Tipps für die Bewerbung

Im Laufe Ihres Studiums oder spätestens nach Ihrem Abschluss werden Sie sich mit dem Thema „Bewerbung” auseinandersetzen müssen. Damit Sie sich dabei nicht ganz alleine gelassen und unvorbereitet fühlen (fachlich sind Sie nun zwar sehr kompetent, doch warum gab es im Studium eigentlich kein Modul „Einstieg in den Arbeitsmarkt”?) , haben wir Ihnen im Folgenden ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt.

Vor der Bewerbung

Recherche

Sie haben eine für Sie interessante Stellenausschreibung gefunden bzw. eine Firma/Institution/Organisation im Blick, bei der Sie sich gerne initiativ bewerben möchten. Beginnen Sie nun zu recherchieren – die Homepage der Firma, Standorte, Sachgebiete, inhaltliche Ausrichtung. Um eine gute und passgenaue Bewerbung zu schreiben, ist es wichtig zu wissen, was das Unternehmen ausmacht, welche Schwerpunkte und Unternehmensphilosophie es verfolgt.

Gerade bei der Initiativbewerbung kommt es auf diese Recherche an, denn so können Sie Ihre Eigenständigkeit und Ihr besonderes Interesse zeigen, müssen aber gleichzeitig auch den Bedarf des Unternehmens nach einer neuen Kraft „wecken“.

Das Telefongespräch

Wenn Sie Ihre Recherche abgeschlossen haben, können Sie auch gerne zum Telefonhörer greifen und die in der Stellenausschreibung angegebene Kontaktperson anrufen – so können Sie eventuelle Unklarheiten vorab klären (z.B. zu Bewerbungszeiträumen, Auslandseinsätzen, Weiterbildungsmöglichkeiten, etc.) und schon einmal einen ersten persönlichen Eindruck hinterlassen.

Dies gilt auch, wenn Sie sich initiativ bewerben: Sie können so Ihre bald eintreffende Bewerbung „ankündigen“, den/die richtige/n AnsprechpartnerIn herausfinden und beim Unternehmen schon einmal „vorfühlen“ wie Ihre Chancen bei einer Initiativbewerbung stehen.

Aber auch beim Telefonat gilt: Bereiten Sie sich gut vor! Sammeln Sie Fragen, die Ihnen im Laufe Ihrer Recherche oder während des Bewerbungsschreibens untergekommen sind. Seien Sie auch darauf gefasst, sich persönlich schon einmal kurz vorzustellen, sodass Sie dann am Telefon nicht ins Stottern geraten. Dabei gilt, dass Sie sich kurz fassen und trotzdem Ihr persönliches Profil rüberbringen. Beziehen Sie sich im Anschreiben auf das Telefonat – wenn der/die PersonalerIn später Ihre Bewerbung in der Hand hält, soll er/sie sich an Sie erinnern und Ihre Unterlagen mit Interesse lesen.

Job-, Fach- und Firmenkontaktmesse

Wenn Sie sich noch nicht im Klaren darüber sind, bei welchen Unternehmen Sie sich bewerben möchten oder welche Branche Ihnen am meisten zusagt, bietet sich der Besuch einer Job- oder Firmenkontaktmesse an. Hier präsentieren sich Unternehmen und Sie haben die Chance, erste Kontakte zu knüpfen. Wenn Sie schon genau wissen, bei welchem Unternehmen Sie sich bewerben möchten, können Sie die Firmenkontaktmesse zum Anlass nehmen, noch mehr Informationen herauszufinden, eine/n direkte/n AnsprechpartnerIn zu ermitteln und schon einen persönlichen Eindruck zu hinterlassen. In Ihrer Bewerbung können Sie sich dann später auf den persönlichen Kontakt während der Messe beziehen und mit Informationen zum Unternehmen punkten, die Ihre MitbewerberInnen nicht haben.

Vorbereitung – Recherche, AnsprechpartnerInnen am Stand, Bewerbungsunterlagen bzw. Bewerbungsflyer

Der Besuch einer Job- bzw. Firmenkontaktmesse erfordert Vorbereitung. Eine Auflistung der ausstellenden Unternehmen finden Sie bei allen Jobmessen im Vorfeld auf deren Website oder im Messekatalog. Hier gilt es, sich über die interessanten Unternehmen zu informieren, um am Tag der Jobmesse vorbereitet in das Gespräch am Messestand zu gehen. Außerdem stehen im Messekatalog oder auf der Website die AnsprechpartnerInnen der einzelnen Unternehmen, die den Stand betreuen werden – so können Sie direkt auf die Leute am Stand zugehen. Wenn Sie sicher sind, dass Sie sich bei einem bestimmten Unternehmen bewerben möchten, können Sie am Messetag auch eine auf das Unternehmen zugeschnittene, vollständige Bewerbung mitbringen. Als AnsprechpartnerIn im Anschreiben wählen Sie die Person, die den Stand betreut.

