen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen ist. Als Instrument zum Ausgleich des Machtungleichgewichts zwischen Erwachsenen einerseits und Kindern und Jugendlichen andererseits können Kinder- und Jugendpartizipationsprozesse dienen. Studien ergeben, dass die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in der Familie und in der Schule schon relativ verbreitet, in der Kommune jedoch noch relativ selten ist. Kindern und Jugendlichen in ihrem Wohnort Möglichkeiten zur Wahrnehmung ihres Rechts auf Mitbestimmung zu verschaffen, ist das zentrale Anliegen des Zukunftsbüros "Junge Menschen Stendals". In dem Vortrag werden einerseits Hintergründe zum Thema "Kommunale Kinder- und Jugendpartizipation" dargestellt. Begriffsdefinitionen, Argumente für Partizipationsprozesse und Bedingungen für ihr Gelingen werden erläutert. Darüber hinaus soll jedoch die Arbeit des Zukunftsbüros im Mittelpunkt stehen. Die Ausführungen der MitarbeiterInnen werden illustriert durch die von Jugendlichen im Projekt "Stadtdetektive" erarbeiteten Präsentationen über die guten und schlechten Seiten ihrer Stadt. Hier findet sich, dass Partizipationsprojekte durchaus Wirkung in einer Kommune zeigen können!
  • 09.11.2010
    Bazar Jugendeinrichtungen
  • 16.11.2010
    Jugendliche als Amok-Läufer an Schulen. Erklärungs- und Handlungsansätze seitens der US-amerikanischen Forschung
    Prof. Dr. Joachim Bröcher
    Was macht einen Jugendlichen zum Attentäter oder Amokläufer an einer Schule? Was sind protektive und was risikoverschärfende Faktoren? Wie wirkt sich das Verhalten von Eltern und Lehrkräften aus? Welche Rolle hat die Peer-Group? Welche Wirkungen hat die Schulkultur? Welche Wirkungen hat das die Schule umgebende soziale Umfeld? Wie gehen Medien mit solchen Ereignissen um? Welche Wirkung haben Medien in solchen Zusammenhängen? Mischen sich politische Interessen in diese Diskussion? Welche kulturellen Skripte wirken sich hier aus? Was sind wirksame Maßnahmen der Prävention und der Intervention? Diesen Fragen wird derzeit im Rahmen der interdisziplinären nordamerikanischen Forschung nachgegangen. Wesentliche Ergebnisse werden referiert und zur Diskussion gestellt.
  • 23.11.2010
    "Mal ist es ein Scheißleben und mal ganz cool". Betrachtungsweisen einer 14-jährigen mit Panikattacken
    Prof. Dr. Barbara Bräutigam
    "Mal ist es ein Scheißleben und mal ganz cool". Betrachtungsweisen einer 14-jährigen mit Panikattacken In diesem Beitrag geht es die Besonderheiten der Beratung und Psychotherapie mit Jugendlichen sowie um die Bedeutung der begleitenden Elternarbeit. Dabei werden auch die Anforderungen an die Berater- bzw. Therapeutenpersönlichkeit in der Arbeit mit Jugendlichen in den Blick genommen. Anhand mehrerer Fallbeispiele sollen insbesondere die Möglichkeiten und Grenzen, sowie die Stärken und Schwächen systemischer Therapie mit Jugendlichen vorgestellt werden. Dabei werden auch die Schnittstellen und Abgrenzungen zur tiefenpsychologischen bzw. verhaltenstherapeutischen Psychotherapie skizziert.
  • 30.11.2010
    Mythos "Bahnhof Zoo" - Exklusion und Selbstbehauptung unter jungen Erwachsenen
    Dr. Stefan Thomas