Wenn Sie Interesse an mehreren Unternehmen haben, aber erst einmal Ihre Fragen klären möchten, dann bereiten Sie einen einseitigen Bewerbungsflyer vor, auf dem Sie Ihr persönliches Profil darstellen. So hat Ihr/e GesprächspartnerIn etwas in der Hand und wird sich an Sie erinnern, wenn Sie Ihre auf das Unternehmen zurechtgeschnittenen Bewerbungsunterlagen später per E-Mail oder Post senden.

Am Messetag – Aussehen, Gespräch

Nicht nur Ihre Vorbereitung ist wichtig, sondern auch Ihr Auftreten am Messetag. Kleiden Sie sich dezent förmlich. Es ist wichtig, dass Sie einen gepflegten und sauberen Eindruck machen und nicht so aussehen, als seien Sie gerade zufällig vorbeigekommen. Männer können z.B. Jeans, Hemd und Sakko anziehen, Frauen Rock/Hose und ein einfarbiges T-Shirt bzw. eine Bluse mit Blazer. Vermeiden Sie sichtbare Piercings und Tattoos. Außerdem sollten Sie sich am Eingang zur Messe einen Lageplan geben lassen. So finden Sie die Sie interessierenden Unternehmen und laufen nicht mehrmals an einem wichtigen Unternehmen vorbei, bevor Sie es entdecken. Um das Messegespräch zu üben, können Sie auch zuerst an Stände von für Sie weniger interessanten Unternehmen gehen. So lernen Sie die wichtigsten Fragen der PersonalerInnen kennen und sind besser vorbereitet auf die „wichtigen“ Gespräche.

Steigen Sie locker und unverfänglich in das Gespräch ein, z.B. in dem Sie Nachfragen zu einem Exponat des Unternehmens auf der Messe stellen oder über die Messe, das Wetter, die ausstellenden Unternehmen generell sprechen. Wenn Sie mit Ihrem/r GesprächspartnerIn ein gutes Gesprächsklima aufgebaut haben, können Sie Ihre vorbereiteten Fragen stellen. Achten Sie darauf, keine Fragen zu stellen, die Sie auch auf der Firmenwebsite hätten herausfinden können und unterbrechen Sie Ihre/n GesprächspartnerIn nicht – das ist ein No-Go. Ziehen Sie das Gespräch nicht unnötig in die Länge, der/die UnternehmensvertreterIn wird an diesem Tag noch einige Gespräche führen. Überreichen Sie zum Abschluss Ihren Bewerbungsflyer oder eine Visitenkarte und nehmen Sie eine Ihres Gegenübers entgegen. Schreiben Sie am Folgetag eine E-Mail und bedanken sich für das informative Gespräch. So bleiben Sie im Gedächtnis!

Nehmen Sie auch eine Mappe mit Schreibunterlagen mit, um sich wichtige Inhalte der Gespräche oder auch Kontaktdaten aufschreiben zu können. Darauf können Sie dann später im Anschreiben genau Bezug nehmen.

Die Bewerbung

Wenn Sie sich ausreichend zu Ihrem/Ihrer WunscharbeitgeberIn informiert haben, müssen Sie passend Ihre Bewerbungsunterlagen zusammenstellen.

Folgende Unterlagen können in dieser Reihenfolge in einer Bewerbung enthalten sein:

  • Anschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Dritte Seite (optional)
  • Anlagen

Achten Sie hierbei immer auf die Anforderungen der Stellenausschreibung:

Steht dort z.B. „Bitte senden Sie uns eine aussagekräftige Bewerbung mit max. 5 Seiten.“, dann erwartet das Unternehmen nicht, dass Sie alle Ihre Zeugnisse und Referenzen der Bewerbung beilegen, sondern diese zum Vorstellungsgespräch parat haben. Im Anschreiben oder in der E-Mail können Sie darauf hinweisen, dass Sie Ihre Unterlagen auf Anfrage gerne zur Verfügung stellen.

Wenn in der Stellenausschreibung steht, dass Sie die Unterlagen nur per E-Mail oder nur per Post versenden sollen, dann halten Sie sich auch an diese Vorgabe – das Unternehmen wird einen Grund haben, warum es Ihre Bewerbung in einem bestimmten Format haben möchte.