    Der "Bahnhof Zoo" gilt im medialen Diskurs schon lange als der soziale Unort par excellence. Jedoch muss im Vergleich zu Christiane F. der "Bahnhof Zoo" heutzutage als ein Armuts- und Ausgrenzungsphänomen gewertet werden. Wegen Drogenszene und Heroin kommt niemand mehr hierher. Der Bahnhof ist vielmehr zu einem Sammelplatz sozial desintegrierter Jugendlicher geworden, die in unserer von Individualisierung und Prekarisierung geprägten Gesellschaft kaum noch zurechtkommen. Die Lebenslage der jungen Menschen war schon vor dem Anschluss an die Bahnhofsszene von extremen Formen der Armut, sozialer Ausgrenzung und Isolation gekennzeichnet. Die jungen Menschen wissen aufgrund vorangegangener Ausschließungsprozesse schlicht um keinen anderen Ort, an den sie sich wenden könnten. In dem Vortrag soll dargestellt werden, wie es dazu kommt, dass junge Menschen auf der Straße leben, und wie sie ihr Leben im Abseits erleben. Entlang einer "Theorie der Armut", in der soziale Aspekte - Exklusion - mit individuellen Aspekten - psychische Desintegration - verknüpft werden, möchte ich Ursachen und Gründe für das Abrutschen in die Abwärtsspirale der Armut beschreiben.
  • 07.12.2010
    Jugendkulturen, Moden und jugendliche Bewältigungen - Ausgangspunkt oder Widerspruch zu Gesundheit/Wohlbefinden?
    Prof. Dr. Raimund Geene
    In den Medien sehen wir meist nur das negative Bild: Da ist die Rede von Jugend und Gewalt, Jugend und Drogen, von Internetkids u.v.a. Wir diagnostizieren sie als übergewichtig und medikamentieren sie mit Ritalin, um ihr Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom zu bekämpfen. Hier setzt Prof. Geene eine andere Auffassung dagegen. Kindliches und jugendliches Verhalten ist maßgeblich davon beeinflusst, zukünftige Aufgaben zu meistern. Beispiel Neue Medien: Komplexe Wirklichkeiten erfordern ein komplexes Verständnis, das sich mittels eines scheinbar 'oberflächlichen' Computerkonsums erlernen lässt. In diesem Sinne sind jugendliche 'Störungen' immer wieder auch als Bewältigungsstrategien zu verstehen, mit denen sie sich ihren - oft zukünftigen - Herausforderungen stellen. Wollen wir Gesundheit und Wohlbefinden von Jugendlichen fördern, müssen wir sie von der Konfliktstellung zwischen bestehenden und zukünftigen Bewältigungsanforderungen entlasten.
  • 14.12.2010
    Prävalenz psychischer Auffälligkeiten und Störungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland - ein Überblick
    Dr. Claus Barkmann
    Im vorliegenden Aufsatz wird überblicksartig der Stand der Forschung zu psychischen Auffälligkeiten und Störungen im Kindes- und Jugendalter referiert. Dabei werden Probleme der Definition und Klassifikation, die Besonderheiten klinischer Erscheinungsformen bei Kindern und Jugendlichen sowie ätiologische Konzepte und Befunde angesprochen. Weiterhin werden Charakteristika des Inanspruchnahmeverhaltens sowie Ergebnisse zur Bestimmung von Gesamtauffälligkeitsraten im Kindes- und Jugendalter beschrieben. Entgegen allgemeiner Annahmen konnte sowohl in nationalen als auch in internationalen Studien zur Gesamtprävalenz psychischer Auffälligkeit bzw. Störungen keine Zu- oder Abnahme über die letzten Jahrzehnte festgestellt werden. Abschließend werden Ansätze zur Verbesserung der Versorgung betroffener Kinder und Jugendlicher aufgezeigt.
  • 11.01.2011
    Mobbing an Schulen (Bullying) - Formen, Häufigkeit und Prävention
    Stephan Warnke
    Mobbing an Schulen (Fachbegriff: Bullying) ist ein Phänomen, das in jeder Schulklasse auftritt. Viele Jugendliche, die in ihrer Schulzeit Opfer werden, leiden unter den Folgen bis ins Erwachsenenalter. Eine systematische Präventionsarbeit findet jedoch an Schulen in Deutschland im europäischen Vergleich nur sehr unterentwickelt statt. Der Vortrag gibt einen Überblick über Formen und Häufigkeit von Bullying sowie mögliche Folgen für Opfer, Täter und Umfeld. Anschließend wird das am Arbeitsbereich von Prof. Herbert Scheithauer (Freie Universität Berlin) entwickelte Präventionsprogramm "fairplayer.manual" als Beispiel für eine wissenschaftlich fundierte, deutschsprachige Maßnahme zur Prävention von Bullying und Schulgewalt vorgestellt.