Grundlegendes zu ihren Bewerbungsunterlagen

Um sicherzustellen, dass Ihre Bewerbung überhaupt angesehen wird, sollten Sie Folgendes beachten:

Generell

  • einheitliches Layout von Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf
  • gut lesbare Schrift (10-12pt.)
  • persönliche Unterschrift (ausgeschrieben, blauer Stift) und aktuelles Datum auf Anschreiben und Lebenslauf
  • Bewerbungsfotos vom Fotografen
  • vollständige Kontaktdaten: Anschrift, Telefon, E-Mail
  • seriöse E-Mail-Adresse
  • zu vermeiden: unpersönliche Massenbewerbung, Rechtschreibfehler, unvollständige Firmenadresse, falsch geschriebene/r AnsprechpartnerIn, schlechte Kopien, übertriebene Vertraulichkeit (Liebe/r Frau/Herr …, Herzlichste Grüße)

Bewerbung per E-Mail

  • klare Betreffzeile (Bewerbung auf …, evtl. Job-/Referenznummer)
  • Anschreiben nicht noch einmal in die Mail setzen: hier nur kurz Anliegen der Mail beschreiben und auf Bewerbung im Anhang verweisen
  • E-Mail-Footer mit Kontaktdaten
  • alle Unterlagen zu einer pdf-Datei mit max. 4MB zusammenfassen, sinnvolle Benennung der angehängten Datei (z.B. „Bewerbung_Name_Jobnummer“)
  • Scans von Ihren Unterlagen in guter Qualität
  • E-Mail ohne „Lesebestätigung“ versenden

Bewerbung per Post

  • gutes Papier DIN A4
  • keine Originale versenden
  • keine Knicke, Flecken, Fehler, Beschädigungen
  • Anschreiben liegt auf der Bewerbungsmappe
  • Bewerbungsmappe: auf Hochwertigkeit achten, schlichte Mappe, dezente Farbe (passend zur Farbgebung der Bewerbung/Bewerbungsfoto); kein Schnellhefter, keine Klarsichthüllen

Das Anschreiben

Das Anschreiben ist das „Aushängeschild“ Ihrer Bewerbung und kann auch als erste Arbeitsprobe angesehen werden. Der/die PersonalerIn soll an Ihrem Anschreiben „haften“ bleiben und nach dem Lesen auch die weiteren Unterlagen anschauen wollen.

Es ist die Plattform für Ihre individuelle Vorstellung von sich selbst, Ihren Fähigkeiten und Ihrer Motivation. Sie haben hier die Möglichkeit, Ihre persönlichen Stärken hervorzuheben, sich von anderen BewerberInnen zu unterscheiden und deutlich zu machen, welchen Nutzen Sie dem Unternehmen bringen. Wenn Sie sich initiativ bewerben, müssen Sie Ihre persönlichen Ziele und Fähigkeiten deutlich machen, Ihren Bezug zum Unternehmen schildern und den Job, den Sie sich im Unternehmen vorstellen sowie was Sie dafür auszeichnet, genau skizzieren.

Folgende Fragen sollten durch Ihr Anschreiben beantwortet werden:

  • Welche Qualifikationen und Stärken bringen Sie mit?
  • Warum sollte das Unternehmen gerade Sie einstellen?
  • Warum möchten Sie in dem Unternehmen arbeiten?

Für das Anschreiben gilt: Nehmen Sie sich Zeit! Ein gutes Anschreiben ist nicht innerhalb von zwei Stunden geschrieben, sondern eher innerhalb von zwei Tagen. Überprüfen Sie, ob Sie die oben genannten Fragen beantwortet haben und Ihre für Sie wichtigsten Fähigkeiten und Qualifikationen zum Ausdruck kommen. Geben Sie Ihr Anschreiben auch gerne Freunden und Verwandten zum Lesen – diese kennen Sie sehr gut und können Ihnen hilfreiche Tipps geben.

Muster für das Anschreiben

Anschreiben 1

Anschreiben 2

Weiterhin sollten Sie folgende Hinweise beachten:

Generell

  • nicht länger als 1 Seite!
  • Block- oder linksbündiger Flattersatz
  • Betreffzeile ohne „Betreff: …“
  • keine Blindbewerbung: AnsprechpartnerIn ermitteln, persönliche Anrede
  • Aufbau: Einstieg originell/Interesse wecken; Hauptteil eigene Person, warum dieses Unternehmen, berufliche Erfolge, persönliche Ziele; Schluss Organisatorisches (Einstiegsdatum, Gehalt)
  • kurz und prägnant formulieren (Faustregel: max. 20 Wörter pro Satz, keine „Schmusesätze“)
  • nicht die Angaben des Lebenslauf eins zu eins wiederholen
  • keine Stationen/Arbeitsstellen/Ausbildungen/Praktika nennen, die nicht im Lebenslauf aufgeführt sind (alles, was im Anschreiben steht, muss auch im Lebenslauf wiederzufinden sein)
  • auf Anforderungsprofil der Stellenanzeige eingehen
  • authentisch bleiben, Sympathie ausstrahlen: nicht übertreiben, nicht zu schüchtern