  • 18.01.2011
    Kulturelle Praktiken Jugendlicher im Zeitalter der Medienkonvergenz
    PD Dr. Dagmar Hoffmann
    In der Gegenwartsgesellschaft erfolgt das alltägliche sozial-kommunikative Handeln unter Prämissen der Mediatisierung. Das gilt für alle Menschen und ganz besonders für Jugendliche, die sich auf besondere Art und Weise mit gesellschaftlichen und entwicklungsbedingten Anforderungen auseinandersetzen müssen. Medien sind zentrale Elemente bei der Bewältigung des Alltags, bei der Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben und der Genese von Lebens(stil)konzepten. Medienpräferenzen geben Auskünfte darüber, wer man ist und wer man sein möchte in einer Gesellschaft, die jungen Menschen ein hohes Maß an Selbstmanagement und Selbstdisziplin abfordert. Mediale Vorlieben verweisen auf soziokulturelle Zugehörigkeiten und auf eine ästhetische Identität. Es gilt die Losung: "Sag mir, was du hörst, liest, siehst und ich sag dir, wer du bist!". Damit operieren Heranwachsende untereinander und auch intergenerational. Mediennutzung im Jugendalter hat nicht nur etwas mit Gefühlskultur und situativer Bedürfnisbefriedigung, sondern auch viel mit Impression Management und Distinktion zu tun.
    Junge Menschen geben gern Auskunft über ihre Medienvorlieben und ihre Mediennutzungsweisen nicht nur auf Online Social Network Sites wie schuelerVZ oder facebook, denn diese sagen viel über sie aus, verorten sie sozial und kulturell. Und dies kommt ihren Wünschen und Sehnsüchten entgegen. Zu wissen, wo man hingehört, sich seiner selbst zu vergewissern, anderen bewusst und selbstbestimmt gegenüber zu treten, ist von großer Bedeutung. Insgesamt ist die quantitative Mediennutzung von Jugendlichen heute recht gut erforscht, doch die Dauer der Medienzuwendung sagt im Prinzip wenig über den mittelfristigen und langfristigen Nutzen sowie die Sozialisationsrelevanz der Rezeption aus. Dies ist das wesentliche Anliegen des Vortrags: Es wird danach gefragt, inwieweit mediatisierte Lebenswelten für Sozialisationsbelange genutzt werden und inwieweit sie die Identitätsentwicklung fördern respektive beeinträchtigen können, wobei die zunehmende Medienkonvergenz besonders berücksichtigt werden soll.
  • 25.01.2011 - entfällt
  • 01.02.2011
    Prinzessinenbad, Film von Bettina Blümer mit anschließender Diskussion
    Klara, Mina und Tanuscha sind 15. Sie sind beste Freundinnen und kennen sich schon seit der Grundschule. Jetzt kommen sie in ein Alter, wo sich bereits unterschiedliche Lebensläufe abzeichnen, aber noch schweißt sie ihre Freundschaft fest zusammen. Beginn: 16 Uhr!
  • 08.02.2011
    Schulabsentismus aus Sicht von Hauptschülern.
    Doreen Beer
    Ergebnisse einer Untersuchung In dem Vortrag wird den Fragen nachgegangen, was, wem, wann, wie und warum zum Problem werden kann, wenn Kinder und Jugendliche nicht in die Schule gehen. Vorgestellt wird eine Untersuchung in einem Schulverweigererprojekt an einer Berliner
  • 15.02.2011
    Was hat das Sozialrecht jungen benachteiligten und unangepassten Menschen zu ihrer sozialen Integration zu bieten?
    Prof. Dr. Peter Schruth
    Der Vortrag befasst sich aus sozialrechtlicher Sicht mit den Angeboten für junge Menschen, die auf öffentliche, insbesondere sozialpädagogische und/oder finanzielle Hilfen zu ihrer Existenzsicherung angewiesen sind, aber häufig "durch die Roste" des geltenden Sozialrechts (heraus-)fallen. In den letzten Jahren ist die Jugendsozialarbeit der Jugendhilfe unter dem Druck der (angeblich) vorrangigen Sozialleistungen von Hartz IV fast aus Anwendungspraxis der Jugendämter verschwunden. Die Gründe und Folgen dieses Verdrängungskampfes sowie die möglichen sozialrechtlichen Konsequenzen und gegenwärtigen Reformdebatten sollen aufgezeigt werden.

Organisation: Prof. Dr. Raimund Geene, Prof. Dr. Günter Mey, Thekla Pohler, Patricia Streißenberger

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: guenter.mey@hs-magdeburg.de

Kinder stärken – Eltern mitnehmen

Kosten- und anmeldefreie Ringvorlesung für Eltern, (Sozial-) PädagogInnen (insb. ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen) und alle InteressentInnen

Dienstags, 16.15 bis 17.45 Uhr,
in der Hochschule,
Osterburger Str. 25,
39675 Hansestadt Stendal,
Audimax

Kontakt

Prof. Dr. Raimund Geene

Programm

  • 06.10.2009
    "Kinder stärken - Eltern mitnehmen". Einführung in die Ringvorlesung
    Prof. Dr. Raimund Geene MPH, Gesundheitswissenschaftler und Politologe, Hochschule Magdeburg-Stendal; Susanne Borkowski B.A., Leiterin Evangelische Kindertagesstätte
    Vortrag
  • 13.10.2009
    Kindervorsorge-U´s und frühe Hilfen - Die Sicht sozial benachteiligter Mütter
    Prof. Dr. Nicola Wolf-Kühn, Sozialmedizinerin, Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 20.10.2009
    "Balu und Du" - Ein Mentorenprogramm für "Moglis" in der Grundschule
    Prof. em. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg, Universität Osnabrück, Mitbegründerin des Vereins Ba-lu und Du e.V.
    Vortrag
  • 27.10.2009
    Kohärenzgefühl, Zugehörigkeitsgefühl und Kommunikation machen Kinder stark
    Dr. Theodor Dierk Petzold, Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, Leiter des Zentrums für Salutogenese in Bad Gandersheim
    Vortrag
  • 03.11.2009
    Kinderarmut - Ursachen, Folgen, Gegenmaßnahmen
    Dr. Michael Klundt, Politikwissenschaftler, Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 10.11.2009
    Leipziger Netzwerk für Kinderschutz - Ein Beispiel für Kooperationen des Jugendamtes mit anderen Institutionen
    Stephanie Hauk, Sozialpädagogin, Jugendamt Leipzig, Projektkoordinatorin Leipziger Netzwerk für Kinderschutz
  • 17.11.2009
    Lebensrealitäten junger Mütter im Kontext der Jugendhilfe
    Birgit Jänecke, Sozialpädagogin, Leiterin des Kinder- und Jugendwohnheims beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Stendal
    Vortrag
  • 24.11.2009
    "Mehr Zeit für Kinder" - Eine kritische Bilanz
    Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Soziologin, KiWi-Studiengangsleiterin, Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 01.12.2009
    "Ich kann was, was du nicht siehst!" - Resilienzkonzept und Defizitfixierung: Die Paradoxie der Ressourcenorientierung
    Inès Brock, appr. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, systemische Familientherapeutin, Erziehungswissenschaftlerin, Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 08.12.2009
    Kinder stärken, Eltern mitnehmen - Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
    Dr. Hagen Kühn, Privatdozent, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
  • 15.12.2009
    Über niedrige Schwellen aus dem Präventionsdilemma - Angebote kreieren, die für Eltern attraktiv sind
    Bernhild Pfautsch, Dipl.-Rehabilitationspsychologin
    Vortrag
  • 22.12.2009
    Autorität durch Beziehung - Vom erzieherischen Umgang mit dominanzorientierten Kindern und Jugendlichen in der Familie
    Frank Natho, Religionspädagoge, Familien- und Lehrtherapeut, TZI-Trainer, Gründer und Leiter des Instituts für Fortbildung, Supervision und Familientherapie (FST) Halberstadt
    Vortrag
  • 12.01.2010
    Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Die Position des 13. Kinder- und Jugendberichts
    Prof. em. Dr. Heiner Keupp, Sozialpsychologe, Universität München, Vorsitzender der Berichts-kommission
    Vortrag
  • 19.01.2010
    Kindliche Subjektorientierung. Wie kann sie in der Praxis des Jugendamtes gelingen?
    Dr. Hans-Peter Scherner, Klinischer Psychologe und Psychotherapeut (BDP und HPG), Erzie-hungsberatungsstelle Marzahn des Jugendamts Marzahn-Hellersdorf Berlin
    Vortrag
  • 26.01.2010
    ELTERN-AGEmpowerment für sozial benachteiligte Eltern
    Janet Thiemann, Geschäftsführerin der MAPP Empowerment GmbH
    Vortrag
  • 02.02.2010
    Lernen Wollen - Sozial benachteiligte und verhaltensauffällige Jugendliche aus sozialen Brennpunkten für Bildung empfänglich machen. Das Projekt "Neue Wege" als Beispiel aus der Praxis.
    Ibrahim Ismail, Streetworker und Mitbegründer von Rückenwind e.V.
  • 09.02.2010
    "Dafür bist du noch zu klein..." - Adultismus und Partizipation. Sarah Maria Soldanski, Projektmanagerin "jungbewegt", Bertelsmann-Stiftung
  • 16.02.2010
    Schreibabyarbeit, Frühe Hilfen, Kinderbeteiligung - Praxisprojekte des KiWi-Studiengangs und des Vereins KinderStärken e.V. für ein kinderfreundliches Stendal
    Gerd Poerschke, Körperpsychotherapeut, Leiter der SchreiBabyAmbulanz; Prof. Dr. Raimund Geene MPH und Susanne Borkowski B.A., Hochschule Magdeburg-Stendal