Inhaltlich

  • interessanten Einstieg wählen, keine Selbstverständlichkeiten:

+ „durch meine zweijährige Tätigkeit in der Online-Marketing-Branche ist mir der gute Ruf Ihres Unternehmens bekannt.“

– „hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen auf die Stelle der Online-Marketing-Assistenz.“

  • persönliche Stärken im Anschreiben oben platzieren, mit Formalien aufhören
  • positiv und zukunftsorientiert formulieren:

+ „Die Bereitschaft, mich in neue Aufgabenfelder und Sachverhalte einzuarbeiten, bringe ich mit.“

– „Mein Wissensstand ist aufgrund meiner Elternzeit/längerer Arbeitslosigkeit nicht mehr aktuell.“

  • Konjunktive vermeiden, wirken unsicher:

+ „Ich freue mich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.“

– „Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen.“

  •  Angaben mit Fakten untermauern:

+ „Als Projektleitung habe ich in unterschiedlichen Teams gearbeitet und die einzelnen Bereiche koordiniert. Dabei musste ich die verschiedenen Herangehensweisen der Projektteams sowie deren einzelne Projektziele vereinbaren. Nach dreijähriger Laufzeit war das Projekt eines der erfolgreichsten im Unternehmen und hat die Außenwahrnehmung des Arbeitgebers deutlich gesteigert.“

–  „Ich verfüge über ein hohes Maß an Organisation, Belastbarkeit und Engagement.“

  • Gehalt nur benennen, wenn in der Stellenausschreibung explizit gewünscht:

+ über Tarifgehälter nach Regionen und in der jeweiligen Branche informieren

+ Spanne angeben: „Je nach Umfang und Verantwortung meiner Aufgaben stelle ich mir ein Gehalt von xx.000 bis xx.000 Euro vor.“

Das Deckblatt

Das Deckblatt gilt als das „Titelblatt der Bewerbung“. Es ist die erste Seite nach dem Anschreiben und soll die Neugierde wecken und Wiedererkennungswert haben. Ein Deckblatt sollte nur gestaltet werden, wenn der Lebenslauf länger als eine Seite ist. Nur bei der Bewerbung per E-Mail ist das Deckblatt ein Muss und kommt hier noch vor dem Anschreiben. So hat der/die PersonalerIn sofort eine Übersicht über Ihr Profil. Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, dann sollten folgende Angaben hierauf zu finden sein:

  • Titel: „Bewerbung auf …“
  • Kontaktdaten, persönliche Daten und Bewerbungsfoto (dann nicht mehr im Lebenslauf aufführen)
  • evtl. ein persönliches Profil: Schlüsselqualifikationen/Kernkompetenzen, Studiengang, Kernprofil/-aussagen, evtl. literarisches Zitat, sofern es zur Position passt

Muster für das Deckblatt

Deckblatt 1

Deckblatt 2

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das sogenannte „Dokument der Fakten“. Hier schlüsseln Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber Ihren bisherigen Werdegang Schritt für Schritt auf. Wichtig ist hier die Übersichtlichkeit: Kein Lebenslauf ist geradlinig und das ist auch gut so. Doch trotzdem sollten Sie es Ihrem/r LeserIn möglichst leicht machen, die Stationen Ihres Lebenslaufes nachzuvollziehen. Dabei bietet sich eine Unterteilung in Kategorien an:

  • Persönliche Daten/Kontaktdaten und Foto (sofern nicht auf Deckblatt)
  • Berufliche Erfahrungen
  • Schulische/akademische Ausbildung
  • Auslandsaufenthalte
  • Weiterbildungen
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse
  • Stipendien, Publikationen, Führerschein
  • Evtl. Freizeitgestaltung

Nicht alle Kategorien müssen und können von jedem und jeder BewerberIn ausgefüllt werden. Hierbei kommt es auch auf die Stelle an, auf die Sie sich bewerben. Wenn das Jobprofil international ist, sollten Auslandserfahrungen und Sprachkenntnisse extra erwähnt werden. Wird in der Stellenausschreibung jemand für einen Bürojob in der Ingenieursbranche gesucht, sollten eher die EDV-Kenntnisse und Weiterbildungen im Vordergrund stehen.