Eltern – Kita – Schule: Herausforderung Erziehungspartnerschaft

Kosten-und anmeldefreie Ringvorlesung für Eltern, (Sozial-) PädagogInnen (insb. ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen) und alle InteressentInnen

Dienstags, 16-18 Uhr,
in der Hochschule,
Osterburger Str. 25,
39675 Hansestadt Stendal,
Audimax

Kontakt

Prof. Dr. Raimund Geene (03931.2187-4814) raimund.geene@hs-magdeburg.de oder Susanne Borkowski (Tel. 0163/4536123) Susanne.Borkowski@gast.hs-magdeburg.de

Programm

  • 21.10.2008
    Akademisierung der Elementarpädagogik - ein wichtiger Schritt für die Qualitätsentwicklung in den Kitas
    Prof. Dr. Ralf Haderlein; Hochschule Koblenz, Leiter des Kita-Studienganges, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung im Kindesalter (BAG BEK)
    Vortrag
  • 28.10. 2008
    Angewandte Kindheitswissenschaften stellen sich vor -Rückblick und Ausblick-
    Prof. Dr. Raimund Geene MPH; Hochschule Magdeburg-Stendal, Studentinnen und Studenten sowie Absolventen des KiWi-Studienganges
    Vortrag
  • 04.11. 2008
    Familie im Wandel
    Prof. Dr. Beatrice Hungerland; Hochschule Magdeburg-Stendal, KiWi-Studiengangsleiterin
    Vortrag
  • 11.11.2008
    "Gleich und Gleich gesellt sich gerne!" Über die Bedeutung von Gleichaltrigen in der Erziehung
    Dipl. Päd. Inès Brock; MLU Halle-Wittenberg; appr. Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin
  • 18.11.2008
    Vielfalt als Normalität
    Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers; Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 25.11.2008
    Schule und Vorschule zwischen wahrer Bildung und funktionalisierender Inanspruchnahme für andere Zwecke - Vortrag
    Prof. Dr. habil. Joachim Bröcher; Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag
  • 02.12.2008
    Leitbild "aktive Familienpolitik" in Sachsen-Anhalt
    Werner Theisen; Leiter des Referates Familie im Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen¬Anhalt
  • 09.12.2008
    Bildungspartnerschaft: Stärken von Familien fördern und nutzen
    Dr. Martin Textor; Herausgeber Kindergartenpädagogik Online-Handbuch; Online-Familienhandbuch
    Vortrag
  • 16.12.2008
    Gemeinsam von Anfang an - Bildungs-und Erziehungspartnerschaft im Sure Start Childrens Centre North Shields (GB)
    Susanne Borkowski B.A.; Ev. Kita Stendal, Leiterin
    Vortrag
  • 13.01. 2009
    Übergang Kindertageseinrichtung-Grundschule-Besondere Herausforderung für die Erziehungspartnerschaft
    Friedlinde Hasenkrug; Referat für Grundschulen und Förderschulen im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
    Vortrag
  • 20.01.2008
    Gesundheit und Gerechtigkeit
    Prof. Dr. Rolf Rosenstock; Wissenschaftszentrum Berlin, Mitglied im Sachverständigenrat des Bundesgesundheitsministeriums und Vorsitzender des Beirates der BZgA
    Vortrag
  • 27.01.2009
    Kindertageseinrichtungen und Grundschule als Bildungsorte für soziale und interkulturelle Erfahrungen
    Mamad Mohamad; DAA Sangerhausen, Projektleiter "igel 2008"

  • 03.02.2009
    Gelungene Zusammenarbeit-Bedarf und Bedürfnisse abstimmen
    Angelika Pohl; Arbeitskreis Neue Erziehung (ANE)
    Vortrag
  • 10.02.2009
    Zukunft der Familien
    Prof. Dr. Raimund Geene MPH; Hochschule Magdeburg-Stendal
    Vortrag

KinderInteressierte wissenschaftlich informiert

jeweils 16.00- 17.30 Uhr
Hochschulgebäude, Osterburger Str. 25,
Haus 2, Stendal Hörsaal 1.10/1.11

Programm

  • Dienstag, 18.12.2007
    Hilfe zur Erziehung- im Kontext der stationären Unterbringung
    Referentin: Birgit Jaenecke Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Dienstag, 08.01.2008
    Kinder(ge)recht
    Referentin: Andrea Wegner Geschäftsführerin Deutscher Kinderschutzbund Sachsen-Anhalt
  • Montag, !!! 14.01.2008
    Macht Fernsehen dick und doof?
    Referent: Dr. Steffen Taubert Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)
  • Dienstag, 22.01.2008
    Brüderchen und'Schwesterchen kommt, spielt mit mir- über den Reichtum mit Geschwistern aufzuwachsen und die Perspektiven einer geschwisterlosen Gesellschaft
    Referentin: Ines Brock Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
  • Dienstag, 29.01.2008
    Mach dich stark- Anregungen und Austausch zu Kinder- und Jugendbeteiligung
    Referent/in: Katrin Thäger Kinderbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg
    Kevin Lüdemann, Vorstandssprecher des Jugendforums Magdeburg
  • Dienstag, 05.02.2008
    Das Jugendamt- seine Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen
    Referentin: Kathrin Müller Jugendamtsleiterin Stendal
  • Dienstag, 12.02.2008
    Angewandte Kindheitswissenschaften stellen sich vor
    Referentinnen: Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Studiengangsbeauftragte Sarah Maria Soldanski, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Studierende d. Studiengangs Angewandte Kindheitswissenschaften

Lern- und Lebensorte von Kindern

Programm im Überblick

Kontakt

Sekretariat
Heike Müller

Tel.: (03931) 2187 48 11
Fax: (03931) 2187 48 70
E-Mail: dekanat.ahw(at)hs-magdeburg.de

Besucheradresse: Haus 2, Raum 2.04.2

Kontakt und Anfahrt

Infopoint Stendal

Bildergalerien

Impressionen von Veranstaltungen am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften finden Sie in unserer Bildergallerie.

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