Auch wenn einen zukünftigen Arbeitgeber ein lückenloser Lebenslauf interessiert, so gibt es doch irrelevante Informationen, die Sie weglassen können und sollten: Grundschule, Name der Eltern und Geschwister, Schulpraktika (ab mind. MA), kurzzeitige Tätigkeiten, die mit dem angestrebten Job keine inhaltlichen Überschneidungen haben.

Muster für den Lebenslauf

Lebenslauf 1

Lebenslauf 2

Weiterhin sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • möglichst nicht länger als 2 Seiten
  • klare Strukturen, chronologisch sortieren (mit dem Aktuellsten beginnen)
  • Monat und Jahr immer einheitlich, z.B.: „07/2008 – 06/2009“, „07.2008-06.2009“ oder „Juli 2008 – Juni 2009“
  • Abschlüsse und Noten angeben
  • bei Qualifikationen immer das Niveau angeben (z.B. bei Sprachkenntnissen)
  • Praxis-/Berufserfahrungen immer mit Name und Ort des Unternehmens und den wichtigsten Tätigkeiten angeben
  • alle Weiterbildungen angeben, die einen Abschluss hervorgebracht haben
  • Lücken im Lebenslauf (Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Auszeit, Sabbatical), die länger als drei Monate sind, aufführen (wirkt ehrlicher)
  • Datum und Unterschrift

Die Dritte Seite (optional)

Die „Dritte Seite“ ist ein Zusatz zu Anschreiben und Lebenslauf und sollte nicht von jedem/r BewerberIn den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden. Sie eignet sich besonders bei Personen mit

  • häufigen Arbeitsplatzwechseln oder die viele unterschiedliche Berufe ausgeübt hat,
  • einem Lebenslauf, der viele Brüche und/oder Lücken aufweist (z.B. wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, etc.),
  • besonderen Projekten, die in der eigenen Karriere gemeistert wurden,
  • besonderen Fähigkeiten oder Soft Skills,
  • Auslandserfahrungen.

Für die „Dritte Seite“ können Sie eine kreative Überschrift nehmen, um das Interesse des/r Personalers/In zu wecken. Formulieren Sie kurz und präzise die Motivation Ihrer Bewerbung, was Sie dem Unternehmen zu bieten haben und was Sie in besonderem Maße auszeichnet (persönliche Stärken, besondere Qualifikationen/Kompetenzen). Bei vielen Brüchen und Lücken im Lebenslauf können Sie hier auch Argumente für Ihre Einstellung anführen.

Achten Sie darauf, dass die „Dritte Seite“ ansprechend gestaltet ist und Sie klar und prägnant Ihr Anliegen ausdrücken. Wiederholen Sie nicht die Inhalte Ihres Anschreibens. Denken Sie auch daran, dass der/die PersonalerIn bis hierhin schon Ihr Anschreiben und Ihren Lebenslauf gelesen hat. Die „Dritte Seite“ muss also auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen und übersichtlich sein, ansonsten könnte Sie als unnötig betrachtet werden.

Das Bewerbungsfoto

Nicht nur das Layout und das Aussehen Ihrer Bewerbungsunterlagen hinterlassen bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber einen Eindruck, sondern natürlich auch das Bewerbungsfoto. Es muss auf jeden Fall professionell vom Fotografen sein – ein Passbild aus dem Fotoautomaten oder ein Schnappschuss vor der weißen Wand daheim sehen unprofessionell aus und lassen auf ein geringes Engagement schließen.

Ihr Bewerbungsfoto sollte auch nicht älter als zwei Jahre sein und Frisur und Styling mit Ihrem heutigen Aussehen weitestgehend übereinstimmen, sodass es später beim Vorstellungsgespräch nicht zu Irritationen kommt.

Lassen Sie sich beim Fotografen beraten, nehmen Sie mehrere Outfits zum Termin mit und probieren Sie verschiedene Hintergründe aus. Die Zeit und das Geld sind clever investiert, denn so können Sie ein oder mehrere ganz individuelle Bewerbungsfotos machen, die authentisch sind und zu Ihnen und Ihrem Traumjob passen. Lassen Sie sich die Fotos auch digital mitgeben, denn heutzutage werden die meisten Bewerbungen sowieso online verschickt.

Die Kleidung, die Sie für Ihr Bewerbungsfoto wählen, sollte passend zum Job und zur Branche sein, für die Sie sich bewerben wollen. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie lieber auf klassisch konservative, dezente Kleidung setzen. Wichtig ist auch, dass die Farbe Ihrer Kleidung und die Farbwahl Ihrer Bewerbungsunterlagen zusammenpassen (keine lila Bluse bei einer rötlich gestalteten Bewerbung).

Auch bei den Accessoires sollten Sie sich zurücknehmen. Vermeiden Sie übermäßig auffällige Ketten und Ohrringe sowie Piercings und achten Sie darauf, dass Tattoos verdeckt sind. Wenn Sie BrillenträgerIn sind, dann achten Sie darauf, dass sich in den Gläsern keine Lichtpunkte reflektieren.

Auf dem Foto sollten Ihre Kopf- und Schulterpartie zu sehen sein. Halbportraits sind ebenfalls völlig in Ordnung. Ganzkörperfotos sind unangebracht – Sie bewerben sich ja nicht als Model.

Das Bewerbungsfoto kommt entweder auf das Deckblatt (sofern vorhanden) oder in die rechte obere Ecke Ihres Lebenslaufes. Es hat die Abmaße 6,50cm x 4,50cm und muss unbedingt aufgeklebt werden. Schreiben Sie trotzdem vorher Ihren Namen sowie Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf die Rückseite, falls es doch abfallen sollte.

Anlagen zur Bewerbung

Die Ihrem Lebenslauf beigefügten Anlagen und Zeugnisse sollten genauso geordnet sein, wie Ihre Angaben im Lebenslauf, sodass der/die PersonalerIn sich schnell zurecht findet. Legen Sie keine Dokumente an, für die es im Lebenslauf keine Angaben gibt. Sprachzertifikate und Teilnahmebescheinigungen gehören auch nicht in die Bewerbungsmappe. Am wichtigsten sind Ihre Abschluss- und Weiterbildungszeugnisse sowie Arbeitszeugnisse der wichtigsten Arbeitgeber (sofern vorhanden). Wenn den/die PersonalerIn Belege für weitere Angaben in Ihrem Lebenslauf interessieren, können diese nachgereicht werden.

Achten Sie auf die Sorgfältigkeit der Unterlagen: gute Kopien ohne Eselsohren bzw. gut leserliche Scans sind gefordert, Originale gehören nicht in die Bewerbungsmappe.

Bewerben über Online-Plattformen

Manche Unternehmen verlangen anstelle der „klassischen“ Bewerbungsunterlagen per Mail oder Post auch, dass BewerberInnen ein sogenanntes Online-Formular ausfüllen bzw. Ihre Eingaben über eine Online-Plattform machen.

Diese Option wählen Unternehmen, um alle BewerberInnen direkter vergleichen zu können, da das Online-Formular eine standardisierte Struktur bietet. Für Sie als BewerberIn gilt es daher, auf einige Besonderheiten zu achten und auch diese Bewerbungsform genauso ernst zu nehmen, wie die Zusammenstellung Ihrer „klassischen“ Bewerbungsunterlagen.

Alle Felder ausfüllen

Füllen Sie alle Felder des Formulars aus und wählen Sie – wenn in bestimmten Feldern nicht Ihre persönlichen Besonderheiten angegeben werden können – die bestzutreffende Variante. Den PersonalerInnen ist es im Online-Formular möglich, über die Eingabe von Suchkriterien genau die KandidatInnen herauszufiltern, die bestimmte Angaben gemacht haben (z.B. letzter Abschluss, Fremdsprachenkenntnisse).

Freitextfelder

Freitextfelder sollten Sie nutzen, um sich persönlich vorzustellen. Da diese oft eine begrenzte Zeichenzahl haben, sollten Sie sich auf Ihre Stärken und Fähigkeiten konzentrieren. Gehen Sie hier sorgsam vor; am besten ist es, wenn Sie den Text vorschreiben und in das Freitextfeld kopieren. Vermeiden Sie Rechtschreibfehler, Umgangssprache, Telegrammstil und Abkürzungen. Sie sollten Freitextfelder als den Ersatz des Anschreibens in der „klassischen“ Bewerbung ansehen und sich daher hierfür auch Zeit nehmen. Auf keinen Fall sollten Sie einfach nur Klauseln à la „Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen.“ oder „Ich hoffe, mein Profil hat Sie überzeugt.“ hineinschreiben.

Anhänge

Manchmal besteht die Möglichkeit, dass Sie zusätzlich zu dem ausgefüllten Online-Formular noch Ihren Lebenslauf und/oder wichtige Dokumente hochladen sollen. Wenn nicht anders gewünscht, laden Sie diese in einer pdf-Datei hoch und benennen Sie diese sinnvoll (siehe auch: Bewerbungsunterlagen > Bewerbung per E-Mail).

FAQs nutzen

Wenn es zur Online-Plattform oder zum Online-Formular FAQs oder andere Hinweise gibt, dann lesen Sie diese durch und nutzen die Informationen darin. Manchmal stehen hier praktische Tipps zum Umgang mit dem Formular, die Ihnen eine stringentere und aussagekräftigere Bewerbung erlauben.

Nach dem Absenden

Wenn Sie das Online-Formular abgesendet oder Ihre Angaben auf der Online-Plattform gespeichert haben, sollten Sie sich die relevanten Inhalte ausdrucken, sodass Sie später noch wissen, welche Angaben Sie genau gemacht haben. Wenn Sie sich registrieren mussten, notieren Sie auch Login und Passwort.

Nach der Bewerbung

Das Telefoninterview

Die Einladung zu einem Telefoninterview bedeutet, dass Sie unter allen BewerberInnen schon teilweise überzeugt haben und somit „eine Runde weiter“ sind.

Es kann als „kleines Vorstellungsgespräch“ angesehen werden und erfordert daher eine genauso gute Vorbereitung, wie ein persönliches Vorstellungsgespräch. Diese Option wird von PersonalerInnen gewählt, um Unklarheiten in der Bewerbung zu klären oder bestimmte Aspekte noch einmal genauer abzupochen.

Zur Vorbereitung des Telefoninterviews sollten Sie sich einen ungestörten Ort, wie z.B. ihren heimischen Schreibtisch, aussuchen. Der Nachteil dieser Interviewform ist, dass Sie Ihr Gegenüber nicht sehen und somit auch dessen/deren Reaktion nicht abschätzen können. Hier gilt es, souverän zu bleiben, eloquent und kommunikationsstark zu sein. Der Vorteil allerdings ist, dass Sie alle Unterlagen zur Hand haben und diese als Unterstützung heranziehen können: Ihre Notizen zum Unternehmen, Ihren Lebenslauf sowie Ihre Bewerbungsunterlagen, die Stellenausschreibung, Fragen, die Sie dem/der PersonalerIn stellen wollen. Außerdem sollten Sie einen Notizblock bei der Hand haben, um den Gesprächsverlauf zu dokumentieren und sich ein Getränk bereitstellen.

Seien Sie auf Fragen nach Lücken in Ihrem Lebenslauf und Tätigkeitsbeschreibungen bisher absolvierter Stationen vorbereitet. Es können auch bestimmte Angaben überprüft werden, z.B. Ihre Fremdsprachenkenntnisse. Außerdem werden Sie eventuell nach persönlichen Stärken und Schwächen sowie nach „negativen“ Dingen in Ihrem Lebenslauf gefragt (z.B. Ausbildungs-/Studienabbruch). Gerne wird auch gefragt, weshalb Sie ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten möchten.

Generell gilt, dass Sie Ihre Antworten kurz und prägnant halten sollten. Auch bei kritischen Fragen zu Ihren bisherigen Tätigkeiten sollten Sie sich nicht rechtfertigen, sondern plausibel darstellen, weswegen Sie sich so entschieden haben.

Es gibt auch Unternehmen, die ein Telefoninterview nicht ankündigen. Sollten Sie also in einer unpassenden Situation/an einem unpassenden Ort angerufen werden, dann bitten Sie um Verschiebung des Telefonats. Der neue Termin sollte bestens noch am selben Tag oder am folgenden Tag liegen. Machen Sie sich keine Sorgen, sich mit der Bitte um Verschiebung ins Aus zu katapultieren, Sie beweisen eher Souveränität und zeigen, dass Sie das Telefoninterview ernst nehmen.

Das Assessment Center

Ein Assessment Center (AC) bzw. Einstellungstest dient der einstellenden Firma dazu, die/den beste/n Kandidatin/Kandidaten für eine Stelle zu finden. Dabei können gleichzeitig mehrere BewerberInnen direkt miteinander verglichen werden.

Zu den üblichen Aufgaben gehören Präsentationen, Gruppendiskussionen und Rollenspiele. In diesen Aufgaben sollen Ihre rhetorischen Fähigkeiten, Spontaneität, Kommunikations-, Teamfähigkeit  und Kompromissbereitschaft geprüft werden. Außerdem sehen PersonalerInnen, wie konzentriert Sie über einen längeren Zeitraum arbeiten und wie schnell Sie sich neue Informationen merken können. Es geht oft darum, die BewerberInnen unter Stress zu setzen, um zu sehen, wie Sie oben genannte Fähigkeiten in dieser Situation zum Einsatz bringen.

Zur Vorbereitung auf das Assessment Center sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen sowie die Notizen zum Unternehmen und zur Branche einprägen und grundlegende mathematische Kenntnisse auffrischen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich souverän selbst vorstellen können – üben Sie also Ihre Selbstpräsentation in einer 3- und einer 10-Minuten-Variante.

Am Tag des AC sollten Sie sich dem Anlass und der angestrebten Position entsprechend kleiden und eine Uhr mitnehmen, damit Sie immer die vorgegebenen Zeiten im Blick haben. Außerdem sollten Sie während der Übungen darauf achten, dass Sie Argumenten nicht ausweichen, sondern diese argumentativ entkräften und Aussagen anderer KandidatInnen oder der AssessorInnen nicht persönlich nehmen und auch selbst nicht persönlich werden. Pausengespräche sind immer als Teil des Assessment Centers anzusehen. Seien Sie also aufmerksam und achten Sie darauf, was Sie sagen und wie Sie es sagen.

Wenn es Ihnen möglich ist, dann belegen Sie einen Vorbereitungskurs für das Assessment Center. So lernen Sie die wichtigsten Aufgaben kennen und erfahren, wo Ihre eigenen Stärken und Schwächen liegen, um sich optimaler vorbereiten zu können.

Das Vorstellungsgespräch

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, dann haben Ihre Bewerbungsunterlagen das Unternehmen schon sehr stark überzeugt. Jetzt geht es darum festzustellen, ob Sie zum Unternehmen und zum Team passen, ein guter Kollege oder eine gute Kollegin sind und ob das Unternehmen zu Ihnen passt. Außerdem werden noch einmal Ihre Kenntnisse überprüft.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Seien Sie daher pünktlich und passend gekleidet (siehe Hinweise zum Bewerbungsfoto). Ihr Handy sollte ausgeschaltet sein. Begrüßen Sie alle Anwesenden mit Handschlag (und Namen) und halten Sie während des Gespräches Blickkontakt. Wichtig ist auch, dass Sie eine freundliche und positive Grundhaltung mitbringen.

Folgende Phasen werden in dieser oder ähnlicher Reihenfolge während eines Vorstellungsgespräches durchlaufen:

  • Begrüßung, Gesprächseinstieg: Small-Talk, Gesprächsverlauf
  • Vorstellung des Unternehmens, des Teams, der Stelle
  • Ihre Selbstpräsentation, berufliche und soziale Kompetenzen, Motivation
  • Arbeitsbedingungen: Arbeitstage, Urlaub, Gehalt, Prämien
  • Ihre Fragen zum Unternehmen, zum Team, zur Stelle
  • Gesprächsabschluss: Wie wird weiter vorgegangen?, Verabschiedung

Achten Sie darauf, auch während des Gespräches Blickkontakt zu halten, Ihr/e Gegenüber aussprechen zu lassen und auf das Gesagte einzugehen bzw. Bezüge zum Gesagten herzustellen. Sie können auch einen Notizblock mitnehmen, um für Sie relevante Informationen während des Gesprächs aufzuschreiben oder sich Dinge zu notieren, auf die Sie näher eingehen wollen.

Um sich auf das Vorstellungsgespräch bestens vorzubereiten, sollten Sie Ihre Selbstpräsentation üben. Achten Sie dabei darauf, dass Sie immer wieder einen Bogen zur Stellenausschreibung und/oder zum Unternehmen schlagen. Außerdem sollten Sie mit der Frage nach Ihren Stärken und Ihren Schwächen rechnen sowie der Frage danach, wo Sie sich in 5 oder 10 Jahren sehen. Fragen nach Lücken in Ihrem Lebenslauf sollten Sie ebenfalls gut parieren können. Verfallen Sie während des Gesprächs nicht in Rechtfertigungen, sondern erklären Sie sachlich und plausibel, warum Sie in Ihrem Leben bestimmte Entscheidungen getroffen haben. Unzulässige Fragen seitens des Unternehmens sind solche nach dem Kinderwunsch, Ihrer privaten Lebenssituation (Partnerschaft, Krankheiten, finanzielle Lage) und Ihrer Partei- und/oder Religionszugehörigkeit. Darauf müssen Sie nicht antworten.

Kontakt

Leiterin Career Center
Katrin Gruschka

Tel.: (0391) 886 44 63
Fax: (0391) 886 49 63
E-Mail: katrin.gruschka@hs-magdeburg.de

Besucheradresse: FEZ, Raum 1.13

Sprechzeiten: jederzeit nach Vereinbarung

Kontakt und Anfahrt

Hintergrund Bild